
Wie gewohnt geht der Blick zuerst über die Köpfe der Bedienung hinweg in die Höhe. Da stehen sie nebeneinander aufgereiht, die Menüs 1, 2, 3, 4, 5, 6, in der Ecke jeweils die Hinweise auf die Maxi-Option für nur wenige Baht mehr. (Ich weiß, standardisiertes Fastfood in der Stadt der exzellenten Garküchen zu bestellen, ist eine Sünde. Aber zwei frisch zubereitete Cheeseburger nach einem mehrstündigen Saunagang schmecken einfach ganz fantastisch). Irgendetwas ist anders bei diesem Burgermenü an der Decke. Hinter den Schriften schimmert und glimmert es grünlich-silbern. Die roten Blasen mit den Preisangaben pumpen fröhlich vor sich hin, wie kleine Herzen. War ich zu lange im Dampf?
Plötzlich platzen die kleinen Herzen, die Menüs verschwinden, dafür fliegen mir zwei riesige Hamburger entgegen, die sich appetitlich auf einer grünen Comicwiese räkeln. Ich bin derart fasziniert von diesen Animationen, dass der Herr, der „meine Bestellung bitte“ aufnehmen möchte, sich etwas in die Höhe recken muss, um in mein Blickfeld zu geraten. Statt der sonst üblichen bunt bedruckten Tafeln mit Hintergrundbeleuchtung hängen im McDonalds in Bangkoks Luxuseinkaufstempel Siam Paragon also große Flachbildschirme an der Wand. Und die Grafiker, die damit beauftragt waren, die Monitore mit plastischen Kaufanreizen zu füllen, haben sehr gute Arbeit geleistet. Ich bin mir sicher, es wird nicht mehr lange dauern, und die Fleischklopse werden dreidimensional über dem Bestellcounter schweben, sich um ihre eigene Achse drehen und dabei deutlich nach Grillgewürzen riechen.
Einziger Nachteil der animierten Menüwand: Bislang konnte man auch ohne große Sprachkenntnisse mit dem dicken Finger auf das fettige Menü zeigen und sagen: „I want that one“. Bevor sich hier die Bedienung umgedreht hat, sind die Burger schon längst wieder kichernd hinter dem grünen Comichügel verschwunden und der quirlige doch unverlangte McSundae-Eisbecher schraubt sich in die Szenerie.
