Der thailändische Gesundheitsminister hat am Donnerstag die Öffentlichkeit mit den Ergebnissen einer Umfrage verblüfft, die sein Ministerium durchführen ließ. Gegenüber der Bangkok Post erklärte Manit Nopamornbode: „Die meisten Touristen erachten nicht das Trinken als Hauptgrund für ihren Aufenthalt [in Thailand]. Sie ziehen es vor, die Kultur zu genießen und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.“ Ah ja. Dann ist das wahrscheinlich nur Eistee, was die Touristen in Silom, Suriwong, Sukhumvit und in der Khao San Road da vor sich auf den Tischen stehen haben. Und die vielen Gestalten mit dem glasigen Blicken, die man besonders Nachts um zwei trifft, torkeln nur deshalb über die Straßen, weil sie so glücklich über die tollen Sehenswürdigkeiten sind, die sie in der Soi Cowboi gesehen haben.
Nun wird kein Mensch bei einem Straßeninterview zu den Gründen seines Aufenthaltes befragt freiwillig angeben: „Ja, am liebsten saufe ich mir den ganzen Tag die Hucke voll, ist ja alles so billig hier“. Der Hintergrund für die dusselige Argumentation des Gesundheitsministers ist ein Streit mit dem Ministerium für Sport und Tourismus über die Frage, ob man zum Songkran-Festival zwischen dem 11. und 14. April ein komplettes Verkaufsverbot für Alkohol beschließen soll. Die Thais, die ähnlich wie die Kölner Jecken zum Karneval an diesen Tagen völlig durchdrehen, und in Rudeln von ihren Trucks aus alles und jeden mit Wasser bespritzen, saufen sich nämlich in dieser Zeit unheimlich gerne die Hucke voll. In der Folge kippen sie dann schon mal von ihren rutschigen Gefährten, oder sie spielen Autoscooter mit ihren Wagen und verursachen diverse Frontalzusammenstöße. Das führt besonders in den ländlichen Regionen zu zahlreichen Toten und Verletzten.
Die Tourismusbehörde fürchtet zu Recht, dass mit einer viertägigen Prohibition der eh schon angeschlagene Tourismus noch weiter leiden wird, und schlägt vernünftigerweise verschärfte Verkehrskontrollen in den Gebieten vor, in denen die Unfälle passieren. Damit bliebe den Touristen erspart, den Whiskey zur Tarnung in Kaffeetassen serviert zu bekommen, und die Bars bräuchten weniger Aufmerksamkeiten an die Polizisten rüberzuschieben, die dafür dann gerne so tun, als ob sie den ganzen Schwindel überhaupt nicht bemerken würden.
