Klaus Wowereit hat seine Biographie veröffentlicht, und die Welt hat nochmal nachrecherchiert, wie es denn genau gewesen ist mit dem Coming-out, das am 7 Juni 2001 zunächst hinter verschlossenen Türen bei einer Sitzung des Berliner SPD-Landesvorstandes stattfand. Autor Joachim Fahrun schreibt:
Nach Wowereits Rede ist die Schwuso-Vorsitzende Kirstin Fussan “stolz auf meinen Klaus”. Sie sendet eine SMS mit Wowereits Worten an eine befreundete Redakteurin. Die schickt die Nachricht weiter an den homosexuellen Nachrichtendienst queer.de. Am Tag darauf steht das interne Bekenntnis des künftigen Hauptstadt-Bürgermeisters auf der queer.de-Seite im Internet. Die Redaktion verschickt auch eine Pressemitteilung. “Wir hatten vorsichtig formuliert: ,Wird Berlin bald schwul regiert?’”, sagt heute Christian Scheuß von queer.de. Damit ist offiziell in der Welt, was bisher zwar viele wussten, aber nie sagten oder schrieben.
Nur wenige griffen damals unsere Pressemeldung auf, doch im Hintergrund wurde recherchiert. Und Wowereit beschloss, sich nicht von der Presse treiben zu lassen, wie er in seiner Bio beschreibt, sondern „es“ auf dem Landesparteitag am 10. Juni öffentlich bekannt zu machen. Die Fakten dazu hat Norbert nochmal schön zusammen getragen.

Was tut die Menschheit nicht alles, um irgendetwas der Nachwelt zu hinterlassen: Höhlen vollmalen, große Kirchen bauen oder Kinder zeugen sind übliche Tätigkeiten in diesem Sinne. Schwule haben mit dem Kinder zeugen so ihre Schwierigkeiten. Sie werden deshalb lieber Superstars. Oder sie schreiben Bücher. Blöd nur, dass all diese Ersatz-Tätigkeiten eine sehr kurze Halbwertszeit haben. Der Superstar ist wahrscheinlich in einem Jahr wieder in der Versenkung verschwunden, und all unsere 

Maneo, das schwule Antigewalt Projekt in Berlin hat zu einer „Werkstatt“ zum Thema „Homophobie und schwulenfeindliche Gewalt im öffentlichen Raum“ geladen. Ein internationales Treffen unter Beteiligung von Vertretern aus Frankreich und Polen. Ein inhaltlich spannender Kongress, der leider schlecht besucht war. Dafür gab es ein Wiedersehen mit Leuten, die ich zum Teil seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, und die mich allesamt auch nicht mehr auf Anhieb erkannten: Die Wissenschaftler Rüdiger Lautmann und Michael Bochow, der PDS-Politiker Harald Petzold, der „Homo-Beamte“ Claus Nachtwey. Es gab aber auch interessante neue Kontakte am Rande der Workshops und Referate. Zum Beispiel den schwulen Polizisten aus Hannover, der mir erklärte, das die neue dunkelblaue Uniform, die er trägt, von Colani designt und von Tom Tailor geschneidert wurde. In wenigen Jahren werden sämtliche Polizeibeamte in Deutschland wesentlich schicker gekleidet sein. Oder der nette technikbegeisterte junge Mann, der Printproduke kurzerhand für tot erklärte, und die Zukunft der Medien in der Blogosphäre und im Bürgerjournalismus sieht. Der mit Kunstaktionen und Kunstblut gegen das Verbot von Killerspielen demonstriert und Mitglied der Piratenpartei ist, um gegen die Vorratsdatenspeicherung und den gläsernen Bürger zu kämpfen.
Für eine Nacht wechsle ich doch noch meinen Schlafplatz, nehme ein Zimmer in einer nahe gelegenen Pension. Ich ertrage den Nikotinbelag an sämtlichen Gegenständen dieser Bed & Breakfast-Schlafstelle nicht länger. Dauernd habe ich das Gefühl, meine Hände kleben. Außerdem ist es im Hotel einfacher, sich für ein Date zu verabreden. Beim Frühstück im 