Das Kino ist schon seit Jahrzehnten bedroht durch das Fernsehen. Erst die Errichtung der Multiplexkinos in den Neunzigern mit ihren großen Sälen und neuer Vorführtechnik stoppte den Besucherschwund voriger Jahre. Jetzt, wo Dolby-Surround daheim fast Standard ist, und der riesige flache LCD-Fernseher mit Blu-Ray-Player Einzug ins Wohnzimmer hält, werden sich die Kinobetreiber wieder neu erfinden müssen, wollen sie nicht untergehen. Wie das Kino in ein paar Jahren in Deutschland aussehen sollte, das kann man schon heute in Bangkok besichtigen. weiterlesen… »
Kategorie: Film/TV
2008 30 Aug
Ganz großes Kino
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2008 10 Aug
Ari und Aldi
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Bei einem schwul-lesbischen Filmfestival in Jakarta im Kino zu sitzen, kann mitunter etwas anstrengend sein. Nicht so sehr wegen der Eiseskälte, die die Klimaanlagen in der Regel im Raum verbreiten. Auch nicht so sehr wegen der Unsitte der Indonesier, während der Vorführung permanent miteinander zu quatschen. Nein, es ist eher die überschwängliche Kommunikationsfreudigkeit meiner Sitznachbarn. weiterlesen… »
2008 9 Aug
Die Geheimsprache der indonesischen Schwulen
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Die Uhr zeigt fast drei, als John und ich die Q-munity-Truppe (Foto) verlassen und den Weg zu meinem Hotel antreten. Wir laufen durch eine Straße, in der ein paar Transen auf dem Gehweg herumstehen. Sie rufen hinter uns her, fassen sich an ihre mehr oder weniger echten Brüste. Eine holt sogar ihren Puller unter dem Minirock hervor, um uns als Kundschaft zu gewinnen. John scherzt ein wenig mit ihnen, um dann eine faszinierende Story zu erzählen. weiterlesen… »
2008 8 Aug
Haar-Alarmstufe Rot
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Donnerstagnachmittag gegen fünf. Ich erreiche die Schaltzentrale der Q-munity, es ist Johns Privathaus, ein altes einstöckiges Gebäude mitten in einem Wohnviertel mit engen Gassen und dichter Bebauung. In Zeiten außerhalb des Festivals teilt er sich die Hütte mit zwei Mitbewohnern, jetzt ist das „House Of Fun“, wie es liebevoll genannt wird, trubeliger Treffpunkt aller Beteiligten. Die Nachbarn denken, hier lebt ein Künstlerkollektiv, denn hier geht ständig jemand ein und aus. weiterlesen… »
2008 7 Aug
Sockenalarmstufe Gelb in Jakarta
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Es ist halb zehn am Mittwochmorgen, als der Air Asia-Flieger auf dem Flughafen von Jakarta landet. Ein übermüdeter Filmfestivalbesucher trifft auf einen ebensolchen Festivalleiter. John hat in der letzten Nacht gerade mal zwei Stunden die Augen zumachen können, da noch so viel kurz vor dem Start des 7. Q! Filmfestival zu erledigen ist. Ich hatte um halb vier Uhr Morgens die Reise zum Flughafen in Bangkok antreten müssen, und deshalb gleich die Nacht durchgearbeitet. „Wie läuft’s?“ frage ich. „Langsam werden alle panisch“, lächelt John, strahlt aber wie immer eine unendliche Ruhe aus. Einzig seine kanariengelben Socken, die er gerade trägt, könnte man als Symbol für „Alarmstufe Gelb“ interpretieren. weiterlesen… »
2008 1 Mai
… da steht das Glück vor der Tür
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Während der Arbeit den Fernseher einzuschalten, kann hochriskant sein. Die ARD zeigt gerade die olle Kamelle „Im weißen Rössl“ mit Peter Alexander aus dem Jahre 1960. Mit Entsetzen stelle ich fest, dass ich sämtliche Lieder mitsingen kann. „Im weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür…, Im Salzkammergut, da kamma gut…, Was kann der Sigismund dafür, das er so schön ist…, träller“
2007 24 Jun
Deutschland sucht den Grabbelstar
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Thomas Gottschalk scheint mir irgendwie latent homophob! Tut mir ja leid, dass ich schon wieder über die Showmaster-Blondlocke rede, aber Stefan Niggemeier ist schuld. Der hatte in seinem Blog dazu eingeladen, während der „Wetten Dass!? …“-Sendung mit ihm live darüber zu lästern (was wegen des regen Zuspruchs zum Zusammenbruch seines Servers führte). Also habe ich zugesehen, und mich gewundert: Mark Medlock hat zusammen mit Dieter Bohlen seinen ersten öffentlichen Auftritt. Mark ist gar nicht schüchtern, und grabbelt Gottschalk ständig am Knie herum. Demonstrativ beweist Gottschalk seine Heterosexualität durch Umarmen eines der weiblichen Supermodells. Nachdem ein kleiner Junge seine Wette gewonnen hat, bei der er – eingeklemmt in einem Türrahmen – seine Kleidung wechselte, wird dieser überschwänglich von Wettpaten Mark Medlock umarmt. Gottschalk unterbricht diese spontane Emotion mit „Na, nun ist gut!“ Leider ist der Kleine nicht aus dem Türrahmen gefallen, denn als Wettschuld hätte Bohlen Medlock den Rücken eincremen müssen. Am Ende der Show verabschiedet Gottschalk alle Promis per Handschlag oder mit Küsschen – außer Medlock und Bohlen.
Richterin Barbara Salesch, Richter Alexander Hold (beide SAT1), und wie die TV-Juristen sonst noch so heißen im deutschen Fernsehen. Das sind alles Weicheier! Das weiß ich, nachdem ich nun das amerikanische Original der Gerichts-Show entdeckt habe: Judge Judy. Seit 1996 ist Judith Sheindlin bereits im US-TV zu sehen, inzwischen läuft die 11. Staffel der Show. Wenn ich es richtig verstanden habe, landen echte Streitfälle mit den real Beteiligten vor ihr, die sich zuvor per Vertrag damit einverstanden haben, das Urteil der ehemaligen Familienrichterin zu akzeptieren. Es sind meist kleine Fälle: Bei einer Ebay-Auktion werden statt der versprochenen Handys nur Fotos der Telefone verschickt. Einem Jungen werden die Kopfhörer seines CD-Players geklaut. Das spannende an diesen banalen Streits vor Gericht ist jedoch Richterin Judy selbst, die – sagen wir mal – etwas exzentrisch ist. Gar nicht leiden kann sie, das ihr jemand nicht in die Augen sieht, während er spricht. Allzu gern unterbricht sie den Redefluss von Klägern und Angeklagten, die sich selbst verteidigen. Aber keinesfalls duldet sie, das man ihr ins Wort fällt. Sie rollt mit den Augen, wenn sie genervt ist, und das ist sie ziemlich schnell. Zynisch und böse wird sie, wenn sie das Gefühl hat, da will sie jemand verschaukeln. „Du bist ein Idiot!“ brüllt sie die Frau an, die die Fotos von den Mobiltelefonen verschickt hat, und tritt nochmal nach. „Du solltest dir besser eine Arbeit suchen!“ Es ist kein Zuckerschlecken, vor solch einer arroganten Zicke zu stehen, aber als Gerichtsshow ist das wesentlich unterhaltsamer als die Salesch-Hold-Shows mit ihren Laiendarstellern. Jugde Judy ist übrigens auf YouTube üppig vorhanden.
2007 20 Mrz
Eurovision Tranny-Contest
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Zwei Männer im Fummel, und lecker Kerle: Der 52. Eurovison Song Contest am 12. Mai im finnischen Helsinki wird ein großer Spaß werden. In diesem Jahr nehmen 42 Länder teil, so viele wie noch nie. Entsprechend bunt und vielfältig ist die Schar der Kandidaten, die sich um die Länderpunkte bemühen. Neben vielen gutaussehenden Künstlern wird dieser Songcontest auch ein Fest für Transen. Denn mit dem dänischen und dem ukrainischen Vertreter stehen gleich zwei Männer im Fummel auf der Bühne. Peter Andersen aus Dänemark nennt sich selber "Drama Queen", kurz DQ, und so heißt auch sein Song, der nach einem spannenden Vorentscheid im dänischen Fernsehen quasi in letzter Sekunde das Rennen machte. Im Videoclip trägt Peter Andersen einen beeindruckend mächtigen Federschmuck auf dem Kopf, seinem Namen macht er allerdings keine Ehre. Das Stück klingt wie ein Stock Aitken Waterman-Verschnitt und ist eher langweilig denn dramatisch, da nützen sämtliche Kolliergriffe und Amphorenposen nichts. "I’m your drama Queen tonight", singt Peter Andersen im Refrain, und damit hat er einfach Unrecht. Lustiger wird es mit dem ukrainischen Sänger Andrei Danilko. Der 30-Jährige soll angeblich nicht homosexuell sein, tritt aber als übergewichtiger 50-jähriger Transvestit mit dem Künstlernamen Verka Serduchka auf. Verka sieht ein bisschen aus, wie Hella von Sinnen im zu engen Kostüm einer Glücksfee. Mit Techno-Polkaweisen, einer Mischung aus ukrainisch, russisch und zwischendurch ein paar Brocken deutsch bringt sie ordentlich Stimmung in die Bude. "To Dance or not to Dance, that is not the question" singt er/sie. Selbst, wenn man das Lied zu albern findet, man wippt gerne mit.
Für Glanz und Glitter werden "The Ark" aus Schweden sorgen. Die Retro-Glamrocker mit dem knackig-geilen wie androgynen Frontmann Ola Salo sind mit dem Stück "The Worrying Kind" dabei. Und da wir schon gerade bei Schönheiten sind. Auch der Sänger Kenan Dogulu aus der Türkei ist eine Augenweide für alle, die auf Kerle mit Dreitagebart stehen. Im Stück "Shake It Up Shekerim" schüttelt er ordentlich seine Hüften. "I know, what you are feeling", singt er. Seine männlichen Verehrer werden wünschen, es wäre wahr.
Mal ganz abgesehen vom Cutie-Faktor gäbe es aus schwuler Sicht noch einen ganz heißen Favoriten. Denn absolut tauglich für den Homo-Dancefloor wäre der Beitrag aus Bulgarien. Elitsa Todorova & Stoyan Yankoulov trommeln und kieksen sich mit ihrem Ethno-Techno-Mix die Seele aus dem Leib.
Achtung Spoiler! Wer unbedingt warten möchte, bis RTL II eventuell mal Ende 2008 die 6. Staffel im deutschen Fernsehen zeigt, der sollte jetzt nicht weiterlesen. Ich verrate nämlich alles! Eigentlich ist die US-Premiere der neuen Season am kommenden Sonntag, und dann gibt es zum ordentlichen Anfüttern gleich ganze vier Folgen am Stück. Doch wahre Fans haben bereits seit einer Woche die Möglichkeit, den Auftakt zu begutachten. Dumm gelaufen für den Fernsehsender Fox, der sich gedacht hat: „Hey, die ersten vier Folgen werden wir nicht nur im Fernsehen zeigen, die werden wir auch gleich schon mal als DVD rausbringen, damit die gierigen Fans uns ordentlich Kohle rüberschieben.“ Tja, die DVDs sind wohl schon vor der TV-Ausstrahlung bei den Fans im Briefkasten gelandet, und schwupps, liegen sie nun in den torrent-Tauschbörsen zum Download bereit.
Jack Bauer zeigt in den ersten vier Stunden erstaunliche Supermann-Kräfte. Gerade kommt er noch völlig verlottert und verstört aus zweijähriger chinesischer Gefangenschaft zurück nach Los Angeles – er wird gerade mal wieder gebraucht – ist er keine 15 Minuten später frisch rasiert, geschniegelt und mit einem schicken Haarschnitt versehen. Eine halbe Stunde später wird er brutal gefoltert, erhält zwei ziemliche fiese Stichverletzungen, die ihn beinahe töten, und eine Stunde später kämpft er schon wieder mit einem Terroristen in der U-Bahn, als wäre nichts passiert. Ach ja, und am Ende explodiert eine Atombombe in der Innenstadt. Ist zwar nur eine niedliche kleine Kofferbombe, nicht so ein dicker Hiroshima-Brummer, aber auf den Fallout und die hundertausende von Opfern können wir uns für die restlichen 20 Stunden schon mal freuen. Die Drehbuchschreiber haben vermutlich gedacht, sie müssten alles toppen, was sie sich bislang haben einfallen lassen, und nach dem 11. September ist alles möglich und denkbar. Nur wie kommt Jack Bauer da wieder raus? Wird er in Folge 5 aus einem bösen Traum erwachen? Zieht die CTU aus dem sonnig verstrahlten Los Angeles nach Washington? Und nehmen sie dann auch ihre Telefonanlage mit dem schönen Klingelton mit? Schalten sie auch in nächster Zeit wieder ein: The following takes place between 10 am and 11 am …
