Mein E-Mail-Konto quillt heute über vor Glückwünschen. In den meisten Fällen allerdings keine persönlichen, mit Inbrunst verfassten und viel Liebe versandten Geburtstagsgrüße von meinen Liebsten, sondern automatisch erstellte, mit Textbausteinen verfasste und per Zeitschaltuhr-Skript versandte Ehrentags-Vorlagen. Die Bahn schenkt mir 50 Bonuspunkte, die Onlineapotheke einen 5 Euro-Gutschein, Gay-Parship möchte mir ein gar ein Premiumabo zum Sonderpreis andrehen. Mit Schrecken stelle ich fest, in wie vielen Foren, Communities, Datingplattformen und sonstigen Websites mit geschlossenen Benutzergruppen ich im Laufe der Jahre meine Datenspuren hinterlassen habe. Sollte ich aus irgendeinem schwer vorstellbarem Grund mal keinen einzigen Freund mehr auf der Welt haben, der mir gratulieren möchte: die gnadenlosen Website-Roboter werden mich und meinen Geburtstag niemals vergessen.
Kategorie: Internet
2009 14 Jan
Robotergrüße zum Geburtstag
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Mein Singlestatus hat sich mittlerweile bis nach Russland herumgesprochen. In letzter Zeit erhalte ich von dort liebe Nachrichten von Männern mit viel Pelz, dunklen Augen und irgendwelchen Herzinjektionen. Sie geben sich richtig Mühe, mit mir in Kontakt zu kommen, denn sie sprechen dafür sogar reines Hochdeutsch. Hier im Originalton die herzergreifenden Meldungen von Dima und Roman: weiterlesen… »
2007 31 Okt
Beim Surfen ins Nirvana gelangt …
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2007 24 Sep
Chris Crockers YouTube-Karriere
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Chris Crocker legt gleich los: „Lasst endlich Britney in Ruhe!“ schreit der 19-Jährige in seine kleine Videokamera. Tränen schießen ihm in die Augen und die Wimperntusche verschmiert. Rund zwei Minuten lang beschimpft er die Medien, die seine über alles geliebte Britney Spears nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach langer Auszeit bei den MTV-Awards runtergeputzt hatten.
Wer Chris Crockers Videoblog kennt, das er bereits seit einer Weile führt, der ist nicht erstaunt über diesen emotionalen Ausbruch. Denn der Jungschwule hat nicht nur schauspielerisches Talent, er ist zudem ein wirklicher Hardcore-Fan. Sein Zimmer ist vollgestopft mit Britney-Devotionalien, die er gerne herzeigt. weiterlesen… »
Der Postbote bringt drei Pakete, eines für mich, die beiden anderen für meine queer.de-Kollegen M. und D.. „Uih, Werbe-Geschenke“, freue ich mich, und erfahre aus dem Begleitschreiben, dass man mit eis.de einen ganz dollen Erotik-Onlineshop erfunden habe, der sein Geld damit verdienen will, dass er einfach wesentlich günstiger ist, als alle anderen. Ich inspiziere die beigelegten Warenproben, freue mich über Gleitgeltube und Kondome, und wundere mich etwas über die beiden anderen Packungen. weiterlesen… »
Von wegen, über das Internet kann man seine Liebe nicht finden! Chris aus New York nutzt das Web, um ein Date mit Nick aus Chicago zu bekommen. Mit Erfolg. Eine wahre Liebesgeschichte, die man auf YouTube verfolgen kann.
Der 28-jährige Chris ist alles andere als introvertiert. Er hat ein Videoblog auf YouTube, in dem er über seine Versuche berichtet, ein Popstar in New York zu werden. Naja, nicht wirklich, eigentlich hat er nur irgendwo in einem Hotel einen Job an einer Rezeption. Mit seiner irisch-mexikanischen Herkunft und seinen unglaublich blauen Kontaktlinsen in den Augen fällt er auf jeden Fall schon mal auf. Und er hat schauspielerisches Talent. Auch privat hat er ein Ziel. Er möchte, dass Nick aus Chicago sein Boyfriend wird.
Dazu nutzt Chris YouTube. Er schickt Liebesgrüße. Zwischendurch mal irgendwo auf einer festlichen Veranstaltung aufgenommen. Oder live bei sich daheim, in gesungener Form. Er bittet und bettelt auf äußerst charmante Art. Das ist so süß und romantisch, dass es auch den vielen YouTube-Zuschauern das Herz erweicht.
Und das Tolle ist: Seine Online-Offensive hat Erfolg. Nick, der ebenfalls Videoblogger ist, hat ebenfalls eine Botschaft an Chris geschickt, in der er ankündigt, Anfang August für ein paar Tage nach New York kommen zu wollen. Am 30. Juli wird er in den Flieger steigen. Jeder, der die Liebesschwüre gesehen hat, hofft inständig, dass es etwas wird zwischen den beiden.
Richterin Barbara Salesch, Richter Alexander Hold (beide SAT1), und wie die TV-Juristen sonst noch so heißen im deutschen Fernsehen. Das sind alles Weicheier! Das weiß ich, nachdem ich nun das amerikanische Original der Gerichts-Show entdeckt habe: Judge Judy. Seit 1996 ist Judith Sheindlin bereits im US-TV zu sehen, inzwischen läuft die 11. Staffel der Show. Wenn ich es richtig verstanden habe, landen echte Streitfälle mit den real Beteiligten vor ihr, die sich zuvor per Vertrag damit einverstanden haben, das Urteil der ehemaligen Familienrichterin zu akzeptieren. Es sind meist kleine Fälle: Bei einer Ebay-Auktion werden statt der versprochenen Handys nur Fotos der Telefone verschickt. Einem Jungen werden die Kopfhörer seines CD-Players geklaut. Das spannende an diesen banalen Streits vor Gericht ist jedoch Richterin Judy selbst, die – sagen wir mal – etwas exzentrisch ist. Gar nicht leiden kann sie, das ihr jemand nicht in die Augen sieht, während er spricht. Allzu gern unterbricht sie den Redefluss von Klägern und Angeklagten, die sich selbst verteidigen. Aber keinesfalls duldet sie, das man ihr ins Wort fällt. Sie rollt mit den Augen, wenn sie genervt ist, und das ist sie ziemlich schnell. Zynisch und böse wird sie, wenn sie das Gefühl hat, da will sie jemand verschaukeln. „Du bist ein Idiot!“ brüllt sie die Frau an, die die Fotos von den Mobiltelefonen verschickt hat, und tritt nochmal nach. „Du solltest dir besser eine Arbeit suchen!“ Es ist kein Zuckerschlecken, vor solch einer arroganten Zicke zu stehen, aber als Gerichtsshow ist das wesentlich unterhaltsamer als die Salesch-Hold-Shows mit ihren Laiendarstellern. Jugde Judy ist übrigens auf YouTube üppig vorhanden.
2007 2 Jun
Kurztrip zur Castro Street
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Ich bin gerade mal eben in der Castro Street in San Francisco. Ist wenig los auf den Straßen, aber ein sonniger Vormittag. Etwas frisch ist es, die Leute tragen alle dicke Jacken. Aber das stört mich nicht, ich spüre keine Kälte. Von der Marketstreet aus, wo an der Ecke die riesige Regenbogenfahne weht, laufe ich in Richtung Süden. Ah, das thailändische Restaurant, wo ich mit M. zu Mittag gegessen habe. Und etwas weiter „The Bar“. So simpel der Name des Ladens, so geil waren die beiden Nächte mit den netten Leuten, die wir dort verbracht haben. Jetzt ist die Bar verrammelt. Ein Lieferwagen mit „Bud Light“-Logo steht davor, es wird wohl gerade Nachschub gebracht. Rüber auf die andere Straßenseite zum schwul-lesbischen Buchladen „A different Light“. Ich gehe nicht rein, das geht leider nicht, ich schaue mir nur die Auslagen im Fenster an.
Google Maps hat eine neue Funktion, die „Street View“, die die übliche Sicht von oben durch den "Mittendrin-Blick" ergänzt. Das ist ein bisschen gespenstisch. Denn ich kann fast durch ganz San Francisco wandern, das lückenlos mit Fotos erfasst wurde, und mir jede Ecke ansehen. Ich habe eine 360-Grad-Rundumsicht, und kann so nah an die Fotos heranzoomen, das ich die Gesichter der Leute auf den Straßen erkenne und Details in den Schaufenstern sehe. So scharf sind die Bilder. Neben SF sind noch Las Vegas, New York, Miami und Denver virtuell begehbar.
Es ist immer ein wenig irritierend, wenn man auf der Straße Menschen begegnet, die man bislang nur virtuell getroffen hat. Man kennt ihr Gesicht und das, was sie so von sich geben. Lief mir also gestern Abend auf der Höhe Rudolfplatz der Blogosphären-Kollege vom savlog entgegen, einen anderen Mann neben sich zutextend. Mein erster Impuls war, freundlich zu grüßen, mein zweiter, es zu lassen. Der kennt mich ja schließlich gar nicht. Zunehmend begegne ich auch Personen auf der Straße, deren Gayromeo-Profile ich zuvor schon mal besucht hatte. Da ich mir gut Gesichter merken kann, aber häufig die Umstände vergesse, unter denen ich diese Leute – deren Namen mir ebenfalls gern entfallen – getroffen habe, passiert es mir häufiger, das ich Menschen auf der Straße grüße und sie mich, und danach muss ich immer rätseln, woher in aller Welt ich die kenne. Je nachdem, wie überrascht das Zurückgrüßen erfolgt, weiß ich, ob sie sich dieselbe Frage stellen.
Mit dem Update von WordPress auf Version 2.05 kam auch endlich ein funktionierendes Skript für den Import aus meinem alten Blog mit. Herzlichen Dank dafür in Richtung Unbekannt! Alle alten Einträge sind nun hier verfügbar. Ein paar Fehler bei Umlauten und Kategorisierungen müssen noch ausgemerzt werden. Tatsächlich bin ich bereits seit zweieinhalb Jahren Blogger, wie ich überrascht feststellte!

