Luftlöcher sind was ganz fieses, wenn man in sie hinein fällt. Kurz vor Hamburg beginnen die Turbulenzen. Ein paar Stöße zunächst, dann dieses Achterbahngefühl, wenn man schnell mehrere Meter tief sinkt, und plötzlich sackt die Maschine nach unten weg. Kreischende Frauen hinter einem, die Stewardess krallt sich an ihrem Wagen fest, mehreren Leute fliegt der Kaffe um die Ohren. Ich habe meinen glücklicherweise schon auf. "Hui, so schlimm habe ich das ja noch nie erlebt", grinst Micha. Mir ist nicht zum Lachen zumute, so schnell war mir noch nie so flau. Zur Not hätte ich ja die gelbfarbene hlx-Kotztüte gehabt, die mit der Aufschrift: "Vielen Dank für ihre Kritik"
Die Parade ist schon in vollem Gange, Kondome statt Kamelle fliegen gleich dutzendweise. Am Straßenrand gerieren sich die Hamburger, wie man es von ihnen erwartet: Nicht unfreundlich aber doch ein wenig reserviert
Zu vorgerückter Stunde auf dem Straßenfest benehmen sich die Hamburger alles andere als zurückhaltend. Erfolgreich können wir einer Polonaise ausweichen. Am Stand der Bar Daniel's direkt an der Binnenalster läuft die beste Party-Musik, dort herrschen bald kölsche Verhältnisse. Und nackt getanzt wird auch. Erkenntnisgewinn: Nach zwei Weizenbier kann man ruhig noch ein paar Heineken trinken. Und die Jungs aus Tadschikistan sind nicht zu verachten…
Die Tunte in der Trockensauna versucht dem Italiener zu erklären, das Norbert Blüms Tochter mal zur Miss Uruguay gewählt wurde. Der Italiener flieht, wir beschließen, das mal zu recherchieren. Die viele Kondomverteilerei scheint nicht wirklich zu helfen. Der Typ, mit dem wir uns im Dunkelkeller vergnügen, will bare gefickt werden, weil halt grad kein Gummi zur Hand ist…
Dennis und Scott sitzen mit uns an den Binnenalster, die Flasche Bourbon ist fast leer, dafür gibt es aber noch Apfelkorn aus dem Rucksack und der Jägermeister-Promostand ist auch nicht weit. Nach dem Heineken-Samstagabend hatten wir eigentlich im Sinn, bei Cola Light zu bleiben, doch mit den Beiden ist das irgendwie nicht möglich.
