gesehen auf dem CSD Hamburg
Archiv: Juni 2004
Luftlöcher sind was ganz fieses, wenn man in sie hinein fällt. Kurz vor Hamburg beginnen die Turbulenzen. Ein paar Stöße zunächst, dann dieses Achterbahngefühl, wenn man schnell mehrere Meter tief sinkt, und plötzlich sackt die Maschine nach unten weg. Kreischende Frauen hinter einem, die Stewardess krallt sich an ihrem Wagen fest, mehreren Leute fliegt der Kaffe um die Ohren. Ich habe meinen glücklicherweise schon auf. "Hui, so schlimm habe ich das ja noch nie erlebt", grinst Micha. Mir ist nicht zum Lachen zumute, so schnell war mir noch nie so flau. Zur Not hätte ich ja die gelbfarbene hlx-Kotztüte gehabt, die mit der Aufschrift: "Vielen Dank für ihre Kritik"
Die Parade ist schon in vollem Gange, Kondome statt Kamelle fliegen gleich dutzendweise. Am Straßenrand gerieren sich die Hamburger, wie man es von ihnen erwartet: Nicht unfreundlich aber doch ein wenig reserviert
Zu vorgerückter Stunde auf dem Straßenfest benehmen sich die Hamburger alles andere als zurückhaltend. Erfolgreich können wir einer Polonaise ausweichen. Am Stand der Bar Daniel's direkt an der Binnenalster läuft die beste Party-Musik, dort herrschen bald kölsche Verhältnisse. Und nackt getanzt wird auch. Erkenntnisgewinn: Nach zwei Weizenbier kann man ruhig noch ein paar Heineken trinken. Und die Jungs aus Tadschikistan sind nicht zu verachten…
Die Tunte in der Trockensauna versucht dem Italiener zu erklären, das Norbert Blüms Tochter mal zur Miss Uruguay gewählt wurde. Der Italiener flieht, wir beschließen, das mal zu recherchieren. Die viele Kondomverteilerei scheint nicht wirklich zu helfen. Der Typ, mit dem wir uns im Dunkelkeller vergnügen, will bare gefickt werden, weil halt grad kein Gummi zur Hand ist…
Dennis und Scott sitzen mit uns an den Binnenalster, die Flasche Bourbon ist fast leer, dafür gibt es aber noch Apfelkorn aus dem Rucksack und der Jägermeister-Promostand ist auch nicht weit. Nach dem Heineken-Samstagabend hatten wir eigentlich im Sinn, bei Cola Light zu bleiben, doch mit den Beiden ist das irgendwie nicht möglich.
Birds flying high
you know how I feel
Sun in the sky
you know how I feel
Breeze driftin' on by
you know how I feel
It's a new dawn
It's a new day
It's a new life For me
And I'm feeling good
Fish in the sea
you know how I feel
River running free
you know how I feel
Blossom on the tree
you know how I feel
It's a new dawn
It's a new day
It's a new life
For me And I'm feeling good
Dragonfly out in the sun
you know what I mean, don't you know
Butterflies all havin' fun
you know what I mean
Sleep in peace when day is done
That's what I mean
And this old world is a new world
And a bold world
For me
Stars when you shine you know how I feel
Scent of the pine you know how I feel
Oh freedom is mine
And I know how I feel
2004 9 Jun
Blau-gelb-rot-grünes Wunder
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Leute, die vor der Benutzerführung der neuen Fahrscheinautomaten verzweifeln oder ihren Videorekorder nicht mehr programmiert kriegen, sind häufig älteren Semesters. Muss ich mir langsam Sorgen über mich selber machen, weil ich den Abfuhrplan der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe nicht verstehe? Nein, ich werde mich nicht darüber echauffieren, dass seit der jüngst erfolgten Umstellung auf hauseigene Tonnen für Papier und Verpackungsabfälle sämtliche Behälter ständig überquellen. Das wäre ja spießig! Nur bleibt der genaue Abfuhrtermin für mich ein Mysterium, trotz des Flyers mit Kalender, der gestern im Briefkasten lag. Den Termin zu kennen, ist aber überlebensnotwendig, denn irgendwie will man ja seine eigene Papiermüllhalde in der Wohnung auch mal loswerden, wenn der Container just frei ist. Nur kurz für alle Nicht-Kölner: Es gibt blaue Tonnen für Papier und gelbe für Verpackungen. Auf den Tonnen kleben rote, hellrote, grüne oder hellgrüne Aufkleber. Es gibt grüne und rote Abholwochen für blaue Tonnen und hellrote oder hellgrüne Abholwochen für gelbe Tonnen. Und es gibt einen Abholkalender, in dem alles so schön bunt ist (Foto). Kann mir einer mal helfen? Vielleicht sie da, junger Mann?
Stand heute in der Welt: Der Forscher Andrew Pelling, der sich mit Nano-Biotechnologie beschäftigt, erkundet nicht nur die mitunter fantastisch ausstehenden Zellstrukturen verschiedener Materialien, er zeichnet auch den Sound dieser Zellen auf. Die Zellmembranen bewegen sich nämlich mit unterschiedlichen Frequenzen. Mit einem speziellen Mikroskop, das atomare Strukturen auflöst, lässt sich das Singen und Surren der Zellen aufzeichnen. Die Medienkünstlerin Anne Niemetz hat daraus eine Komposition gemacht. Die ruhig vor sich hin singenden Hefezellen (Foto) sollen übrigens quieken, wenn man Alkohol auf sie schüttet. Meine Zellen grummeln dagegen heute, weil sie bei dem wunderbaren Wetter im dunklen Büro sitzen müssen… The dark side of the cell

Wenn ich mich gerade schon mal bei Science Fiction aufhalte: Manche werden sich vielleicht noch an "Mondbasis Alpha" (im Original "1999") erinnern, die aufwändig inszenierte Science Fiction Serie, die die BBC Mitte der Siebziger drehte: Durch eine Atomexplosion wird der Mond am 13. August 1999 aus dem Sonnensystem katapultiert. Ja, ich habe damals die Sammelklebebildchen in das dazugehörige Album gesteckt und ich besaß auch zwei selbstgebastelte Modelle der "Eagle"-Fluggeräte. Die Ausstattung ist, wenn man sich die Serie heute noch mal ansieht, zum Kreischen: Der Computer spuckt Kassenbons mit Daten aus, Klappzahlenwecker und elektronische Schreibmaschinen stehen inmitten eines typischem Seventies-Designer-Interieurs. Sci-Fi im campen Retro-Look. Wunderbar auch der ständige Konflikt zwischen vorbehaltloser Technikgläubigkeit und ökologischer Bewegung, der in den Folgen eine große Rolle spielt. Es gibt tatsächlich auch eine englischsprachige Mailingliste für schwule Moonbase Alpha-Fans, in die auch heute noch fleißig gepostet wird. Infos zur Gaybase Alpha-Mailingliste
23 Folgen hat Captain Jonathan Archer dieses Mal gebraucht, um die Erde vor ihrer völligen Zerstörung zu bewahren, eine ganze düstere Season lang. Die letzte Folge der dritten Staffel ist in den USA Ende Mai über den Schirm gegangen, über das Internet gelangte sie nun auch zu mir. Der Sender UPN hat lange mit einer Entscheidung, ob es denn nun eine vierte Staffel geben wird, gezögert. Doch rechtzeitig vor dem Finale der dritten Season gab es grünes Licht: Im Herbst 2004 wird es weitergehen. Dann werden wir wohl auch erfahren, wie der abstruse Cliffhanger aufgelöst wird (wer sich überraschen lassen möchte, bitte hier nicht weiterlesen): Durch eine Zeitverschiebung, die durch die Rettungsaktion der Enterprise hervorgerufen wurde, befindet sich das arg demolierte Raumschiff dummerweise in den späten 1940er Jahren, böse Nazis halten den verletzten Captain gefangen und einer der Nazis ist ein Alien…
Radio NRW aus Oberhausen liefert das Rahmenprogramm für die NRW-Lokalradios, unter anderem die Weltnachrichten. Dabei kann Einiges schief gehen, wie diese Aufzeichnung beweist… radio_nrw_panne.mp3 (449k file)
Seit Wochen reden wir schon darüber, das wir nun bald mal den Balkon bepflanzen sollten, doch irgendwie fehlte uns die Muße, das nächste Blumencenter aufzusuchen, Blumenerde zu schleppen und Pflanzen umzutopfen. Manchmal muss man aber einfach nur ein bisschen Geduld haben und abwarten. Heute Morgen erstrahlte diese Mohnblume in unseren Blumenkästen, in denen gerade wild wächst, was der Wind heran getragen hat.
