
Ich bin ein elender Schlüsselvergesser. Jemand, der seine Pfortenöffner irgendwo liegen lässt, aus Unachtsamkeit, aus Sorglosigkeit. Komischerweise aber immer nur, wenn Micha gerade mal nicht da ist. Wenn das Liegenlassen also so richtig dämlich ist. Am Dienstag ist es mir wieder passiert. Um kurz vor sechs verlasse ich das Büro, wandere noch zur Post, steige in die Linie 12. Verlasse sie extra eine Station früher, weil ich noch zur griechischen Pommesbude will, eine fette Portion Gyros-Pommes bestellen. Laufe rüber zum Pennymarkt, weil das Bier zuhause alle ist. Kurz vor der Haustüre merke ich, dass der Schlüsselbund nicht in der Hose steckt. Toll, mein Magen knurrt, ich bin bepackt mit einer Tüte voll Billigbier sowie einer dampfenden Knoblauchbombe, und kann jetzt wieder zurück in die Innenstadt…
Archiv: September 2004
2004 22 Sep
Kommunalwahlkampf V – Heute: die FPD
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Freitagabend: Völlig verschwiegen hat der „hinnerk“ unsere Lesung nicht – im Terminlisting tauchte sie auf – dafür wurde aber eine falsche Uhrzeit abgedruckt. Immerhin kamen noch acht Personen, die auf „Fremdgehen macht glücklich“ neugierig waren. Während Wolfram Setz eigentlich nur gekommen ist, um – wie man es von ihm gewohnt ist – zu provozieren (siehe Michas Weblog), versuchte Rüdiger Lautmann die Zeitgeistigkeit unserer These auszuloten. Mit einer intellektuellen Auseinandersetzung über die von uns notierte „oral history“ hatten wir nicht gerechnet. Den Ex-Zwickauer, der uns noch ins Gnosa begleitete, hätte ich gern geküsst, doch man will ja nicht unhöflich sein. Zum einen ist da ja noch der liebe Buchhändler, zum anderen ist nicht sicher, ob Micha und vor allem auch der junge Leser gerne mitgeküsst hätten. Stattdessen ziehen Micha und ich noch schnell nach St. Pauli, um dort original thailändisch zu speisen. Pet pet, arroi, arroi!
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Gestern Abend war Premierenlesung im Midnight Sun in Köln. Mit rund 40 BesucherInnen war mehr los als „an mancher Sexparty hier“, gestand Tim, Betreiber der Cruisingbar. Nett war’s, die Leute hatten ihren Spaß, wir ebenfalls. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die tiefen Stimmen, die Micha und ich heute Morgen haben, vom vielen Vorlesen oder vom vielen Beck’s her rühren. Die nächsten Lesungstermine unter www.fremdgehen-macht-gluecklich.de
2004 14 Sep
Kommunalwahlkampf IV – Heute: nochmal die CDU
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Die Kendenicher in Köln-Zollstock ist eine friedliche Straße mit Tempo-30-Zone, an die sich keiner hält, mit ruhigen Nachbarn, da der Friedhof gegenüber liegt, und vor allem mit sauberen, ordentlichen und zufriedenen Menschen. Doch seit kurzem ist das Glück zerstört, der Frieden dahin, denn es gibt in der Kendenicher Straße Leute, die einen Hund haben, und solche, die einen Vorgarten besitzen. Wenn Tier und Natur aufeinander treffen, dann gibt es Stress in Form von Hundekot. Nun ja, besser die Tiere scheißen in den Vorgarten statt mitten auf den Gehweg, mag sich der hundelose Spaziergänger denken, doch er hat nicht den Zorn des Grünflächenbesitzers bedacht. Der ist groß, so groß, dass er mal wasserfeste Schilder in die Hecke hängt („Unser Garten ist kein Hundeklo!“). Oder dass er, wie heute zu sehen, Bannkreise aus Kreide um die kleinen Häufchen auf den Boden malt, versehen mit einer unmissverständlichen Klage: „Muss das sein?“ Fragen wir den Hund, der weiß die Antwort.
Weitere Hundekot-Geschichten hier…

Öh. liebe Leute von der LSU, welche Asche wollt ihr nicht behüten und meint ihr mit “Flamme bewahren” so was wie “Typ aufreißen”?
Noch kryptischer die lesbische Botschaft: “Nicht ein Hängen an dem was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.” Amen…
gefunden auf der Webseite der LSU

Jeden Morgen um 6:40 Uhr springt unser Wecker an, was aus dem Lautsprecher dudelt, weckt uns gründlich. Wir wippen mit den Zehen und prusten vor uns hin. „Schönes bleibt“ wirbt WDR4, der Sender für Volksmusik und deutschen Schlager für sich. „Trash macht munter“ würde auch passen. Ältere Moderatoren brabbeln altbackenen Unsinn vor sich hin, Dschingis Khan reitet wieder nach Moskau ein („Kosaken, he he, he, hebt die Gläser!“), in der heavy rotation ist derzeit der Hit, der uns auffordert: „Komm, fahr mit mir nach Ka-na-daaa“, und unbekannte Schlagersternchen berichten über halluzinogene Zustände in der Vorpubertät. Ganz hab ich den Text nicht mehr im Kopf, aber sinngemäß: „Als Kind lief ich zum Bade, mit dem Malbuch unterm Arm, und stellte mir die Frage, welche Farbe hat die Welt? Ist sie schwarz oder weiß, ist sie gelb oder grün, rot wie die Rose oder braun wie das Pferd?“



