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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: Januar 2005

2005 31 Jan

Nochmal Lindenstraße

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1000_c (9k image)
Nach vielen Jahren der Abstinenz habe ich mir die Jubliäumssendung dann doch mal angetan, und mich die ganze Zeit darüber gewundert, wie alt all die vertrauten Gesichter geworden sind. Vor allem Annemarie Wendl alias Else Kling ist nur noch Haut und Knochen. Vor ein paar Monaten sah ich die fast 90-Jährige noch auf der Straße. Da kam sie mir schon so zerbrechlich vor. Eine kleine ganz schmale Frau, tiptop frisiert und geschminkt, die schwer gebeugt mit ihrem Spazierstock den Friesenwall entlang schritt.
22,5 Prozent Quote meldet die ARD zur 1.000 Folge, rund drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche, mit mir haben also rund 7 Millionen Menschen zugeschaut. Völlig unglaubwürdig erscheint mir als Außenstehender die Rolle des Else Kling-Sohnemanns als potentieller Serienkiller. Göttlich dagegen der Streit zwischen Helga (Marie-Luise Marjan) und Hans (Joachim Hermann Luger), die mit einem Riesen-Ficus im Fahrstuhl festsitzen und ihre gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten.

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2005 27 Jan

Test-Eintrag Nr XY

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blubber

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anders (17k image)
Die Lindenstraße feiert 20-jähriges Bestehen und die 1.000 Folge am kommenden Sonntag. Derzeit hängen vier sehr hübsche Plakatmotive im Groschenroman-Stil in den Städten. Sehr schöne Idee. Die Poster kann man als pdf hier downloaden.

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space99 (12k image)
Dr. Helena Russell sitzt an ihrem geschwungenen Arbeitstisch und schreibt an einem medizinischen Bericht. Auf einer elektrischen Schreibmaschine. Währenddessen dreht sich Commander John Koenig noch einmal in seinem Bett um, der Klappzahlenwecker zeigt gerade mal sechs Uhr morgens. Es ist noch still auf der Mondbasis Alpha 1 im Jahre 1999. Doch die nächste Katastrophe kommt bestimmt…
Ach, wat war dat schön, damals in den Siebzigern. Raumschiff Enterprise war längst schon wieder mit Warp fünf in den Tiefen des Weltalls entschwunden, als plötzlich der Mond explodierte, und 311 Männer und Frauen künftig auf dem Erdtrabanten um ihr Überleben kämpfen mussten. Samstag für Samstag im ZDF. Ich erinnere mich lebhaft an viele Szenen der britischen Science Fiction Serie. Die große Zentrale der Mondbasis, wo junge Männer und Frauen in hautengen cremefarbenen Uniformen ihren Dienst tun. Die Fernedienungen am breiten Plastikgurt, mit denen man umständlich die Türen öffnen und schließen mußte, und die zugleich kleine Videotelefone waren. Die rosafarbene Tunnelbahn. Die große Computerwand, aus der immer die Rechenergebnisse bevorstehender Kollisionen per Papierstreifen ausgespuckt wurden.
Ebenfalls erinnere ich mich, dass ich die Klebebildchen für das Mondbasis Alpha1-Sammelheft wie blöd gekauft habe. Und auch die filigranen Fluggeräte, die Adler, von denen ich mehere Plastikmodelle zusammen geklebt habe, und die mindestens so häufig zu Bruch gegangen sind, wie in der Serie.
Das Wiedersehen – die ersten Folgen sind jetzt auf DVD erschienen – ist verblüffend erkenntnisreich: Die Kulissen sind reine 70er-Jahre Designstudien. So manchen geschwungenen Plastiksessel hätte man heute gern in der eigenen Wohnung stehen. Aber auch die Handlungen sind so fest im Zeitgeist der Siebziger verankert, dass man kreischen möchte. Der Mond wird aus der Bahn gerissen, man erinnert sich, weil die Atommüll-Lager explodieren. Der technikgläubige Wissenschaftler auf der Station wird von Folge zu Folge belehrt, dass Maschinen eben nicht alles können. Ständig fliegt der Mond an esoterisch angehauchten Aliens oder Flower-Power-Planeten vorbei. Die vermeintlichen Peace-Paradiese entpuppen sich aber stets als Trugbilder oder als wahre Horrortrips. In der zweiten Staffel kam die außerirdische Maya dazu, eine vermeintliche Frau, die – ganz transgender – jede beliebige Lebensform und jedes Geschlecht annehmen konnte. “Space 1999″, wie die Serie im Original heißt, ist nach 30 Jahren camper Sci-Fi-Kult mit unterhaltsamen Trash-Faktor.

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2005 24 Jan

Uff Wiederlurge!

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gummi (8k image)
Andere Länder, andere Sprachen. Das gilt auch für die deutschsprachigen Nachbarn. Auf unserer Lesereise nach Wien und Zürich am Donnerstag und Freitag sind uns viele merkwürdige Sprachschöpfungen begegnet. Zum Beispiel das Schild mit der Aufschrift „Aufgußglocke“ über dem Klingelknopf in der Trockensauna im Kaiserbründl in Wien. Zeitweise schwer zu verstehen war auch der junge Mann, mit dem wir die Nacht nach der Lesung verbringen. Naja, vielleicht lag’s auch am Bier. In der Schweiz klingt es nicht besser. „Uff Wiederlurge“ verabschiedete uns die Stimme vom Band am Flughafen. Und wenn die sehr lieben Gastgeber auf uns ausnahmsweise mal keine Rücksicht nahmen, wurde ihr Deutsch zu einem melodischem Gegurgel mit sehr vielen “Chchch”-Lauten. Auch die Anti-Bareback-Kampagne der Schweizer Aids-Hilfe (siehe Bild) ist nicht so ohne weiteres auf Deutschland übertragbar. „Einfahrende Gummis“ sind hier zwar vor allem im Ruhrgebiet sprachlich verständlich, aber nicht wirklich gebräuchlich…

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id004 (16k image)
Das Kölner Musiklabel iD gibt es nur im Internet, anzubieten hat es mittlerweile 15 Produktionen. Überwiegend elektronische Musik von diversen, eher unbekannten Künstlern, allerdings technisch und künstlerisch auf hohem Niveau. Das Schönste ist: Die wunderbaren Klangwerke stehen allesamt kostenlos zum Download parat, wählbar im mp3- oder ogg-Format, samt Cover und CD-Label. Vervielfältigung unbedingt erwünscht, solange es nicht kommerziell ist. Die Macher von iD sagen selbst über Label: „iD steht für Identität. iD.EOLOGY bildet eine Plattform für Identitäten. Denn iD.EOLOGY verteilt iDs an Künstler um ihnen im virtuellen Raum einen Platz, eine Möglichkeit für Veröffentlichungen zu geben. Deshalb strebt unser Label einen Ort für Kommunikation zwischen Musikern, Grafikern, Designern, Textern sowie Zuhörern und Zuschauern an. Gleichzeitig funktioniert das Label als Auslage und bietet den freien Zugang zu den Inhalten, sortiert nach iDs.“

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2005 16 Jan

Das ARAL-Chaos und die SPD

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aral (10k image)
Aufregung an der Aral-Tanke am Zollstock-Gürtel. Die bieden Mädels, bei denen ich sonntags immer Brötchen und Zeitung hole, hüpfen wild hin und her zwischen der Kasse und den Zapfsäulen. Irgendetwas ist ausgefallen. Man kann wohl tanken, aber die Anzeigen lassen sich nicht zurückstellen, und Quittungen können nicht ausgedruckt werden, oder so. Alle Kunden sollen ihre Personalien auf kleine Zettel schreiben beim Bezahlen, damit der derzeit unerreichbare Chef keinen Stress macht, sollte einer zu wenig bezahlt haben. Die Tankenden sind genervt, die Mädels hilflos. „Das ist der Anfang vom Ende“, unkt einer der Autofahrer, und meint das ganz ernst. „So sieht bald überall das totale Chaos aus, wenn wir noch lange die SPD an der Regierung haben.“

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2005 13 Jan

Labyrinthe im Ballett Schindowski

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2005 10 Jan

Der Lover von Oberst Redl

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Der ungarische Regisseur István Szabó verfilmte 1984 die wahre Geschichte des k.u.k-Offiziers Alfred Redl, mit dem unglaublich guten Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle. 1985 gab es zumindest eine Oscar-Nominierung für den besten nichtenglischsprachigen Film. Den Streifen habe ich wahrscheinlich so um 1986 herum im Fernsehen gesehen, zu einer Zeit also, wo ich noch nicht offen schwul gelebt habe. Nicht nur deswegen hat mich die Story um den homosexuellen Oberst so fasziniert. Als ich mir heute ein Szenenbild anschaute, fiel mir wieder ein, worin mein besonderes Interesse an dieser Verfilmung bestand. Oberst Redl lebte eine zeitlang heimlich mit seinem Lover Alfredo Velocchia zusammen, gespielt von dem äußerst gut aussehenden Schauspieler Lázló Gálffý, der 1984 Anfang 30 war (siehe Bild rechts, zum vergrößern drauf klicken). Eine kleine Google-Recherche zeigt, dass Lázló auch heute noch in kleineren Rollen in Ungarn tätig ist. Allerdings habe ich ihn auf den aktuellen Bildern – jetzt als 50-Jähriger – nicht mehr wieder erkannt. „Oberst Redl“ läuft auf arte am 16.1. (20:45), 17.1. (23:55) und 27.1. um 15:15.

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2005 6 Jan

Der Vorratskalkulator

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notvorrat (13k image)
In diesen Zeiten der Tsunamis, Wirbelstürme, Kriege, 16-Millionen-Lotto-Jackpots und sonstiger Katastrophen muss man sich ja so seine Gedanken machen über die eigenen Risiken. Und wie man das nächste mögliche Unglück in Köln-Zollstock überlebt. Wie gut, dass es Renate Künast gibt. Die Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sorgt sich nämlich mit mir um mich und gibt mir einen heißen Tipp, wie ich es am besten packe. Vorräte schaffen, ist ihre Losung. Renate scheint unseren Kühlschrank gut zu kennen, der notorisch leer ist. Sie warnt deshalb eindringlich auf ihrer Webseite ernaehrungsvorsorge.de: „Dabei gibt es neben einem zum Glück heutzutage bei uns sehr unwahrscheinlichen Kriegsszenario zahlreiche friedenszeitliche Krisensituationen, die zu einer Verknappung von Lebensmitteln und damit zu Versorgungsengpässen führen können. Hierzu zählen z.B. Naturkatastrophen (z.B. Hochwasser), Tierseuchen (z.B. MKS) oder schwere Unglücksfälle in großtechnischen Anlagen (z.B. Kernreaktorunfälle).“
Damit uns der Magen nicht knurrt, während wir daheim die Folgen des kommenden Kernreaktorunfalls abwarten, gibt es einen „Vorratskalkulator“. Der spuckt – „clever kalkuliert“ – für zwei Männer im Alter zwischen 25 und 50 folgende, etwas ratlos machende Liste aus:
Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln: 10,8 kg
Gemüse, Hülsenfrüchte: 4,8 kg
Obst: 4,8 kg
Getränke: 72,80 l
Milch, Milchprodukte: 10,8 kg
Fisch, Fleisch, Eier: 4,8 kg
Fette, Öle: 1,2 kg

Sollte die Katastrophe länger als die geplanten zwei Wochen dauern, gibt es glücklicherweise noch „praktische Tipps zum Haltbarmachen von Lebensmitteln“.

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