
Das Grauen startet mit drei ohrenbetäubenden Fieptönen, gefolgt von einem albernen Gongschlag. Die KVB versucht mal wieder eine Durchsage. „Hier spschrischt die Leitschstelle der Kölner Ver-krcks-betriebe mit einer frck-ichtigen Durschsage fffffffffffahrgäschte der Linie 12.“ Na prima, ich sitze in der Linie 12, und verstehe nur Bahnhof. Der Sprecher scheint Mikrofonangst zu haben. Er klingt, als halte er möglichst großen Abstand zur Sprechanlage. Die Kollegen, die im Hintergrund krakeelen, sind besser zu verstehen, als er. Zudem scheint die Funktechnik aus dem vorletztem Jahrhundert zu stammen. Wahrscheinlich arbeiten die noch mit alten schwachen Röhrenverstärkern. Ich meine, es ist ja löblich, die Fahrgäste informiert zu halten, die werden sonst nämlich immer ganz schnell ganz unwirsch. Aber warum man dazu eine Technik benutzt, die für fahrende Bahnen unter Starkstromleitungen – also einem Umfeld mit extrem vielen elektrischen Störungen – völlig unbrauchbar ist, ist mir ein Rätsel. Zwei Minuten lang prasselt, kracht und quäkt es in maximaler Lautstärke aus den Lausprechern, mühselig rekonstruiere ich aus dem Lärmstrudel die Information, dass irgendwo auf dem Weg der Linie 12 ein Wasserrohrbruch die Weiterfahrt unmöglich macht und deswegen irgendwo anders Ersatzbusse fahren. „FFFFir bitten um ihr – krck – Verschschtändnis…“
Archiv: Februar 2005

Das Grauen startet mit drei ohrenbetäubenden Fieptönen, gefolgt von einem albernen Gongschlag. Die KVB versucht mal wieder eine Durchsage. „Hier spschrischt die Leitschstelle der Kölner Ver-krcks-betriebe mit einer frck-ichtigen Durschsage fffffffffffahrgäschte der Linie 12.“ Na prima, ich sitze in der Linie 12, und verstehe nur Bahnhof. Der Sprecher scheint Mikrofonangst zu haben. Er klingt, als halte er möglichst großen Abstand zur Sprechanlage. Die Kollegen, die im Hintergrund krakeelen, sind besser zu verstehen, als er. Zudem scheint die Funktechnik aus dem vorletztem Jahrhundert zu stammen. Wahrscheinlich arbeiten die noch mit alten schwachen Röhrenverstärkern. Ich meine, es ist ja löblich, die Fahrgäste informiert zu halten, die werden sonst nämlich immer ganz schnell ganz unwirsch. Aber warum man dazu eine Technik benutzt, die für fahrende Bahnen unter Starkstromleitungen – also einem Umfeld mit extrem vielen elektrischen Störungen – völlig unbrauchbar ist, ist mir ein Rätsel. Zwei Minuten lang prasselt, kracht und quäkt es in maximaler Lautstärke aus den Lausprechern, mühselig rekonstruiere ich aus dem Lärmstrudel die Information, dass irgendwo auf dem Weg der Linie 12 ein Wasserrohrbruch die Weiterfahrt unmöglich macht und deswegen irgendwo anders Ersatzbusse fahren. „FFFFir bitten um ihr – krck – Verschschtändnis…“
2005 15 Feb
Für alle, die hier denken, ich sei inzwischen für immer verreist…
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…ich bin nur a) gerade im Hyperstress und b) erkältet. Wie so ziemlich alle Kölner derzeit. Punkt b) meine ich. Heute morgen hat mich die Bäckersfrau nicht mehr verstanden, als ich nach ein paar Schoko-Croissants krächzte. Sie zeigte mit ihrem unverschämt gesunden Finger auf die vermeintlich georderte Backware. Ich nickte eifrig mit meinem kranken Haupt. „Oh, warste feiern?“ lautet die Standardfrage erfahrener Jecken, die mir in diesem Zustand (unrasiert, schwitzend, Ringe unter den Augen, quiekend) begegnen. Das ist jedes Mal die Gelegenheit für mich, mit der Tatsache aufzutrumpfen: „Das ist ja das Gemeine dabei. Ich war noch nicht mal aus während Karneval.“ Dadurch erhasche ich einen wesentlich höheren Grad an Mitleid. Das Foto ist übrigens ein Sujetbild. Meine aktuelle Temperatur während der Erstellung dieses Textes: 38 Grad Celsius. Beileidsbekundungen bitte per Kommentar-Funktion an mich…
