Mehrere Besuche im queercom-Büro in den vergangenen Tagen, die zu denken geben. Sind die Hartz IV-Opfer bereits alle auf der Straße unterwegs, verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Einkommen? „Brauchen Sie Putzfrau?“ fragt die junge Frau. „Nein“ entgegne ich wider besseren Wissens und mühsam den vor Dreck starrenden Büroboden ignorierend. „Brauchen Sie Praktikantin?“ fragt sie weiter. „Für was?“ „Für Sekretariat!“ „Nein, leider auch nicht.“ Zwei Tage später: „Hey, braucht Ihr nen Fensterputzer“, fragt der langhaarige Spätdreißiger. Wieder kriege ich rote Ohren (die Fenster sind vor einem Jahr das letzte Mal mit einem Schwamm in Berührung gekommen) und lüge „Nein, leider.“ Heute betritt ein kleiner Japaner in den Fünfzigern das Büro, verneigt sich höflich: „Konnichi Wa! Ich verkaufe diese kleinen Blumen.“ „Das ist sehr süß“, bedanke ich mich und finde die kleine Kakteensammlung tatsächlich nett. „Die würden aber bei uns nicht lang überleben“, winke ich ab. Eine weitere Verbeugung, weg ist er. Wer kommt als Nächstes?
