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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: April 2005

2005 28 Apr

1979 Minuten

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Exakt 1979 Minuten Film habe ich mir in der vergangenen Woche angesehen, das sind 33 Stunden. Wenn man die Wartezeiten bis zum Beginn des Filmes dazurechnet, die Anmoderationen, die Verzögerungen durch technische Störungen, etc., habe ich wohl knappe zwei Tage im Kinosaal verbracht. Etwa 50 Filme habe ich in dieser Zeit konsumiert, darunter viele Kurzfilme, manch gut gemeinte aber nicht gekonnte Video- und Spielfilm-Produktion, und ein paar wenige Perlen. Darunter zum Beispiel „Colours Blossom“, den ich mir gerade eben zuletzt angeschaut habe. Oder die Doku „Gan (Garden)“, die einen Preis für die beste Doku erhalten wird heute Abend auf der Abschlussgala. Auch „Sud Pralad“, den thailändischen Film, der sogar zwei Preise erhalten wird, habe ich tapfer bis zum Schluss durchgestanden (der zweite Teil im Dschungel, wo nichts passiert, ist so elendig lang). Eine Bitte habe ich noch an alle Nachwuchsfilmemacher. Schmeißt Eure Geräusche-CD mit dem Gewitter und dem Meeresrauschen weg, die ihr irgendwie alle besitzt. Die Handlung wird dadurch nicht dramatischer! Wen es interessiert, die komplette Liste der gesichteten Filme gibt es unter „weiterlesen“

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2005 28 Apr

Mein erster Transensex

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pizzasalami (16k image)
Ich hatte Sex mit einer Transe! Und habe es nicht einmal gemerkt. Gestern Abend war es, im Kinosaal „Valentino Due“. Ich kam zu spät zu „Dorian Blues“, setzte mich, da ich nichts erkennen konnte, schnell irgendwo hinten in eine Reihe, ganz an den Rand. Der Film war recht witzig. Das fand auch der Typ vor mir, der die ganze Zeit kicherte und giggelte. Irgendwann drehte er sich um, lachte mich an und anschließend mit mir gemeinsam über die lustigen Dialoge eines Jungen im Coming Out mit seinem Psychologen. Was ich erkennen konnte vom Vordermann war ein sehr breites Grinsen und langes schwarzes Jahr, dass zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden war. Ungefähr mein Alter, dunkle Haut, eventuell Südamerikaner, so vermutete ich. Irgendwann landete gaanz zufällig sein Arm erst auf der Sessellehne, schließlich seine Hand auf meinem Knie. „Warum nicht?“ dachte ich mir, schließlich hatte ich die ganze Zeit noch nichts erlebt in Turin, und rutschte gaanz unauffällig eine Reihe nach vorn, direkt neben ihn. Die Reihe war ansonsten leer, vor und hinter uns genug Abstand zu anderen Besuchern. Wir begannen unsere erotische Erkundungstour und verwandelten den seriösen Kinosaal für ein paar Minuten in ein ordinäres Pornokino. Immer in der stimulierenden Gefahr, „erwischt“ zu werden. Ich kam, er kam. Während wir uns mit Papiertaschentüchern sauber wischten, tauschten wir noch Namen (Mick/Christian), Herkunftsland (Philippinen/Deutschland) und Beruf (Friseur/Journalist) aus. Anschließend widmeten wir uns, als sei nichts geschehen, wieder ganz dem Film. Heute habe ich ihn wieder gesehen. SIE trug jetzt das lange Haar offen, dazu lange Glitzerohrringe, Make-up im Gesicht, einen kurzen Rock sowie hochhackige Schuhe. Und unter dem hautengen schwarzen Tanktop zeichneten sich deutlich sichtbar zwei kleine Brüste, die noch wachsen wollen, ab. Ich lächelte sie an, sie lächelte zurück. Ein bisschen war ich aber doch froh, das ich nur nach unten und nicht nach oben gegriffen hatte.

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2005 26 Apr

Alles Schokolade

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chocopass (7k image)
Turin ist die Hauptstadt der Schokolade. Seit dem neunzehnten Jahrhundert. Sagt das Tourismusbüro. Und um das zu beweisen, gibt es für Besucher den „ChocoPass“. Für zehn Euro darf man innerhalb von 24 Stunden an zehn verschiedenen Orten diverse Schokospezialitäten probieren. Ich hatte heute nur einen Vormittag Zeit, um die mehrere Kilometer lange ChocoPass-Reise durchzuziehen. Pech bei den beiden ersten Stationen. Wegen des gestrigen Nationalfeiertages haben sie heute geschlossen. Im Cafe Pepino dann die erste Überraschung. Die heiße Schokolade, die mir in der kleinen Tasse serviert wurde, war keine Milch mit Kakaopulver wie ich dachte, sondern tatsächlich heiße flüssige Schokolade. Zartbitter, sehr süß und sehr lecker. Zehn Minuten später bekomme ich im Café San Carlo eine Waffel mit zwei Kugeln Schokoladeneis in die Hand gedrückt. Cremig, sahnig, gut. Ich klappere vier „Confetterias“ ab, kleine Schlemmertempel, die Vitrinen mit Unmengen von Konfekt, Pralinen und Trüffel präsentieren. Die papiernen Gutscheine des ChocoPass verwandeln sich überall in süße kleine Schokodrogen. Letzte Station ist das Café Bicerin am Rande der Altstadt. Dort bekomme ich einen von Marzipan ummantelten Schokoladenkuchen serviert (Foto). Leider etwas trocken und der Zucker knirscht noch zwischen den Zähnen. Später erzählt mir einer der deutschen Kollegen auf dem Filmfest, dass die wahre Spezialität dort das Getränk Bicerin sei, eine Eigenkreation aus besagter heißer Schokolade, Kaffee und Sahne. Ich bin noch voll im Schokorausch. Da mein Gutscheinheft bis morgen Vormittag elf Uhr gültig ist, habe ich noch die Gelegenheit, mir ein oder zwei weitere Dosen zu verschaffen…

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2005 25 Apr

Quo Vadis?

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natinaltag (16k image)
Seit fünf Tagen laufe ich mir die Füße heiß. Ich habe mir nämlich vorgenommen, den Aufenthalt in Turin mit möglichst viel Bewegung zu verbinden. Was auch sinnvoll ist, da die tägliche Ernährung mit Croissants zum Frühstück und Pizza am Abend extrem kalorienreich ist. Das heißt also mindestens einmal täglich von der Piazza Vittorio Veneto zum Multisala Teatro Nuovo, wo das Filmfestival stattfindet. Damit bin ich schon mal insgesamt eine Stunde unterwegs. In der Regel kommen aber noch mehr Wege dazu. Denn um an eine aktuelle Tageszeitung aus Deutschland zu kommen, muss ich einen Umweg über den Bahnhof Porta Nuovo machen, macht eine halbe Stunde mehr. Und wenn man dann noch am Vormittag das Filmmuseum besucht, oder sonst wo herum schlendert zwischen den Vorführungen, komme ich auf zwei bis drei Stunden tägliches Wandern. Am Samstag hatte ich schrecklichen Muskelkater in den Oberschenkeln, inzwischen geht es. Theoretisch könnte ich auch die Bahn benutzen, aber die fährt entweder zur falschen Zeit, oder wegen des Nationalfeiertags (Foto) wie heute gar nicht, und die Tabaccheria-Läden, die als einzige Fahrscheine verkaufen (nein, es gibt keine Automaten in den Bahnen) haben immer zu, wenn mir einfällt, dass ich doch mal Straßenbahn fahren möchte. Eines ist sicher: Ich laufe ganz offensichtlich wie ein stinknormaler Turiner durch die Straßen, nicht wie ein Tourist. Ich bin bislang mindestens einmal am Tag nach dem Weg gefragt worden. „Scusi, no palare Italiano“ kommt mir inzwischen locker über die Lippen.

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2005 24 Apr

Salve, Senatores!

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senator (10k image)
„Salve!“ Ganz auf die römische Weise begrüßt mich der beleibte Mann, der die Trockensauna des Saunaclubs „011“ betritt. Als ein zweiter Mann mit Obelix-Umfang die Schwitzkabine betritt, fühle ich mich vollends in einen Asterix-Comic versetzt. Die beiden Herren Senatoren kennen sich. Der zweite wähnte den ersten in Colonia, der kommt aber gerade aus Madrid. Man schwadroniert über das Kulturleben in Spanien und Portugal. Um sich anschließend über den „Nuove Papa“ im Vatikan aus Deutschland zu echauffieren. Ich habe nie italienisch gelernt, doch die paar Jahre Latein an der Schule, intensives Hören der Hits der Eighties-Gruppe „Spliff“ plus die in Deutschland üblichen Speisekarten-Kenntnisse reichen, um ungefähr den Smalltalk der Beiden verfolgen zu können. Es ist doch schon eine schöne Sprache, und manches ergibt einfach automatisch einen Sinn. So auch die Abschiedsgrüße von Senator Nr. 1, als Senator Nr. 2 der Hitze entflieht: „Bona promenada, Lola!“

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waters (14k image)
Filme anzuschauen, das ist eine verdammt einsame Beschäftigung. Es ist dunkel. Man kann den Sitznachbarn somit nicht sehen, geschweige denn mit ihm reden. Man kann höchstens gemeinsam mit ihm Lachen, zusammen „Audio!“ schreien, wenn mal wieder der Ton nicht da ist, oder auch „Luce!“, wenn vergessen wurde, das Licht im Saal anzudrehen. Und natürlich kann man am Ende des Films gemeinsam applaudieren, wenn die Vorführung denn gefallen hat. Um der Kommunikationsarmut zu entkommen, rotten sich zwischen den Vorführungsterminen alle in der kleinen Café-Ecke in der Vorhalle des Kinos zusammen und beginnen eifrig Gespräche. Es ist ziemlich einfach, die Konversation zu beginnen, und es gibt drei Standardfragen, die dazu nötig sind. Erste und beliebteste Variante: „Welchen Film zeigst Du hier?“ Hier kann ich zumindest immer überraschen und sagen, dass es ja schön wäre, wenn ich einen Film zu zeigen hätte, aber ich sei Journalist, kein Filmemacher. 2.Frage: „In welchen Film gehst Du jetzt?“ Das hat immer das gemeinschaftliche Blättern im Programmkatalog zur Folge, woraus sich automatisch die dritte Frage ergibt: „Hast Du diesen Film schon gesehen?“ Es gibt noch die vierte Möglichkeit, zu fragen, wie man Film XY fand, aber damit muss man vorsichtig sein. Könnte ja sein, dass man sich gerade mit dem Regisseur eben jenes Streifens unterhält, den man grottenschlecht fand. Ach so, auf dem Foto, das ist John Waters. Über dessen neuen Film “A Dirty Shame” kann man nicht meckern…

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2005 24 Apr

Buon Giorno, Torino!

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torino (12k image)
Es war doch eine etwas zu kurze Nacht. Nach knapp drei Stunden Schlaf hieß es am letzten Donnerstag um vier Uhr früh auszustehen, damit ich den Flieger um sieben in Düsseldorf kriege. Kurz vor der Landung in Turin wache ich wieder auf, die norditalienische Stadt empfängt mich mit morgendlicher Frische, doch strahlender Frühlingssonne. In der Ferne leuchten weiß bedeckt die Alpen. Nach umständlicher Zug- und Busfahrt rolle ich mit meinem Koffer zunächst einmal zur Presseabteilung des Tourismusbüros. Marilu Brancato – die Frau, die irgendwie ungern auf E-Mails antwortet – schmeißt mich mit Katalogen, Broschüren und Straßenkarten zu, gegen zwölf lande ich endlich in meinem Bed & Breakfast-Raum, direkt an der großen Piazza Vittorio Veneto. Ein schnuckeliger, bunt gestrichener Raum in einem mindestens hundert Jahre altem Haus. Ich falle ins Bett, um meine bohrenden Kopfschmerzen loszuwerden, die mich seit dem Aufwachen mehr und mehr plagen. Vier Stunden später und zwei Aspirin weiter bin ich wieder fit, und mache mich auf den Weg zum Ort des schwul-lesbischen Fimfestivals, das zum 20. Mal stattfindet, und das ich zum zweiten Mal besuchen darf. Ich freue mich sehr auf diese Woche und verspüre auch gleich wieder dieses Festival-Feeling, das ich bereits im vergangenen Jahr hatte. Den ganzen Tag Filme schauen, die einen hoffentlich überraschen und dazu interessante Leute kennen lernen, die spannende Dinge tun.

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2005 21 Apr

Chris Spacey

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kevin (8k image)
Gestern abend nach der Lesung wandern wir in die Brennerei Weiß: “Du hast ein bisschen Ähnlichkeit mit Kevin Spacey”, offenbart mir dort Tom, ein Frend von Dennis und Scott. “Ist das gut oder schlecht?” frage ich verunsichert zurück. “Gut, gut!” versichert er mir. Ok! Ich meine, Kevin Spacey (siehe Foto links, nicht rechts!!) ist ein toller Schauspieler, ich liebe seine Filme, und er ist offensichtlich schwul. Aber er ist nicht der Typ, auf den ich abfahre. Und wenn ich so aussehe, wie jemand, den ich selber nicht attraktiv finde, erzeugt das in mir widersprüchliche Gefühle. Ich werde künftig Kevin Spacey sehr genau beobachten. Je länger ich mir seine Bilder betrachte, desto mehr habe ich das Gefühl, das er irgendwie so ein bisschen ist wie ich…

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2005 20 Apr

Wir sind Ratzinger?

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papst (17k image)
Die Bild-Zeitung hat die Papstwahl offensichtlich mit einer Weltmeisterschaft verwechselt. Und RP-Online machte in seinem Nachrichtenticker aus den gestrigen Ereignissen einen Phrasendresch-Krimi:

18:19 Uhr: Die Glocken in Rom läuten, die Kardinäle haben sich auf einen neuen Papst geeinigt. Bald werden wir erfahren, wer die Nachfolge Johannes Paul II antreten wird.
18:23 Uhr > Riesen Jubel auf dem Petersplatz. Aus sämtlichen Ecken strömen die Menschen auf den Petersplatz. Die Spannung steigt
18.25 Uhr > Es wird wohl noch einige Minuten dauern, bis der Name des neuen Papstes verkündet wird
18.26 Uhr > Wieder brandet Jubel auf
18.26 Uhr > Die Menschen freuen sich sehr. Zuerst muss jedoch der neue Papst sagen, welchen neuen Namen er fortan tragen wird. Danach werden die Gewänder angelegt, erst dann treten die Kardinäle auf den Balkon und verkünden die Botschaft mit den Worten “Habemus papam”
18.27 Uhr > Noch ist der Vorhang geschlossen, aber schon jetzt sind Zehntausende Menschen versammelt
18.30 Uhr > Obwohl sich der Petersplatz mehr und mehr füllt, ist die Atmosphäre friedlich
18.31 Uhr > Es handelt sich jedenfalls um die kürzeste Papstwahl. Nach nur 26 Stunden stand das neue Kirchenoberhaupt fest
18.32 Uhr > Die Menschen jubeln und skandieren. Die Straßen sind längst wieder verstopft. es geht derzeit gar nichts mehr
18.35 Uhr > Ein Meer von Menschen hat sich versammelt, Fahnen aus diversen Nationen werden geschwenkt
18.36 Uhr > Der neue Papst wird zunächst den Segen erteilen. Danach könnte er auch auf den Petersplatz treten, um die Nähe zu den Gläubigen zu suchen
18.37 Uhr > Rund 50 Fernsehsender aus aller Welt richten in diesem Moment ihre Kameras auf die Loggia des Petersdoms
18.39 Uhr > Laut Regeln des Vatikan wird der neue Papst heute Abend mit den Kardinälen feiern. Am kommenden Sonntag wird es die offizielle Amtseinführung geben: in das Pontifikat und als Oberhaupt des Vatikan
18.41 Uhr > Die Türen öffnen sich!!!!
18.42 Uhr > Kardinal Estevez begrüßt in diversen Sprachen, dass wir einen neuen Papst haben
Es ist Kardinal Ratzinger!!!!!!!
Er wird sich Benedikt XVI. nennen!

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2005 19 Apr

test

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blubb

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