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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: Sonntag, 24. April 2005

2005 24 Apr

Salve, Senatores!

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senator (10k image)
„Salve!“ Ganz auf die römische Weise begrüßt mich der beleibte Mann, der die Trockensauna des Saunaclubs „011“ betritt. Als ein zweiter Mann mit Obelix-Umfang die Schwitzkabine betritt, fühle ich mich vollends in einen Asterix-Comic versetzt. Die beiden Herren Senatoren kennen sich. Der zweite wähnte den ersten in Colonia, der kommt aber gerade aus Madrid. Man schwadroniert über das Kulturleben in Spanien und Portugal. Um sich anschließend über den „Nuove Papa“ im Vatikan aus Deutschland zu echauffieren. Ich habe nie italienisch gelernt, doch die paar Jahre Latein an der Schule, intensives Hören der Hits der Eighties-Gruppe „Spliff“ plus die in Deutschland üblichen Speisekarten-Kenntnisse reichen, um ungefähr den Smalltalk der Beiden verfolgen zu können. Es ist doch schon eine schöne Sprache, und manches ergibt einfach automatisch einen Sinn. So auch die Abschiedsgrüße von Senator Nr. 1, als Senator Nr. 2 der Hitze entflieht: „Bona promenada, Lola!“

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waters (14k image)
Filme anzuschauen, das ist eine verdammt einsame Beschäftigung. Es ist dunkel. Man kann den Sitznachbarn somit nicht sehen, geschweige denn mit ihm reden. Man kann höchstens gemeinsam mit ihm Lachen, zusammen „Audio!“ schreien, wenn mal wieder der Ton nicht da ist, oder auch „Luce!“, wenn vergessen wurde, das Licht im Saal anzudrehen. Und natürlich kann man am Ende des Films gemeinsam applaudieren, wenn die Vorführung denn gefallen hat. Um der Kommunikationsarmut zu entkommen, rotten sich zwischen den Vorführungsterminen alle in der kleinen Café-Ecke in der Vorhalle des Kinos zusammen und beginnen eifrig Gespräche. Es ist ziemlich einfach, die Konversation zu beginnen, und es gibt drei Standardfragen, die dazu nötig sind. Erste und beliebteste Variante: „Welchen Film zeigst Du hier?“ Hier kann ich zumindest immer überraschen und sagen, dass es ja schön wäre, wenn ich einen Film zu zeigen hätte, aber ich sei Journalist, kein Filmemacher. 2.Frage: „In welchen Film gehst Du jetzt?“ Das hat immer das gemeinschaftliche Blättern im Programmkatalog zur Folge, woraus sich automatisch die dritte Frage ergibt: „Hast Du diesen Film schon gesehen?“ Es gibt noch die vierte Möglichkeit, zu fragen, wie man Film XY fand, aber damit muss man vorsichtig sein. Könnte ja sein, dass man sich gerade mit dem Regisseur eben jenes Streifens unterhält, den man grottenschlecht fand. Ach so, auf dem Foto, das ist John Waters. Über dessen neuen Film “A Dirty Shame” kann man nicht meckern…

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2005 24 Apr

Buon Giorno, Torino!

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torino (12k image)
Es war doch eine etwas zu kurze Nacht. Nach knapp drei Stunden Schlaf hieß es am letzten Donnerstag um vier Uhr früh auszustehen, damit ich den Flieger um sieben in Düsseldorf kriege. Kurz vor der Landung in Turin wache ich wieder auf, die norditalienische Stadt empfängt mich mit morgendlicher Frische, doch strahlender Frühlingssonne. In der Ferne leuchten weiß bedeckt die Alpen. Nach umständlicher Zug- und Busfahrt rolle ich mit meinem Koffer zunächst einmal zur Presseabteilung des Tourismusbüros. Marilu Brancato – die Frau, die irgendwie ungern auf E-Mails antwortet – schmeißt mich mit Katalogen, Broschüren und Straßenkarten zu, gegen zwölf lande ich endlich in meinem Bed & Breakfast-Raum, direkt an der großen Piazza Vittorio Veneto. Ein schnuckeliger, bunt gestrichener Raum in einem mindestens hundert Jahre altem Haus. Ich falle ins Bett, um meine bohrenden Kopfschmerzen loszuwerden, die mich seit dem Aufwachen mehr und mehr plagen. Vier Stunden später und zwei Aspirin weiter bin ich wieder fit, und mache mich auf den Weg zum Ort des schwul-lesbischen Fimfestivals, das zum 20. Mal stattfindet, und das ich zum zweiten Mal besuchen darf. Ich freue mich sehr auf diese Woche und verspüre auch gleich wieder dieses Festival-Feeling, das ich bereits im vergangenen Jahr hatte. Den ganzen Tag Filme schauen, die einen hoffentlich überraschen und dazu interessante Leute kennen lernen, die spannende Dinge tun.

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