
Am 6. Juni ist es soweit: Die fünfte und letzte Staffel von „Six Feet Under“ startet auf HBO in den USA. „Everything ends“ heißt es entsprechend in der Ankündigung. Das Internet wird dafür sorgen, dass ich spätestens am 10. Juni mit dem US-Publikum mithalten kann. Mit Micha schaue ich gerade gemeinsam die dritte Staffel. Ich habe zu jeder sich bietenden Gelegenheit derart von dieser Serie geschwärmt, das er dann doch mal eingestiegen ist. Ich beobachte mit Freude seinen Spaß, den er mit der Show hat und seine steigende Sucht nach neuen Folgen. Ab dem 30.6. läuft übrigens auf Premiere die vierte Staffel erneut an. Was schaue ich ab Herbst? „Star Trek – Enterprise“ hat Mitte Mai seinen allerletzten Flug ins All angetreten (die vierte Staffel ist sehr spielerisch, was die Storys angeht, selbst William Riker und Diana Troi tauchen noch einmal auf). Und Kiefer Sutherland hat in „24“ auch schon bereits zum vierten Mal Amerika vor bösen Terroristen gerettet.
Archiv: Mai 2005
Es gibt bestimmte Menschen, die automatisch mein Agressionszentrum aktivieren, so wie andere ohne weiteres mein Lustzentrum stimulieren. Von ersteren soll jetzt mal die Rede sein. Dazu gehören zum Beispiel die besoffenen Prolos, die regelmäßig laut krakeelend aus der Kneipe am Friesenwall/Ecke Palmstraße – also einen schwulen Steinwurf vom Büro entfernt – taumeln, und meinen, sie müssten jetzt ihre Sauf-Kumpels verkloppen. Oder aber wie diese Frau, die wir gerade eben beim Italiener am Friesenwall – zwei heterosexuelle Steinwürfe vom Büro entfernt – auszuhalten hatten. Micha und ich sind ja beide darauf konditioniert, in öffentlichen Räumen diskret und leise miteinander zu sprechen. Die junge Dame hinter mir jedoch hatte so eine quäkende Stimme, die man noch zehn Meter weiter gut vernimmt. Sie näselte unüberhörbar in einem fort, selbst als sie ihre Pizza hatte und sie redete unglücklicherweise auch noch pausenlos dummes Zeug: „Also, wenn ich diese trägerlosen T-Shirts trage, sind meine Schultern immer so frei, irgendwieeee.“Wir rollen mit den Augen. „Der Samstag ist immer so aaanstrengend, irgendwie. Morgens Solarium, dann gehe ich einkaufen, danach zum Sport, und dann nochmal einkaufen. Da ist man ganz schön kaputt danaaaach.“ Wir beißen in die Tischkante. „Hat’s geschmeckt?“ fragt der Kellner. „Jaahaa, war sehr viel, aber war seehr läckaaa!“ Wir fliehen…

Nachdem ich über das wunderschöne Buch „Sneakers“ hier berichtet hatte, kramte ich doch mal ganz hinten im Regal nach meinen Lieblings-Turnschuhen, die ich in den frühen Achtzigern gekauft und seitdem mit mir herumgeschleppt habe. Die ehemals weißen „Puma Tennis-Star“-Sneakers mit den zwei Klettverschlüssen sehen inzwischen alles andere als gut aus, genutzt werden sie eigentlich auch nur noch bei Malerarbeiten. Und doch hänge ich an den ausgelatschten Tretern, die dereinst Eisi Gulp im Film „Zuckerbaby“ getragen hatte, aus irgendwelchen sentimentalen Gründen. Etwas enttäuscht war ich, das ausgerechnet dieses Modell nicht im Sneaker-Buch gelistet war, dafür aber diesen doofen Adidas Schuhe, wo man sich die Streifen mit den mitgelieferten Filzern selber bunt malen durfte. Sollte die Firma Puma noch mal ein paar Retro-Modelle neu auflegen wollen, bei diesem Schuh wär ich dabei.

Andere Länder, andere Ess-Sitten. Das haben Micha und ich inzwischen verinnerlicht. In Thailand zum Beispiel nimmt dort niemand ein Frühstück ein, wie wir es gewohnt sind. Egal, ob früh oder spät, üblich ist dort eine Suppe oder ein Fleischgericht mit Reis. Dies im Hinterkopf haben wir letztens Vollkornbrot, Brötchen, Marmelade und Salami beiseite geräumt und stattdessen die Rinderrouladen heiß gemacht, die ich am Tag zuvor gebraten hatte. Das schmeckte auch früh morgens ganz gut. Nur den Kaffee zu Fleisch und Nudeln, den lasse ich nächstes Mal doch besser weg.

“Blasen wär jetzt nicht schlecht!“ blinkte es neulich abends im öffentlichen Raum „Köln“ auf gaychat.de. Der Meinung war ich auch, klopfte also höflich bei dem jungen bisexuellen Mann mit den viel versprechenden Daten im Profil an. Keine Minute später poppte das Privatchat-Fenster auf: „Hi!“ „Hallo! Ich suche das selbe wie Du.“ „Ja prima, dann komm doch vorbei.
“ „Ok! Wohin?“ „Allerdings ist meine Freundin dabei, die würde gerne zusehen.“ Ohne lang zu zögern tippe ich ein „Kein Problem“ ein, was mein Gegenüber offensichtlich überrascht. Wir tauschen weitere anatomische Details aus, eine halbe Stunde später sitze ich in einer kleinen Einraum-Wohnung im 26. Stock des hässlichsten Hochhauses von Köln. Benny und Dora, beide Anfang 20, sitzen mir gegenüber auf einem überdimensionierten Sofaungetüm. Wir betreiben ein wenig Smalltalk. (Über 18-Jährige klicken bitte jetzt auf „weiterlesen“).

Öh, was soll mir das Anzeigenmotiv bitteschön sagen? Hörzu, die Fernsehzeitschrift mit dem anachronistischen Namen, das muffigste Magazin des bundesrepublikanischen Alltags, das einen mit Mecki quälte und die Woche in Regenbogenfarben unterteilte, ist jetzt ein Heft für Lesben? Und dann dieser merkwürdige Spruch darüber: „Irgendwann nimmt man nicht mehr Irgendwas“. Statt irgendwas (Dildo? aufblasbare Sexpuppe?) nimmt frau jetzt irgendwen, der gerade in Unterwäsche im Garten sitzt? Oder ist die neue Zielgruppe, die mit den knutschenden Mädels in der Welt am Sonntag umworben wurde, die Gruppe der rüstigen Heterosexuellen, die sich von diesem Bilitis-Schmuh dazu animieren lassen, zum nächsten Kiosk zu rennen um mit sabberndem Mund nach der neuen Hörzu zu verlangen? Irgendwie fängt irgendwann, irgendwo der Blödsinn an…

Kreiiiiiiiiiiiisch!!!!!!!!!!! Ich weiß gar nicht, ob ich das hier überhaupt verraten soll. Denn wenn es sich unter den Schwuppen kurz vor dem Grand Prix am 21. Mai herum spricht, das es eine Internet-Radiostation gibt, die NUR Songs aus den Eurovision Song Contests der letzten 50 Jahre spielt, dann sind sofort die Streamingserver überlastet. Deswegen verweise ich nur ganz dezent auf den Link unten links in der Leiste…

CSD in Düsseldorf am vergangenen Pfingstwochenende: Was hatten die Düsseldorfer für ein Schwein! Während es am Samstag wie am Sonntag in Köln beinahe permanent regnete, blieb es in der Landeshauptstadt weitestgehend trocken. In der vergangenen Woche bin ich überraschend angesprochen worden, ob ich die zwei politischen Talkrunden auf der Bühne moderieren möchte. Dem ursprünglich eingeplanten WDR-Journalisten war plötzlich eingefallen, dass sein Arbeitgeber so kurz vor der Landtagswahl keine aktive Beteiligung an politischen Veranstaltungen gestattet. Mochte ich natürlich, hab ja schließlich ganz gern ein Mikrofon in der Hand und etwas Lampenfieber im Nacken. Ministerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen) mit Regenbogenschal hatte leichtes Spiel beim schwul-lesbischen Publikum. Selbst wenn sie Sätze wie: „Eines muss ich Euch sagen: Ich esse gerne Kartoffelbrei!“, oder so, von sich gegeben hätte, die Leute hätten gejubelt. Arm dran dagegen war Regina van Dinther (CDU), die zwar noch spontan ein Ständchen vom Publikum gesungen bekam, als sie erwähnte, das sie Geburtstag habe, die ansonsten aber gnadenlos niedergepfiffen wurde. Zwei Beobachtungen am Rande: Die bekannteste Transsexuelle der SPD in NRW, Sylvia Fee-Wadehn war zwar nicht auf der Bühne, lief aber die ganze Zeit mit einem roten Schal herum, auf dem ein Heide Simonis-Aufnäher prangte. Mir war nicht bewusst, wie sehr sich die NRW-SPD bereits auf den drohenden Untergang eingestellt hat. Und dem Bündnisgrünen Arndt Klocke versuchten dauernd Leute in die Augen zu sehen. Auf den Plakaten mit seinem Konterfei, die strategisch günstig in den schwulen Szenevierteln hängen, leuchten seine Augen nämlich parteigrün. Sind sie aber gar nicht…
2005 1 Mai
Wie werde ich aussehen, wenn ich älter bin?
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Die Kosmetikindustrie muss unbedingt in den nächsten zehn Jahren eine wirksame Antifaltencreme entwickeln! Unter dieser Adresse kann man sich selbst altern sehen. Einfach ein Bild von sich hochladen, ein paar Parameter laut Anweisung einstellen und schon weiß man, wie man in 10/20/30/40 Jahren aussehen wird. Zumindest so ungefähr. Ist trotzdem ernüchternd. Die Bilderfolge von links nach rechts zeigt mich im aktuellen Zustand mit fast 40 und dann mit 50/60/70/80 Jahren. Auch der Geschlechterwechsel funktioniert mit dem kleinen Java-Tool (letztes Bild). Wieso ich darauf wie eine übergewichtige Kurzhaarlesbe aussehe, ist mir allerdings ein Rätsel.

