
Ok, ich verstehe es ja, der Freizeitpark in Bottrop-Kirchhellen muss irgendwie an seine Gäste kommen. Aber welches halbwegs aufgeweckte Kind formuliert solche Stoßgebete? „Willse wat auf’n Kopp dropp, gezze mal nach Bottrop“, fällt mir dazu ein. Oder der Mantafahrer-Blondinenwitz. Sie stöhnt: “Küss mich! Da, wo es am schönsten ist“ Er erbost: „Bisse bekloppt? Ich faah doch jezz nich nach Bottrop!“ Bevor ich jetzt böse beschimpft werde: So wie Schwule sich Homowitze erzählen dürfen, so dürfen sich Bottroper über Tegtmeier-City lustig machen. Ja, ich bin dort geboren, und habe es erstaunlich lange 27 Jahre dort ausgehalten. Dann war der Fluchtinstinkt größer und ich zog in die große Metropole Berlin um letztlich hier in Köln zu landen. Seitdem habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zum Heimatort im Pott. Einerseits fahre ich gern ab und an mal dorthin, um die Familie zu besuchen. Andererseits ist die „Großstadt“ mit ihren 120.000 Einwohnern für mich der Inbegriff des Stillstandes. Es kommt mir jedes Mal vor, als würde ich in die Vergangenheit reisen, so wenig ändert sich dort. Für ein paar Stunden ist diese „Rückreise“ ok, aber ich würde dort nicht wieder leben wollen. Also bitte, bitte, nicht nach Bottrop.
