
Angefangen hat es vor ungefähr zwei Jahren. Da hatte ich begonnen, sämtliche CDs aus unserem Regal komprimiert auf die Festplatte zu beamen. Die MP3-Sammlung hat inzwischen die 30 GB-Marke erreicht, die meisten CDs sind im Allesschlucker ebay verschwunden, ein Rest schlummert als Backup im Keller. Jetzt sind die Bücherregale dran. Leider gibt es noch keine Möglichkeit, den Inhalt der bedruckten Seiten ähnlich komfortabel in eine digitale Form zu bringen. Also bleibt einem nur die Möglichkeit, sich den gesammelten Werken zu entledigen. Auch das ist ein kontinuierlicher Prozess in den vergangenen zwei Jahren gewesen. Jetzt aber geht es ans Eingemachte. Die Bücher, die man bislang aus diversen Gründen fälschlicherweise für unentbehrlich gehalten hat, kommen ebenfalls unter den Hammer. Das bringt pekuniär gesehen nichts, denn für vergilbte, gelesene, verknickte Mängelexemplar- und Remittenden-Taschenbücher gibt eigentlich niemand Geld aus. Der eigentliche Zweck der Übung ist, sich selbst mehr Freiraum zu verschaffen. Besitztümer abzugeben, wegzuwerfen oder zu verramschen, die man nicht wirklich braucht, das befreit. Wenn am Ende von vier vollgestopften Billy-Regalen nur noch eines übrig bleibt mit der Essenz an Dichtung und Sachbuch, die man tatsächlich noch aus dem ein oder anderen beruflichen Grund benötigt, dann erzeugt das ein gutes Gefühl. Und die Wohnung ist mit einem Mal unglaublich groß.
