
Irgendwie schon echt nett von Bundes-Horst, mit seiner Ansprache bis nach dem Wetterbericht der Tagesschau zu warten. Als höchster Mann im Staate hätte er ja auch entscheiden können, die Auflösung des Bundestages um Punkt acht bekannt zu geben. „Ich muss heim, um viertel nach acht steht das Essen dem Tisch. Last es uns mal schnell hinter uns bringen“, hätte er sagen können, und die ARD wäre ihm gefolgt. Aber so wünschte man sich nichts sehnlicher, als das Jens Riewa endlich fertig ist und der Bundespräsi vor dieser etwas schmucklosen Bundesadlertapete seine Entscheidung bekannt gibt: “Ich habe heute den 15. Bundestag aufgelöst und Neuwahlen für den 18. September angesetzt.” Vielleicht sollte er vor seiner nächsten Fernsehansprache aber nochmal etwas Ablesen vom Teleprompter üben. Sein Blick in die Kamera wirkte wie der eines verängstigten Frosches. Und dann machte er immer so unnatürliche Pausen und blickte dabei zu Boden, als ob ihm der Aufnahmeleiter im Studio zwischendurch ein Schild hinhielt mit der Aufschrift: „Hol mal Luft, Horst!“
