
Die Schwulen in San Francisco haben es gut. Wenn sie freiwillig für einen Syphilistest in die städtische Klinik gehen, und diesen nebenstehenden Gutschein vorzeigen, bekommen sie anschließend einen Kupon im Wert von fünf Dollar, den sie im schwulen Buchladen in der Castrostreet eintauschen dürfen. Vielleicht sollte ich morgen mal beim schwulen Buchladen „Bruno`s“ reingehen, und fragen, ob ich mir jetzt auch ein Buch aussuchen und kostenlos mitnehmen dürfe. Denn schließlich habe ich sogar eine Syphilis. Seit heute ist der rote „Ulcus am Frenulum“ amtlich als „Lues I“, sprich als Syphilis im ersten Stadium diagnostiziert. Und während ich dies schreibe, schmerzen die fetten Depotladungen an Penicillin, die ich in die Muskulatur meines zarten Hinterns gejagt bekommen habe. Jetzt heißt es abwarten, bis die rote Pocke am Dödel wieder verschwunden ist und solange keinen Sex (mit anderen).
Somit habe jetzt mehr als genug Zeit, um ein gutes Buch zu lesen. „Sie sind der Fünfte in dieser Woche. Und alles schwule Männer“, freute sich der Dermatologe, während er mich piesackte. Fünf Fälle bei einem Dermatologen, das lässt erahnen, was derzeit in Köln in der Szene los ist…
