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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: September 2005

2005 30 Sep

Der gigantische Hase

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hase (7k image)
Seit September liegt er da, mitten in der italienischen Pampa beim Ort Artesina, unweit von Turin. Ein von einem Dutzend Omis gestrickter Hase. Ein gigantisches unerklärliches Etwas, daneben fühlt man sich klein, wie ein Gänseblümchen. Ein aus klopapierrosa Wolle gestrickter Hase liegt da auf dem Rücken. Ein Hasengebirge wie Gulliver in Lilliput. Und man läuft um ihn herum und fragt sich, aus welchem Horrorfilm er stammen mag. Im Bauch ganz links hat er ein Loch, ein großes Loch, da schaut sein Herz heraus und Adern, Leber und Gedärm. Wenn es nach der österreichischen Künstlergruppe “Gelatin” geht, soll das “Coniglio Gigante” da die nächsten 20 Jahre liegen. Wahrscheinlich wird man das Tier dann demnächst auch per Google Earth erspähen können. Die in Wien beheimatete Truppe “Gelatin” macht seit einigen Jahren durch äußerst campe, provokante und schrille Kunstaktionen mit vollem Körpereinsatz europaweit auf sich aufmerksam. So haben sie beispielsweise in England unter dem Motto “Gelatin at the shore of lake Pipi Kacka” einen menschlichen Geburtstagskuchen mit Kerzen in allen Körperöffnungen gebildet. In Frankreich dagegen haben sich die männlichen Akteure im Frauenfummel von den Zuschauern Kondome an Seilen aus dem Hintern ziehen lassen.

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2005 27 Sep

Jodie Foster in Turbulenzen

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flugplan (8k image)
Trau keiner Stewardess mit großen runden Kulleraugen! Die könnte nämlich ganz schön böse sein (Foto). Gestern Abend lief die Presse-Preview von „Flightplan“ (Kinostart 10. Oktober). Der Plot in zwei Sätzen: Kylie (Jodie Foster) hat in Berlin ihren Mann durch einen Unfall (er fiel irgendwo runter) verloren und fliegt nun mit ihrer 6-jährigen Tochter und dem Gatten im Sarg heim nach New York. Im Flieger ist plötzlich die Kleine spurlos verschwunden, und irgendwie scheint ein übles Komplott in der Kabinenluft zu liegen. „Wenn das Licht aus ist, wird kein Kaffee mehr ausgeschenkt“, bemerkte Micha zwischendurch trocken. Und damit ist irgendwie treffend das Grundproblem dieses Thrillers beschrieben. Es stimmt hinten und vorne nicht. Angefangen von der Unmöglichkeit, dass ein Passagier nirgendwo registriert und bemerkt worden sein soll, bis hin zum hanebüchen konstruierten Motiv der Bösewichte. Jodie Foster hat entweder dicke Krokodilstränen in den Augen oder aber sie flitzt wie in „Panic Room“ durch den Flieger und schließt hinter sich dicke Eisentüren, um nicht vorzeitig erschossen zu werden. Und am Ende… ja, das soll ich nicht verraten, bat mich der Filmverleih. Also, sagen wir mal nur soviel: Am Ende, macht es ein bisschen „Bumm!“. Nebenbei: Ich weiß ja, dass heute in der Regel alle Geräusche für Kinofilme nochmal digital erzeugt werden. Aber wenn in Berlin, wo der Film beginnt, dauernd ein Wind heult wie in der sibirischen Steppe, wenn der Flieger beim Abheben Geräusche macht, als ob er gleich auseinander fallen würde, und wenn die Kamera an einer Sauerstoffmaske vorbeifährt, und es macht dann „Woosch“ in THX, dann weiß ich, es ist too much.

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2005 26 Sep

Breathe Me

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sfuende (6k image)
Bitte nicht weiterlesen, wenn Du nicht erfahren möchtest, wie Six Feet Under in der fünften Staffel ausgeht. Noch da? Ok. Ich hatte bereits an mehreren Stellen im Weblog offenbart, wie sehr mich diese TV-Serie begeistert und emotional berührt hat. Diesmal kamen mir zweimal die Tränen, so schön traurig waren die Episoden. Den Foreneinträgen bei HBO zufolge bin ich nicht der Einzige, der das Taschentuch gezückt hat, als Nate beerdigt wurde und bei dem grandiosen Finale, in dem Claire ihrer neuen Zukunft entgegenfährt und wir in liebevoll ironisch inszenierten Vorblenden erfahren, wie die Helden der Show in Zukunft sterben werden. Für ganz Aufmerksame noch ein Tipp, wenn sie sich das Ende ansehen: Anthony, der kleine niedliche adoptierte Sohn von David und Keith ist bei einer dieser Vorschauen ganz kurz als Erwachsener zu sehen. An seiner Seite ist ein Mann, mit dem er Händchen hält. Ebenso grandios ist der Soundtrack in dieser Schlusssequenz: Breathe Me von Sia. Mein neuer Ohrwurm…

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2005 25 Sep

Windows for Workgroups

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win311 (9k image)
Der aktuellen c’t liegt eine CD mit einer Testversion von VMware bei, die man ein ganzes Jahr lang nutzen kann. Diese geniale Software bildet auf dem eigenen Rechner virtuell Computerumgebungen nach, auf denen sich dann andere Betriebssysteme installieren lassen. Ich habe mir heute mal den Spaß erlaubt, meine alten Disketten mit DOS 6.2 und Windows 3.11 aus dem Keller zu holen. Das Floppylaufwerk knurpselt, quietscht und rattert wie ehedem, lässt sich brav Diskette für Diskette füttern. Ach war das schön schrecklich damals, das stundenlange Sitzen vor dem gelben Fortschrittsbalken und dazu die Lobhudel-Texte, die einem dauernd sagen, was man doch für ein tolles Betriebssystem gekauft habe und dass jetzt doch genug Zeit sei, schon mal die Postkarte mit der Registrierung auszufüllen. 1994 habe mir einen 486er PC mit Win3.11 gekauft. Das war nicht mein erster Rechner, aber eben die erste Maschine, bei der ich das Schrauben an PC-Hard- und Software exzessiv betrieben habe. Dementsprechend habe noch die DOS- und Windowsbefehle zum tunen und bedienen drauf. Museumswissen…

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2005 23 Sep

Aufgeblasene Matroschkas

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diesel (7k image)
Erschöpft und lasziv liegt er auf dem Sofa. Der oberste Knopf der Jeans ist auf, hinter dem Cowboy stehen mehrere aufblasbare Matroschka-Puppen mit offenstehenden Mündern, wie sie sonst bei „gefühlsechten“ Sextoys üblich sind. Eine davon verliert bereits Luft. Die Assoziation ist eindeutig, und wenn man die Leute beobachtet, die in der Kölner Ehrenstraße an dem Megaposter mit diesem Motiv vorbei laufen, befallen recht viele unzüchtige Gedanken. Die neue Kampagne von Diesel ist insgesamt sehr provokant sexy.

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2005 22 Sep

Schlechte Logos

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dental (7k image)
Design bestimmt das Bewusstsein… [via]

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2005 22 Sep

Blue Velvet, Bild Nr. 22

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frame22 (1k image)
Es gibt Filme, die man nicht vergisst. Die graben sich aus den unterschiedlichsten Gründen ins Langzeitgedächtnis und landen auf der persönlichen Liste der „Lieblingsfilme“ Der „Blade Runner“ gehört bei mir zum Beispiel dazu. Oder „Psycho“. Aber auch „Blue Velvet“, David Lynchs mysteriöser Thriller aus dem Jahre 1986 mit Isabella Rosselini, Kyle MacLachlan und Dennis Hopper. Der amerikanische Professor Nicholas Rombes aus Detroit unterrichtet an der Uni nicht nur „Digitales Kino“, er betreibt auch ein Weblog, in dem er sich mit dem (digitalen) Cinema beschäftigt. Sein ungewöhnlichstes Projekt hat er jedoch vor wenigen Wochen gestartet. Er hat sich die Analyse des Lynch-Klassikers vorgenommen, und zwar Bild für Bild (Frame by Frame). Jeden Tag eines. Da der Streifen 120 Minuten läuft bei 24 Bildern pro Sekunde, muss sich Rombes ein paar hundert Jahre Zeit nehmen für seine neue Art der Filmkritik. Wenn auch die Bilder sich gleichen, die Assoziationen, die er dazu niederschreibt, sind spannend. „Was ich mir hier erhoffe, ist möglicherweise etwas über Blue Velvet zu erfahren“, erklärt er. „Aber viel wichtiger ist, das ich etwas verstehe über die Transformation von Kritik oder Theorie über das Interface eines Computerbildschirms.“ Eine Bild für Bild-Analyse in ein Buch zu packen sei unmöglich, meint Rombes. Mit dem Computer und dem Internet jedoch sei es möglich, anders als bisher einen Zugang zu einem Film zu erlangen.

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2005 16 Sep

Nur für Erwachsene

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radio1a (6k image)
Radio Eins, der in Potsdam sitzende Radiosender des RBB ist derzeit die beste Station, die es im öffentlich-rechtlichen wie privaten Rundfunk gibt. Ungewöhnliche und niveauvolle Sendeformate, gute ModeratorInnen sowie ein Musikfahrplan, der nicht aus dem Computer stammt und nicht nach „Mainstream Adult Contemporary“ klingt, wie man die Einheitssoße nennt, die zum Beispiel SWR3 spielt, machen Radio Eins zum wunderbar durchhörbaren Tagesbegleiter. „Nur für Erwachsene“ lautet der Slogan des Senders, und meint damit die Zielgruppe, die das Gefühl hat, sie sei für 1Live oder Fritz inzwischen zu alt. Sowohl bei uns im Büro als auch daheim kommt die Station über den Internet-Livestream an. Leider ist diese Empfangsart inzwischen so beliebt, dass man tagsüber ziemlich heftig auf den Startbutton des Realplayers klicken muss, bis der überlastete Streamserver einen reinlässt. Inzwischen gibt es schon einen Fanclub bei gayromeo: „Der schöne Fanclub“

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2005 14 Sep

Abstimmung per Mülleimer

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wahlen (37k image)
Die Demokraten scheinen in unserem Haus in der Mehrheit zu sein. Die NPD-Pamphlete, die gestern zunächst in den Briefkästen lagen, finden sich heute gesammelt im Papierkorb…

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2005 12 Sep

Fesselsex in den Pilzen

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fesselsex (16k image)
Boulevardblätter wie der Kölner Express lieben solche Geschichten, in denen Sex & Crime zusammen kommt. Da finden ahnungslose Pilzsammler einen Mann angezogen aber tot an einen Baum gefesselt. Seine früheren Lebensumstände ließen vermuten, dass sein Tod einen Hintergrund wie „Fessel-Sex“ nicht ausschließe, deutet das Blatt in der heutigen Ausgabe nebulös an. Was mögen das bloß für Umstände sein, und warum werden beim Express Worte wie Fessel-Sex und Sex-Unfall in Anführungsstriche gesetzt? Nun gut, in Boulevardblättern hat diese Art von Erotik immer etwas schmuddeliges, genau wie die „Po-Spiele“. Lauter Sachen, bei denen Tante Lieschen Müller errötend kichern würde. Da distanziert man sich schon mal gern mit ein paar Anführungsstrichen. Interessanterweise scheint es für dieses Medium nichts „extremeres“ als Fessel-und Posex zu geben. Oder hat schon mal jemand die Schlagzeile „Tod bei AA-Sex und Pipi-Spielen!“ gelesen?

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