
Seit September liegt er da, mitten in der italienischen Pampa beim Ort Artesina, unweit von Turin. Ein von einem Dutzend Omis gestrickter Hase. Ein gigantisches unerklärliches Etwas, daneben fühlt man sich klein, wie ein Gänseblümchen. Ein aus klopapierrosa Wolle gestrickter Hase liegt da auf dem Rücken. Ein Hasengebirge wie Gulliver in Lilliput. Und man läuft um ihn herum und fragt sich, aus welchem Horrorfilm er stammen mag. Im Bauch ganz links hat er ein Loch, ein großes Loch, da schaut sein Herz heraus und Adern, Leber und Gedärm. Wenn es nach der österreichischen Künstlergruppe “Gelatin” geht, soll das “Coniglio Gigante” da die nächsten 20 Jahre liegen. Wahrscheinlich wird man das Tier dann demnächst auch per Google Earth erspähen können. Die in Wien beheimatete Truppe “Gelatin” macht seit einigen Jahren durch äußerst campe, provokante und schrille Kunstaktionen mit vollem Körpereinsatz europaweit auf sich aufmerksam. So haben sie beispielsweise in England unter dem Motto “Gelatin at the shore of lake Pipi Kacka” einen menschlichen Geburtstagskuchen mit Kerzen in allen Körperöffnungen gebildet. In Frankreich dagegen haben sich die männlichen Akteure im Frauenfummel von den Zuschauern Kondome an Seilen aus dem Hintern ziehen lassen.
