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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: November 2005

2005 30 Nov

Die Cyber-Dissidenten

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cyberdissidenten (13k image)
Eine Zensur im Internet findet statt! In China wird mit Hilfe amerikanischer Soft- und Hardware der gesamte Internet-Datenstrom kontrolliert. In Vietnam, Kuba, Tunesien, Saudi Arabien, im Iran und weiteren Ländern wird ebenfalls mit technischen Mitteln und staatlichem Druck ein freier Meinungsaustausch verhindert. Weblogs, die sich kritisch mit politischen Themen auseinander setzen, können deren Autoren in Bedrängnis und gar ins Gefängnis bringen. 70 solcher Online-Dissidenten sind bislang in diesem Jahr verhaftet worden. Die Vereinigung „Reporter ohne Grenzen“ hat deshalb ein Handbuch für „Blogger und Cyber-Dissidenten“ veröffentlicht, das als PDF zum Download bereit steht. Es bietet in englischer Sprache Anleitungen, wie man die Zensur umgehen kann. Wie surft man anonym, wo sollte man ein Weblog aufsetzen, ohne seine Identität preisgeben zu müssen? Wie verschlüssle ich meinen E-Mail-Verkehr? Eine sehr spannende Broschüre, auch für all die, die nicht gerade in Schanghai sitzen und ein Weblog über die Unabhängigkeit von Taiwan führen wollen.

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2005 28 Nov

Super-GAU bei Wikipedia?

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Wiki (13k image)
Bei der deutschsprachigen Ausgabe von Wikipedia hat man die bislang größte aufgefallene Urheberrechtsverletzung (GAU) festgestellt, meldet heise online. “Etliche hundert Einträge in der Wikipedia stammen offenbar aus DDR-Lexika – sie verletzen damit das Prinzip, dass das Lexikon keine möglicherweise geschützten Texte enthalten darf, damit es frei zitierbar bleibt”, schreibt der IT-Nachrichtendienst. Die beliebte Anlaufstelle bei enzyklopädischen Fragen hat wegen der Fülle der Rechte verletztenden Einträge nun ein derart großes Problem, dass sich Community, die sich ehrenamtlich um die Qualität von Wikipedia kümmert, die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Man rechnet mit monatelangen Aufräumarbeiten…

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2005 28 Nov

Pop Art per Mausklick

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warholtest (21k image)
In den Sechzigern erlangte Andy Warhol durch seine Massenproduktion knallig bunter Porträts von Ikonen wie Marilyn Monroe oder Elvis Presley Berühmtheit. Jetzt ist es ganz einfach, per Mausklick den Warhol in sich zu entdecken. Der Andy Warhol Replicator verändert jedes beliebige Bild von der Festplatte in ein Pop Art-Gemälde. Mit sieben verschiedenen typischen Effekten und einer Hand voll Reglern für Helligkeit, Kontraste, Farbsättigung und Farbpaletten ist in wenigen Sekunden das eigene Kunstwerk geschaffen. In der Probeversion, die man sich herunterladen kann, lässt sich das Ergebnis allerdings nicht abspeichern.

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madonna02 (7k image)
Unter den zahlreichen enthusiastischen Rezensionen zum neuen Album von Madonna findet sich auch diese der Onlineausgabe der britischen Tageszeitung „The Times“, die ich sehr gelungen finde. Der Autor erklärt nämlich sehr treffend, warum dies die möglicherweise längste Praline des Universums…., äh, ich meine, das schwulste Album aller Zeiten ist: „The catty provocations of the delivery here are just one of hundreds of reasons why Confessions . . . is the gayest record yet. If Village People, Pet Shop Boys, Man 2 Man featuring Man Parrish, Donna Summer and a resurrected Sylvester all left Studio 54 at 4am, each with a bottle of poppers taped to their nose, and ventured straight into a recording studio where Giorgio Moroder was waiting for them with a tray of Breezers, they still wouldn’t make a record as gay as Confessions on a Dance Floor.“

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haken (16k image)
Zum Beispiel dieses Hakenkreuz-Blumengesteck. Selbst wenn es im asiatischen Raum eine andere Bedeutung hat und dort als Glücksbringer gilt. Siehe auch den Wikipedia-Eintrag “Swastika”.

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2005 21 Nov

Klappern gehört zum Handwerk

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klappern (8k image)
Bereits am ersten Abend fielen sie uns auf. Junge Männer fahren mit ihren Rädern durch die Straßen von Ho Chi Minh City und klappern dabei eifrig mit selbstgebauten Instrumenten. Eine Art Spießzange, deren zwei Enden mit einem Stück Draht verbunden sind, auf dem mehrere runde Blechplättchen aufgereiht sind. Vielleicht haben die keine Fahrradklingel und versuchen auf diesem Wege im Hupkonzert aufzufallen. So dachten wir ganz naiv. Vielleicht sind es auch Sammler von Altpapier, Metall oder sonstigen Dingen. Zumindest wiesen die Fahrradkörbchen, die jeder vorne an seinem Gefährt hat, darauf hin. „Das sind Moneyboys“, klärte uns schließlich ein Niederländer auf, der schon länger in Saigon lebt. Und man solle vorsichtig sein. Es passiere häufiger, das die Jungs später mehr Geld haben wollten als ursprünglich vereinbart. Ha Bac, Eigentümer der halb schwulen Bar „Eden“ konnte uns zudem noch berichten, dass es diese Art der Rassel-Akquise seit 20 Jahren gibt. Und das ursprünglich nur reine Massagedienste angeboten wurden. Doch das die Jungs sehr bald gemerkt hätten, dass sich mit Sex mehr Geld verdienen lässt.

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onkelho (13k image)
Wer meint, Bangkok sei eine laute, schmutzige Stadt, mit einem Verkehr, der nirgendwo schlimmer sein kann, der wird, wie wir bei unserem Wochenendflug nach Ho Chi Minh-City in Vietnam, eines besseren belehrt. Es gibt zwar kaum Autos, doch dafür besitzt jeder der rund sechs Millionen Einwohner mindestens ein Moped, einen Roller oder ein Motorrrad. Zur Not auch ein Fahrrad. Auf den motorisierten Zweirädern sitzen ganze Kleinfamilien, oder sie werden zum Transport sämtlich nur vorstellbarer Güter genutzt, in Mengen, für die man in Deutschland bereits einen Kleintransporter verwenden würde. Der Verkehr fließt langsam aber stetig, es ist ein ständiges Brausen und Brummen in der Luft, und es wird eifrig gehupt. Das macht zwar keinen Sinn, denn es räumt eh niemand freiwillig seinen Platz auf der Straße, und jeder fährt, wie er gerade lustig ist. Aber das treibt die Dezibelzahl wenigstens ordentlich in die Höhe. Wer bremst, hat verloren. Das gilt auch für Fußgänger, die auf die andere Straßenseite wollen. Langsam in den Strom hinein gleiten und den Motorrädern die Möglichkeit geben, vor oder hinter einem vorbei fahren zu können. Nur so funktioniert es.

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2005 17 Nov

Lichterfest

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loykrathong (11k image)
Das Wetter hält sich in diesem Jahr nicht an die Regeln für Loy Krathong, das thailändische Lichterfest. Denn das wird immer in der ersten Vollmondnacht NACH der Regenzeit begangen. Seit einer Woche schon schüttet es immer wieder mal für Stunden wie aus Rieseneimern. Auch gestern Abend setzte ein heftiger Schauer ein, der zumindest für eine Weile den Strom hunderttausender Menschen hin zum Fluss ins Stocken brachte. Als gegen acht dann doch noch der Mond hinter ein paar Wolken hervorlugte, konnten wir uns auf den Weg zum Chao Praya machen. An der Bootsanlegestelle Saphan Taksin erwarben wir für rund 80 Cent unser kleines Blumenbötchen, das traditionell mit Kerzen und Weihrauchstäbchen bestückt, ins Wasser gelassen wird. Versehen mit den Wünschen und Gebeten nach einem besseren Leben, einem Lottogewinn oder was einem sonst noch so erstrebenswert scheint. Leider haben diese kunstvoll arrangierten Gestecke die dumme Angewohnheit, bei der leisesten Welle umzukippen. Zudem schwammen ein paar Jungs in der braunen Flussbrühe herum, die es auf die Münzen abgesehen hatten, die man ebenfalls gern in die Blumengebinde legt. So bleiben einem immer nur ein paar Sekunden der Besinnung, bis es „Flatsch“ macht und die guten Wünsche versinken…

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2005 16 Nov

SkypeMe!

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Skype_Cowboy_Weiss (6k image)
Das Skype-Fieber ist auch bei uns ausgebrochen. Für die Konferenzen mit dem Büro greifen wir nicht mehr zum Telefonhörer, oder nutzen den Textchat vom MSN-Messenger. Stattdessen setzen wir uns das Headset auf, und versuchen, unbeirrt durch Störgeräusche, Verbindungsabbrüche und Laufzeitverzögerungen, uns miteinander abzustimmen. Was in der Konferenz leidlich gut funktioniert, klappt im Einzelgespräch wesentlich besser. Auch Mutti staunte bei meinen per Skype getätigten Geburtstagsgruß-Anruf gestern, wie klar das Telefonat über das Internet übertragen wird. Bei rund 3,5 Millionen Skype-Nutzern, die im Schnitt ihre Telefon-Software gestartet haben, sind die Schwulen nicht weit. Wer in seinem Profil das Wörtchen gay, schwul, homo oder queer eingetragen hat, wird über die Suchfunktion von anderen gefunden. Wer seinen Status dann noch auf „SkypeMe“ stellt (soll heißen, ich bin offen für sämtliche Telefonate mit Wildfremden), braucht nicht lang zu warten, bis es das erste Mal klingelt, oder das Textchat-Fenster aufpoppt. Jetzt weiß ich, dass es in Italien Schwule gibt, die ihr Coming Out über Skype wagen. Dass auch in Chengdu, einer 10-Millionen-Stadt der Provinz Sechuan im Südwesten Chinas Schwule skypen, weil dies eine Methode ist, an den Zensurfiltern der Behörden vorbei an „Schweinebildchen“ zu kommen. Und ich habe gelernt, dass es irgendwann dann auch wieder Sinn macht, das „gay“ aus dem Profil zu entfernen. Denn ob auf den Malediven, in Ohio oder in Taiwan, irgendwo ist immer gerade mal jemand „horny“ und klingelt einfach ungeniert an. Wer möchte schon für die geballte Geilheit und Mitteilungsbedürftigkeit dieser Welt ständig erreichbar sein?

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confessions (13k image)
Wow, Madonna hat zu uns gesprochen! „Hey boys, you better dance now. Cause i watch you!“ verkündet sie keck lächelnd per Videobotschaft, bevor der bekannte Abba-Sample aus dem Song „Gimme Gimme Gimme (A Man After Midnight)“ startet, der ihren neuen Hit „Hung up“ einleitet. Die Menge jubelt, Madonna weiß, was schwule Fans wünschen. Sonntagabend im Bed Supper Club, einer exklusiven Disco im futuristischem Design und mit astronomischen Getränkepreisen. Ein Jahr „Pink Think“, die Gay-Party, wird gefeiert, da ist der Albumstart von „Confessions On A Dancefloor“ ein willkommener Aufhänger. MTV Asia ist auch dabei und interviewt die Gäste. Die in Thailand unvermeidliche Transenshow mit drei sehr schlechten Madonna-Doubles hätte man sich sparen können, und stattdessen der Pop-Diva selbst mehr Platz lassen können. Aber immerhin gab es Käsekuchen-Häppchen und Absolut-Wodka-Shots für lau, und die Stimmung war gut. Schlechte Laune hatte Madonna ja zwischendurch, laut Presseberichten. Weil Ihr Album, dass auch Journalisten erst am Tag der Veröffentlichung zu Gehör bekamen, zuvor bereits in Internet-Tauschbörsen aufgetaucht war. Wir haben, um unsere Madonna nicht weiter zu erzürnen, das Album natürlich nicht heruntergeladen. Wir haben es nach der Party käuflich erworben. Wie in Thailand üblich, als CD in Zellophan-Hülle an einem der Straßenstände in der Silom Road. Für umgerechnet zwei Euro… :blush:

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