
Das Wetter hält sich in diesem Jahr nicht an die Regeln für Loy Krathong, das thailändische Lichterfest. Denn das wird immer in der ersten Vollmondnacht NACH der Regenzeit begangen. Seit einer Woche schon schüttet es immer wieder mal für Stunden wie aus Rieseneimern. Auch gestern Abend setzte ein heftiger Schauer ein, der zumindest für eine Weile den Strom hunderttausender Menschen hin zum Fluss ins Stocken brachte. Als gegen acht dann doch noch der Mond hinter ein paar Wolken hervorlugte, konnten wir uns auf den Weg zum Chao Praya machen. An der Bootsanlegestelle Saphan Taksin erwarben wir für rund 80 Cent unser kleines Blumenbötchen, das traditionell mit Kerzen und Weihrauchstäbchen bestückt, ins Wasser gelassen wird. Versehen mit den Wünschen und Gebeten nach einem besseren Leben, einem Lottogewinn oder was einem sonst noch so erstrebenswert scheint. Leider haben diese kunstvoll arrangierten Gestecke die dumme Angewohnheit, bei der leisesten Welle umzukippen. Zudem schwammen ein paar Jungs in der braunen Flussbrühe herum, die es auf die Münzen abgesehen hatten, die man ebenfalls gern in die Blumengebinde legt. So bleiben einem immer nur ein paar Sekunden der Besinnung, bis es „Flatsch“ macht und die guten Wünsche versinken…
