
Ich habe sie bereits, die Starbucks-Card, das kleine Plastikkärtchen im witzigen, poppig-bunten Design, das stylische Kundenbindungsinstrument. Was ich mit der Karte machen kann? Nun ja, ich kann damit bargeldlos meinen „Coffe of the day“ oder meinen „Vanilla Frappucino with whipped cream“ bezahlen. Karte zeigen, fertig. Und das überall in Nordamerika, Kanada, Australien, Thailand und in Hawaii. Ja ja, ich weiß, nach Honolulu komme ich extrem selten. In Deutschland? Doch, doch, da gilt die natürlich auch, nur verstecken die Coffeeshops hier immer ihre Karten, so das niemand mitbekommt, das es sie gibt. Wie es funktioniert? Ganz einfach, ich zahle in einem Starbucks-Shop in Chiang Mai in bar eine Sume zwischen fünf und 200 Euro ein und habe dies sofort als Guthaben auf der Karte, zum Beispiel für den Laden am Friesenplatz in Köln. Preisnachlässe, Rabatte? Nein, die gibt es damit nicht. Was ich denn dann davon habe, das ich einem millionenschweren Weltkonzern einen zinslosen Kredit gebe? Komische Fragen stellst Du…
Archiv: Dezember 2005

Starbucks, die amerikanische Kaffeehauskette, die nach und nach die Welt erobert, mag es blumig. Zum Beispiel beim Tee, der hier natürlich ebenfalls verkauft wird. „Eine einzige Tasse Taso Calm Tee hat bekannterweise den selben Effekt, wie an einem sonnigen Tag 45 Minuten ohne Schuhe auf einer Bergwiese zu sitzen“, behauptet die Aufschrift auf der Verpackung des Teebeutels. Ich weiß nicht so recht, welcher Effekt sich nach genau 45 Minuten und barfuß auf solchen Bergwiesen einstellt. Der ein oder andere mag dann vielleicht Heuschnupfen bekommen. Auf keinen Fall aber riecht es dann so extrem nach Kamillentee, wie diese Teemischung. Die Teebeutelverpackung fordert mich übrigens auf, mal einen Brief zu schreiben, sollte ich “Fragen haben, Beobachtungen mitteilen wollen oder einfach nur mal einen menschlichen Kontakt suchen.” Das Hocken, schuhlos auf Almen, oder bei einer Tasse Tee im Starbucks scheint eine einsame Angelegenheit zu sein.

Eine der wichtigsten Fragen beim Onlinedating, die fast immer auftaucht, lautet: „Wie groß ist Deiner?“ Ehrlich und in Zentimetern gesagt: Ich habe keine Ahnung! Ich könnte ja mal nachmessen, weiß auch, wie es korrekterweise gemacht wird. Aber ich finde diese Frage so albern und unnötig. Die entsprechende Antwort lautet immer: „Groß genug für alles, was du dir wünschst.“ Was nicht gelogen ist, ich bin mit meiner Größe zufrieden und bislang hat keiner gemeckert. Gayromeo sei Dank kann ich nun mitreden, bei der Frage, ob ich zu den S, M, L, XL oder XXL-Trägern gehöre. Das neue SchwanzOmeter habe ich von der Startseite heruntergeladen, ausgedruckt und während des Studiums eines ChiChi LaRue-Videos angelegt. Aufatmen konnte ich bei der Messung des Umfangs, bei der man, wenn er zu dünn ist, einen Punktabzug hinnehmen muss. Wer wirklich wissen will, wie groß meiner ist, der kann mich ja mal auf meinem Gayromeo-Profil besuchen. Da mache ich zwar weiterhin keine Angaben, aber vielleicht verrate ich ja dem einen oder anderen netten Mann dann Details…

“Wir wünschen allen Menschen viel Kraft, um etwas zum besseren zu verändern, damit unsere Kinder und Kindeskinder bessere Weihnachten feiern können.“ Ich kaufe ja schon immer, wenn möglich, bei diesem Kiosk in Humbold-Gremberg meine Zeitung, damit der Umsatz in der Nachbarschaft bleibt. Aber es nutzt offensichtlich alles nichts, der Eigentümer ist schlecht drauf. Weihnachten ist seiner Meinung nach heutzutage ganz großer Mist, und damit das sich das ändert, brauchen alle Menschen mehr Muckis, damit die übernächste Generation was davon hat. Na dann, frohes Fest…

In Vorbereitung auf King Kong, der ab kommender Woche in einem zweiten Remake wieder in den Kinos rumbrüllt, habe ich mir vorgestern die Originalfassung von 1933 und gestern das erste Remake von 1976 angeschaut. Den Schwarz-Weiß-Klassiker hatte ich zuletzt irgendwann in den Siebzigern als Jugendlicher gesehen. Die vor über 70 Jahren so schockierenden Special Effects erzeugen heute nur noch Schmunzeln, und auch der Dauerschreieinsatz von Scream-Queen Fay Wray, die so schön expressionistisch die Augen aufreißen und die Arme in die Luft werfen kann, ist trashig schön. Erstaunlich aber auch die gezeigte Brutalität, mit der der ruckelig animierte Affe Menschen zertrampelt und durch die Luft wirft.
Im 1976er Remake von John Guillermin muss Jessica Lange zwar viel weniger kreischen, dafür spielt sie das Blondchen wesentlich doof-naiver. Die Liebe des Affen zu ihr und die Erwiderung dieser Gefühle durch die Entführte wird stärker herausgearbeitet. Was ich völlig vergessen hatte: King Kong klettert diesmal nicht auf das Empire State Building, sondern auf das World Trade Center.
„Herr der Ringe“-Schöpfer Peter Jackson lässt seine mit drei Stunden episch lange Verbeugung vor dem Horror-Klassiker in den Dreißiger Jahren spielen. Naja, selbst wenn er in der Jetztzeit gespielt hätte, es bleibt Kong nur das Empire State Building für den Showdown.
