Seit letzten Freitag läuft das vierte Internationale Bangkok Filmfestival. 200 Dokus, Kurz- und Spielfilme werden in den Kinos des gerade neu errichteten Luxus-Shoppingtempels „Siam Paragon“ gezeigt. Zum Teil werden dort noch die Klos tapeziert, so knapp ist man fertig geworden mit dem Bau. Was die internationalen Besucher, die zum ersten Mal thailändische Kinos betreten, verwirren wird: Vor Beginn jeder Aufführung wird ein kleiner Film zu Ehren des Königs gezeigt, den man sich im Stehen ansieht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Einem König, der zudem ein Sympathieträger ist, bringt man gern mal etwas Respekt entgegen. Zu den Klängen der Nationalhymne werden dann in der Regel blühende Landschaften, schöne Strände, glückliche Leute und vor allem der König in jüngeren Jahren gezeigt, der mit seinem Volk spricht. In der gestrigen Vorstellung gab es neue Bilder und erstmals wird damit sehr direkt auf aktuelle politische Probleme eingegangen. Es gibt seit längerem Unruhen, Anschläge und Tote in den muslimisch geprägten südlichsten Provinzen des Landes. Der Trailer zeigt nun immer wieder traditionell muslimisch gekleidete Thais, die friedlich mit ihren buddhistischen Landsleuten beisammen stehen.
