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Archiv: Dienstag, 7. März 2006
Die Gegner von Premierminister Thaksin Shinawatra meinen es ernst. Der thailändische Premierminister, der seit Monaten unter Beschuss der “People’s Alliance for Democracy” (PAD) steht, soll sofort zurücktreten und so Platz machen für eine faire Neuwahl sowie politische Reformen. Der Premier hat zwar bereits Neuwahlen für Anfang April angesetzt, aber in dieser kurzen Zeitspanne haben die drei Oppositionsparteien kaum eine Chance, Wahlkampf zu betreiben und Kandidaten bekannt zu machen. Die Parteien haben deshalb einen Boykott der Wahlen beschlossen. Mehrere zehntausend Menschen versammelten sich am Sonntagabend auf dem großen Platz Sanam Luang gegenüber der Universität. Dieser Ort ist traditionell der Treffpunkt oppositioneller Bewegungen, die, wie in den Siebziger Jahren geschehen, auch schon mal blutig niedergeschlagen wurden. Die Furcht vor gewalttätigen Auseinandersetzungen ist groß, aber bislang verliefen alle Kundgebungen und Demonstrationen friedlich. Am 14. März will man erneut eine Großdemonstration im königlichen Park abhalten und gemeinsam zum Regierungsgebäude marschieren. Da sich jetzt auch der Gewerkschaftsdachverband State Enterprise Relations Confederation beteiligen will, und man bereits zu Streikaktionen aufruft, könnte die kommende Woche noch heiß werden. Thaksin wird vorgeworfen, sein Amt als Regierungschef dazu missbraucht zu haben, mit dubiosen Geschäften seine Familie und sich bereichert zu haben. Unter anderem hat er dafür gesorgt, dass ein millionenschwerer Verkauf von Anteilen eines Telekommunikationsunternehmens im Besitz seiner Familie an eine Firma in Singapur so abgewickelt wurde, dass keine Steuern zu zahlen sind.
