Bangkok ist eine sichere Stadt. Denn es ist eine bewachte Stadt. Überall stehen und sitzen sie herum. Die Wachmänner. In schicken Uniformen laufen sie vor Shopping-Malls, Bankgebäuden und Parkhäusern auf und ab. Sie schauen ernst aber höflich. Sie grüßen schon mal zackig, wenn man an ihnen vorbeigeht, und sie halten einem die Tür auf, wenn man schwer mit Tüten bepackt aus dem Supermarkt kommt. Ohne die privaten Ordnungshüter wäre man vielleicht schon ausgeraubt worden, oder noch schlimmer, man wäre gegen die Glastür des Supermarktes gelaufen. Und nachts? Wenn es dunkel wird, kann man sich besonders sicher fühlen. Denn dann schlafen alle Wachmänner. Während ihres Dienstes, vor den Gebäuden. Wirklich alle. Manche machen es sich richtig bequem. Die schweren Stiefel aus, die Füße hochgelegt, den Ventilator in die richtige Position gedreht, schon schlummern sie ein und träumen womöglich von der Verbrecherjagd. Würde es nachts tatsächlich riskant sein, bestünde wirklich die Gefahr, das nach Mitternacht irgendein Einbrecher vorbei käme, die Wachen würden dann doch sicherlich nicht einfach ihre Arbeitszeit verpennen, oder?
