Die Taunusstraße in Köln-Gremberg beherbergt ein bunt gemischtes Völkchen. Viele Türken, Araber und Afrikaner zwischen Deutschen. Mehrere Dönerbuden, ein paar gutbürgerliche Kneipen, ein von Hare Krishna-Jüngern betriebenes vegetarisches Restaurant. Und mittendrin die Cocktail-Bar „Sasch’s“. In den vergangenen Monaten sind Micha und ich nach Feierabend immer nur dran vorbei gelaufen. Obwohl dort im Schaufenster eine kleine Regenbogenfahne klebt. Ein Homo-Laden in dieser Ecke? Am Donnerstag Abend kehrten wir erstmals ein.
Tatsächlich, mindestens zwei der anwesenden vier Gäste sind schwul, Wirt Sascha ist es sowieso. Er serviert uns das Weizenbier, setzt sich mit seinem Sekt im Jägermeisterglas neben uns und erzählt ein bisschen von seinem Experiment, eine Kiez- und Szenekneipe in einem Vorort mit Multikulti-Umgebung zu etablieren. Karaoke, African Parties und Cuba-Abende bringen homo und hetero von nebenan an eine Theke. So eine Mischung kannte ich bislang nur aus dem proletarischen Ruhrgebiet. Mal abgesehen von den Bierpreisen, die deutlich höher sind als in der Innenstadt, fühlen wir uns in der Bar mit Wohnzimmerflair schnell wohl. Auch, weil gerade eine DVD mit schrillen Videoclips der Neuen Deutschen Welle läuft.
