Bei den über 40-jährigen gehen mehr Zähne durch Parodontitis verloren als durch Karies. Verrät mir Wikipedia. So weit ist es bei mir noch nicht, ich befinde mich gerade in der Phase der Paradontitisbehandlung. Sprich, der Zahnarzt entfernt die Beläge, die sich unterhalb des Zahnfleisches festgesetzt haben und die für fortwährende Entzündungen des Zahnfleisches sowie einen Abbau des Knochens verantwortlich sind. Diese Behandlungen dauern zwar nicht lange, aber sie sind stressig. Angefangen von der Spritze ins Zahnfleisch, mit der alles betäubt wird. Dann das hohe Fiepen des Instrumentes, das fröhlich unterhalb des Zahnfleisches schrubbt, das Röcheln des Spucke absaugenden Schlauches und überhaupt die dauerhaft verkrampfte Körperhaltung, die man unwillkürlich einnimmt, wenn man mit weit aufgerissenem Mund kopfüber auf dem Sessel hängt. Die Lippe ist noch taub, aber ein halbes Jahr habe ich nun vor dem Doktor Ruhe. Und irgendwie beschleicht mich ein besseres Gefühl, nachdem ich so lange in keinem Behandlungsstuhl mehr gelegen habe.
