Als Farang in Thailand muss man jederzeit damit rechnen, die WYCF-Frage gestellt zu bekommen. Wie vergangene Woche im Restaurant des Robinson-Kaufhauses in der Silom Road. „Excuse me, where you come from?“ fragte die Kassiererin Micha und mich, als wir unser Mittagessen bezahlen wollten. Die Antwort „From germany.“ löste bei ihr wie der Kollegin wildes Gekicher aus. Die beiden hatten vorher miteinander gewettet, dass wir aus England kommen. WYCF ist auch in der schwulen Szene der essenzielle Einstieg zum Gespräch. Die Frage danach lautet immer: „Do you have boyfriend?“ Wehe, man ist müde ob der ständigen Woher-Fragerei und antwortet einfach spaßeshalber „From Afghanistan“ oder „From Iraque“. Es kann passieren, das man auf thailändisch beschimpft wird, weil der Frager sich nicht ernst genommen fühlt. Andere wiederum schlucken jede beliebige Ortsangabe. In dem Fall sollte man das Thema Geographie meiden und auch sonst nicht allzuhohe Erwartungen an die Qualität der folgenden Konversation haben. Ansonsten ist „Germany“ derzeit nicht die schlechteste Antwort. Es gibt strahlende Gesichter und die Leute murmeln irgendwas von Football.
P.S.: Wenn sich jemand wundern sollte über das nebenstehende Cover von „Tim und Struppi in Thailand“: Diese Folge hat es offiziell nie gegeben, aber Fans haben Anfang der Neunziger diesen sehr witzigen Comic in guter grafischer Qualität gezeichnet. Er ist im Internet als pdf zu finden.

Einen Monat nach dem
Man sollte den Anweisungen von Fotografen nicht immer vorbehaltlos Folge leisten ("Komm mal mit Deinem Oberkörper nach vorne!"). Denn dann nimmt man mitunter eine äußerst unvorteilhafte Körperhaltung ein, was man auf dem Bild (siehe links, Ausriß aus der
"Be free, be free", schallte es den ganzen Donnerstagabend über aus den Lautsprechern im großen Saal des Teatro Nuovo in Turin. Das von der italienischen Sängerin Valentina Gautier kreierte bombastische Pop-Stück ist die diesjährige Hymne zum Gay Pride Torino. Schauspieler Udo Kier nahm die Aufforderung wörtlich. Er war so frei, sich schon vor Beginn der Preisverleihung ordentlich einen anzuschickern, so das er nicht mehr in der Lage war, auf der Bühne den Namen des Preisträgers abzulesen. Seinem Jurykollegen, dem chinesischen Regisseur Yonfan war das so peinlich, das er versuchte, Kier das Mikro zu entreißen. Irgendwie schaffte es die Jury dann doch noch, ihre Preise loszuwerden, und Kier zog es vor, die restliche Zeit über mit dem Moderator zu kuscheln, der sich kaum zu wehren wusste. Das lustige Gerangel bildete den Abschluss einer Woche voller Filme. Und wer wissen möchte, was ich noch gesehen habe, der klicke auf weiter….