Samstag nachmittag, 15 Uhr. Am Rheinufer in Köln-Mülheim, kurz vor dem Cranachwäldchen, beginnt das Treffen der Queer-Veteranen, ehemaliger Mitarbeiter des Monatsmagazins, das Ende 2002 unterging. Jeder bringt was zum Grillen mit, das Mühlen-Kölsch hat Patti organisiert. Das 30-Liter-Fass ist schön kühl, das Wasser im Rhein wohl temperiert, ein entspannter Nachmittag beginnt. Gegen 22 Uhr starten die ersten Feuerwerke. Die „Kölner Lichter“ finden heute statt. Von einem Schiff, das eine ganze Prozession weiterer Boote hinter sich her führt, werden Raketen abgeschossen. Auch über dem Deutzer Himmel explodieren bis nach Mitternacht die Feuerwerkskörper in buntesten Variationen. Das Kölsch ist inzwischen warm, doch ein paar späte Gäste retten uns durch mitgebrachte Eiswürfel. Kölsch on Ice schmeckt gar nicht mal so schlecht. Inzwischen ist der Grill einem Lagerfeuer gewichen. Das Fass ist immer noch nicht leer. Die Party erreicht gegen drei Uhr einen ersten Tiefpunkt. Scott und Dennis schnarchen auf ihren Matten auf dem Boden, ein weiterer Gast versucht, nach sehr viel Wodka wieder nüchtern zu werden. Nur Patti und ich sind noch munter und halten das Feuer lebendig. Wir verfeuern ein paar alte Weinkisten mit merkwürdigen Aufdrucken „Wein schenkt Freude“. Das Kölsch schenkt zu dem Zeitpunkt keine Freude mehr, es ist einfach genug. Nicht weit entfernt, unter der Mülheimer Brücke, geht immer noch die Post ab. Jugendliche tanzen dort Open Air zu House und Pop. Wir wollen die Dämmerung abwarten, damit wir das mitgebrachte Zelt und all die anderen Sachen wieder einpacken können, jetzt ist es zu dunkel. Um halb sechs kommt Olli mit seinem kleinen Transporter angefahren, wir packen allen Kram in sein Gefährt. Zehn Liter altes Kölsch sind zuvor ins Erdreich versickert. Sonntagsmorgens um halb sieben auf die Straßenbahn zu Warten, lässt einen als 40-Jährigen ganz schön alt aussehen. Um einen herum lauter junge Leute, die vom Feiern kommen. Um sieben Uhr ist die Party für mich zu Ende. Mein Bett ruft mich, ganz laut…
Nachtrag: Was man sonst noch so bei der Rückkehr von der Party erleben kann…

Asiatische Knatterdroschken in der Ehrenstraße in Köln. Der Grund: Von Axe gibt es ein neues Duschgel mit der Duftnote "Thai Massage". Ich habe noch keine Ahnung, wonach Thai-Massage riechen mag, aber die Promo-Idee ist nett.
M ist zurück in Bangkok und redet mit J über E, damit der Bescheid weiß. J schickt C über den MSN-Messenger ganz viele weinende Smilies. M will nicht mit J ausgehen, er will E sehen und verlässt das Haus. J schickt eine SMS, das er zu einem Freund fährt und dort übernachten wird, bleibt aber zu Hause. M bringt E mit ins Haus, dass er sturmfrei wähnt. N (der Untermieter im Haus) schickt C per Messenger eine Live-Reportage: „Something is wrong. J is talking very loud. He is fighting with E. Now M und E leave the house“ J klingelt bei C an, noch ganz im Drama-Queen-Modus: „I can stay, i can go or i kill myself.“ C ruft M an und schimpft, das Gespräch endet abrupt. Dann gehen erst mal alle schlafen. Das Drama-Queen-Dasein ist anstrengend.
Die existenziellen Fragen werden in der Kölner Fachhochschule gestellt, der Gedankenschmiede, in der die Elite der künftigen Maschinenbauingenieure herangezogen wird. Eine dieser Fragen, die die Welt bewegen, hängt im Schaukasten des Bundesverbandes für Schweißtechnik: „Schweißtechnik. Wozu?“. Ja, wozu eigentlich? Immer diesen hässlichen Schweißnähte, die Wülste, die sich wie fette Narben um Rohre und Stahlträger winden. Wer braucht so was? Keiner! Ist ja auch für die Augen schädlich, Schweißnähte zu produzieren. Man kennt das: Bei Schweißarbeiten an den Straßenbahngleisen, muss man immer in das viel zu grelle Licht des Schweißbrenners starren, weil es einen hypnotisiert. Selbst wenn man weiß, das man davon blind werden kann. Ohne Schweißtechnik wäre die Welt viel friedlicher. Keine Panzer, keine Raketen. Osama hätte kein Ziel gehabt für seine Flugzeuge. Schweißtechnik wozu? Für Nüsse…
Die Macher der Science Fiction Serie Stargate Atlantis tun wirklich alles, um die Star Trek-Gemeinde in ein anderes Universum zu ziehen. So gibt es in der ersten Staffel in den Dialogen jede Menge Anspielungen auf Star Trek. Zudem tritt Colm Meany (Miles O’Brian von „ST Next Generation“ und „ST Deep Space Nine“) mehrmals in kleinen Rollen auf. In der zweiten Staffel gibt es ein Wiedersehen mit Connor Trineer (Commander Charles Tucker in „ST Enterprise“). Jetzt ist in den USA gerade die dritte Season angelaufen, und gleich in der zweiten Folge taucht plötzlich Robert Picardo auf, der holographische Doktor aus „ST Voyager“. Solange nicht William Shatner plötzlich an Bord gebeamt wird oder die Borg auftauchen, sind diese Reminiszenzen ja ganz witzig. Schließlich gibt es derzeit keine aktuelle Star Trek-Serie und bis zum nächsten Spielfilm muss man sich noch bis 2008 gedulden.
Inzwischen kommt man sich vor wie in einer schlechten Telenovela: Heute meldet sich über gayromeo ein Ch aus Paris bei C. Er kenne E in Bangkok durch mehrere Besuche nun bereits etwas länger, und er sei verliebt in ihn. Aber E hätte nie von Liebe zu ihm gesprochen. Und nun ist da aber M ganz neu im Spiel, und das verstünde er nun überhaupt nicht. Ch hat allerdings momentan noch einen Boyfriend, mit dem wolle er aber nicht mehr zusammen sein, er wolle E. „Warum lässt du es zu, das sich dein Freund in E verliebt?“ stellt Ch die Frage an C. Falsche Frage Ch. Setzen, und nochmal das Kapitel über die Liebe und ihre Besonderheiten durcharbeiten. M meint, Ch sei möglicherweise ein Faker, das Profil ist relativ neu, ohne irgendwelche Verlinkungen zu Freunden. Nur welchen Sinn soll dieses idiotische Spiel dann haben?
Upiepupie hat sich für den Kölner CSD ordentlich vorbereitet, um den maximalen Lustgewinn aus dem Event für sich zu ziehen. Der Amsterdamer klopft bei Micha am Donnerstag abend über gayromeo an, und fragt nach einem Date. Micha schlägt einen Dreier vor, was Upiepupie (so halt sein Nickname) begeistert begrüßt. Er will irgendwelche psychogenen Pilze und Kokain mitbringen. Wir, völlig unerfahren im Gebrauch solcher „Chems“, wollen nicht unhöflich sein und ermuntern, mitzubringen, was immer beliebt. Telefonnummern und ein paar sexuelle Fantasien werden noch ausgetauscht, man verabredet sich locker für den Samstag. Upiepupie landet das erste Mal auf Michas Handy am Montagmorgen gegen halb sechs. Um halb neun, wir sitzen gerade beim Frühstück, ein weiterer Kontaktversuch von ihm. Von Drogen verstrahlte CSD-Touristen, die vermutlich die Nacht über nicht geschlafen haben, früh morgens zu einem Date zu empfangen, und dabei selber nüchtern zu sein, das erscheint uns nicht gerade verlockend. Wir lassen es klingeln. Um zehn Uhr eine SMS: „Hi Martin, ich bin jetzt auf dem Weg nach Bonn, hol mich bitte um 10:20 Uhr ab.“ Upiepupies vorbereitete Liste ist glücklicherweise lang genug. Ich hoffe nur, er hat diesen Martin trotz der Verwechslung von Handynummern in Bonn gefunden.