Wenn frisch Verliebte das Gespräch mit dem eifersüchtigen Gatten über die momentane Situation suchen, nutzen sie Argumente, die zum klassischen Repertoire solcher Diskussionen gehören. Das ist wahrscheinlich weltweit universell. Wer im Falle des Falles ein paar Argumentationshilfen benötigt – Hier ein paar Beispiele:
M sagt: „Hey, Du bist und bleibst die Nummer 1“
C kommentiert: Ja ja, nur wie ist das mit der Nummer 1 gemeint? Im Sinne von Dienstältester? Möglicherweise nicht mehr der erste in Sachen Liebe zu sein, und teilen zu müssen, das ist es, was am meisten verunsichert.
M sagt: „So eine neue Beziehung, das muss doch nach so langer Zeit möglich sein“
C kommentiert: In dem Satz stecken mehrere Botschaften: Ich will dich nicht wegen eines anderen verlassen. Wir kennen uns nun schon so lange, das wir wissen, was wir aneinander haben und vertraue mir, dass das so bleiben wird. Möglicherweise muss „so was“ nach so langer Zeit tatsächlich möglich sein. Es gibt Beispiele, wo dies gelungen ist, die wir auch in unserem Buch „Fremdgehen macht glücklich“ dokumentiert haben. Die Freiheiten, die wir uns in der Vergangenheit gegenseitig gewährt haben, sorgten mit für dieses Grundvertrauen, das uns trägt. Alle Affären mit Männern nebenher spielten keine Rolle, denn man konnte darauf vertrauen, dass der Andere danach wieder im wahrsten Sinne des Wortes „nach Hause“ kommt. Es ist erstaunlich, wie viel Zufriedenheit man allein aus dieser Gelassenheit und Vertrautheit im Umgang miteinander ziehen kann. Dumm nur, wenn dem Partner dieser Sockel für eine Beziehung nicht mehr ausreicht, und er romantische Abenteuer erleben will, während der Andere den Wunsch nach dieser Art von Veränderung gar nicht verspürt.
M sagt: „Das ändert nichts an unserer Beziehung“
C kommentiert: Stimmt! Aber nur aus der Sicht des Verliebten. Für M haben sich seine Gefühle mir gegenüber nicht verändert. Alles ist für ihn fast, wie es vorher war. Wir leben zusammen, wir beweisen uns unsere Liebe, wir arbeiten an unseren Projekten, wir bauen uns trotz aller Schwierigkeiten unsere wirtschaftliche Zukunft weiter aus. Und wir kennen unsere persönlichen Schwächen, unsere Wünsche, unsere Grenzen. Für mich dagegen ändert sich enorm etwas in dieser Beziehung: Mein Bedürfnis nach Sicherheit an einem der zentralsten Punkte meines Lebens wird nicht mehr befriedigt.
M sagt: „Mach dir keine Gedanken, ich weiß doch gar nicht, was in ein paar Wochen sein wird“
C kommentiert: Ja, gerade deshalb mache ich mir ja Gedanken, ich weiß nämlich auch nicht, was in ein paar Wochen sein wird. Meine Erfahrung sagt mir: Alles ist möglich bei diesen Liebesgeschichten. Und sollte E nicht der Richtige sein, weil er nicht klarkommt mit mir als dienstältester Ehemann an der Seite von M, gibt es vielleicht bald einen F, G, H, I, oder J…