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Archiv: Samstag, 19. August 2006

2006 19 Aug

Anruf gegen die Panik

Abgelegt unter: Köln,Schwul | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

hlust200.jpgAnruf von F., einem Koreaner, der in NRW studiert, und mit dem ich mich alle paar Monate mal für ein nettes tête à tête treffe. Krank sei er gerade, Grippe mit Fieber und Nachtschweiß. Und er habe große Angst, weil er zwei Tage zuvor in eine sexuell riskante Situation geraten sei, und kurz darauf die Erkältung bekommen habe. F. ist gerade experimentierfreudig, will neue Erfahrungen sammeln als Passiver und gerät prompt an jemandem, der mal zwischendurch versucht, die Safer Sex-Regeln außer acht zu lassen. F. bemerkt das noch rechtzeitig, so dass er nur einem begrenzten Risiko ausgesetzt war. Aber jetzt ist er in völliger Panik. In diesem Telefonat merke ich mal wieder, wie unendlich wichtig und auch mühsam die Präventionsarbeit der Aidshilfen ist. Die Safer Sex-Botschaft kommt zwar in der Regel irgendwie an, aber oft genug nur sehr oberflächlich. Das von den Aidshilfen entwickelte Modell des persönlichen Risikomanagements funktioniert aber nur, wenn man wesentlich mehr weiß als die Kondomregeln. Ich kann F beruhigen, ihm die Sorge wegen der Erkältung nehmen, ihm die Risikosituation erläutern, und ihm Tipps geben, wo er anonym in ein paar Wochen den Test machen lassen kann, damit er – wir denken optimistisch – seine Sicherheit zurück erlangt und sich den Spaß am Sex nicht verderben lässt.

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