Beinahe wäre ich ja frustriert aber glücklich aus der Phoenix-Sauna gekommen. Frustriert, weil an den Sonntagen die mehreren hundert Männer, die dort cruisend unterwegs sind, unglaublich zickig sind in der Wahl ihrer Partner. Ich verhalte mich da leider nicht anders. Die, die ich will, wollen mich nicht. Die, die mich wollen, will ich nicht. Glücklich aber, weil der Sonntag Wellness-Sauna mit stündlichen Aufgüssen ist, die zumindest ebenfalls ein paar Glückshormone freisetzen.
Mein Frust wäre hier keine Geschichte wert gewesen, wenn nicht plötzlich, gerade als ich mich zum Gehen aufraffen wollte, Hubertus vor mir gestanden hätte. Ein langhaariger blonder rauchender Riese, mindestens 1,90 Meter groß, höchstens Mitte 20. Er nimmt mich, der ich brummig vor der Dampfsauna sitze, kurz ins Visier, setzt sich neben mich und fragt:
„Sag mal, kommst du vielleicht aus Düsseldorf?“
„Sehe ich wie ein Düsseldorfer aus? Nein, ich komme aus Köln.“
„Ach so, ich bin hier gerade aufgewacht. Ich bin heute morgen um drei hier völlig betrunken gelandet und hab mich erstmal zum Pennen hingelegt. Und jetzt ist es schon fast acht Uhr abends. Ich bin echt durch den Wind. Magst du Hunde?“
„Nein. Ich nehme an, du hast welche?“
„Ja, zwei Stück. Ich bin übrigens Hubertus.“
„Hallo Hubertus, ich bin Christian.“
„Bist du mit dem Auto hier?“
„Nein, hab kein Auto, ich fahre mit der Bahn.“
„Hmm, das ist jetzt total asozial, dass ich das tue, aber ich wollte dich fragen, ob du mir vielleicht helfen kannst. Ich muss heute noch zurück nach Düsseldorf, und hab keine Kohle mehr. Ich war letzte Nacht auf irgendeiner Party in Köln auf so einem Boot und hab heute nacht in der Sauna mein letztes Geld für den Eintritt verbraten. Ich meine, ich könnte auch schwarzfahren, aber ich hab auch meinen Ausweis nicht dabei, und wenn ich ohne Papiere und ohne Fahrschein erwischt werde, schleppen die mich zum BGS, und das ist voll der Stress. Ich würde dir spätestens Dienstag das Geld zurückschicken, ich brauche nur deine Adresse.“
„Ich mach so was total ungerne. Ich habe selber wenig Kohle, und ich kenn dich nicht, und wenn ich Pech habe, und deine ganze Geschichte stimmt nicht, und du schickst mir das Geld nicht zurück, dann ärgere ich mich doppelt.“
Hubertus sucht bereits während seiner ersten Düsseldorf-Frage den Körperkontakt zu mir. Während des weiteren Gesprächs über Vertrauen und Glauben wird er immer kuscheliger, küsst mich dann irgendwann. Wir verschwinden in eine der Kabinen. Sex zwischen einem Nüchternen und einem immer noch Betrunkenen ist naturgemäß nicht so aufregend. Hubertus verlässt etwas später um 20 Euro reicher die Sauna. So wie er aussieht, hat er nun tatsächlich ein Bett nötig. Und ich werde spätestens Ende der Woche wissen, ob ich wenig Geld für schlechten Sex bezahlt habe, oder ob das die Zinsen für ein kleines Darlehen gewesen sind.


Aus der Abteilung schlechte Übersetzungen, heute: Die
Alle paar Wochen steht der Einkauf im Real-Markt an. Wir sind nicht so sehr die Großfamilien-Vorratskäufer für Lebensmittel, die man in diesem Markt bevorzugt antrifft. Das lohnt sich für uns einfach nicht. Wohl aber versorgen wir uns dort mit Wein und Bier, was unseren Einkaufswagen immer Aussehen lässt, als ob wir in Kürze das große Besäufnis starten. Das wir großzügig zulangen, ist unter anderem der Brauerei Oettinger zu verdanken, die den Kasten Weizenbier für rund 7 Euro anbietet, und damit fast um die Hälfte billiger als alle anderen Biermarken. Die Oettinger-Brauerei produziert in Deutschland inzwischen das meiste Bier , 6,4 Millionen Hektoliter Bier wurden 2004 verkauft. Und mittlerweile haben sie auch alle möglichen Sorten im Angebot, so auch alkoholfreie Biere oder kalorienreduziertes Weizenbier. Leider ist der Real-Markt sehr konservativ in der Auswahl der verkauften Sorten. Und von Oettinger stehen grundsätzlich zu wenig Kisten im Lager. Vielleicht fürchtet man, auf den teuren Sorten Sitzen zu bleiben. Zum Glück hat Oettinger eine Website und darauf auch ein Kontaktformular, über das man sich nach Bezugsadressen erkundigen kann. Heute kam die Antwort, und ich weiß jetzt, wo ich heute abend mal shoppen gehen werde:
Letzten Sonntag hat Claus Vinçon seinen vorerst letzten Auftritt in der Lindenstraße gehabt. Die Serienfigur Georg Eschweiler, alias „Käthe“ ist laut Drehbuch für ein Engagement als Schauspieler nach New York gegangen. Wann Vinçon wieder zur Lindenstraße zurückkehren wird, ist noch nicht geklärt, derweil lässt er aber seine Serienfigur ein