Vor wenigen Wochen ist die neue Gruppe fünf thailändischer Elefanten im Kölner Zoo angekommen. Jetzt versucht die neue Elefantenkuh zu putschen und macht der bisherigen Leitkuh den Führungsposten streitig. Anders als beim Putsch in Bangkok wird hier allerdings ordentlich gekämpft und es gibt Verluste, wie der Kölner Express berichtet. Der Jungbulle Sang Raja, der sich in den Fight der Damen eingemischt hatte, musste seinen leichtsinnigen Einsatz mit dem Verlust eines Stoßzahnes bezahlen.
Archiv: September 2006
Bislang habe ich es vermieden, dem Trend folgend YouTube-Videos in mein Blog einzubinden. Nichts ist langweiliger als ein Weblog, das mit verwaschenen Videoschnipseln vollgestopft ist. (Noch langweiliger sind die Fotoblogs mit irgendwoher geklauten 08/15-Models). Leute, habt ihr keine eigenen Ideen und Inhalte? Zudem versäumen die eifrigen YouTube-Jäger und Sammler auch oft, mitzuteilen, was einen denn nun tolles, lustiges oder sensationelles erwartet, wenn man auf den Start-Button drückt. Heute mache ich aber eine Ausnahme, denn bei diesen zwei Videos, gefunden bei ehrensenf, habe ich mich wirklich schlapp gelacht. In „Der Wettermann und die Küchenschabe“ beweist das amerikanische Pendant von Kachelmann, welch ungeheuren Stimmumfang er besitzt. Vom tiefen seriösen Plaudern über Hurrikans bis hin zum hysterischen Gekreische. Im zweiten Video wird ein dicker Junge von den Gurten in so einer Art Achterbahn arg an der Atmung gehindert. Was seine Mutter nur zu einem hässlichen Lachflash animiert. Ich glaube, so entsteht Mutterhass.
[youtube ZXUnsAXKSro]
[youtube j3URHL-2Gvg]
Die Nachricht erreicht mich in Köln eher als Micha in Bangkok. Die BBC schickt gegen halb sechs abends eine Breaking News auf den Bildschirm meines Kollegen Dennis: „Das Militär hat Panzer vor dem Regierungsgebäude in Bangkok auffahren lassen.“ „Kauf genug Bier im 7/11 und verrammel das Haus, das Militär übernimmt die Stadt“, funke ich Micha über Skype an. Wenig später bekommt er auch von anderer Seite Neuigkeiten mitgeteilt: Premierminister Thaksin, der gerade in New York weilt, hat den Ausnahmezustand über der Stadt verhängt. Die Polizei schickt bereits alle Barbesucher und Partygänger nach Hause. Es ist tatsächlich wahr: Einen Monat vor den nächsten regulären demokratischen Wahlen putscht das Militär mit dem Ziel, Thaksin aus dem Amt zu jagen. Da das Militär inzwischen auch die TV-Stationen übernommen hat, kann man sich nur noch über Sender wie CNN über das Geschehen informieren. Ich erzähle Jay, welche Bilder der US-Sender live aus dem Regierungsviertel nahe der Kao San Road zeigt. Das CNN zwischen der Berichterstattung auch Werbepots über den tollen neuen Bangkoker Flughafen zeigt, der in Kürze öffnen soll, verrate ich ihm nicht.
2006 17 Sep
Sister George darf nicht sterben
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Das Recherche-Gespräch mit dem frisch gebackenen Bundesverdienst- kreuzträger und altgedienten schwulen Aktivisten Georg Roth vor ein paar Wochen gab mir den Kick, mir jetzt doch mal endlich den Film „The Killing Of Sister George“ anzuschauen. Bislang hatte ich nur Rezensionen dazu gelesen und kurze Ausschnitte gesehen. Sister George ist die Kunstfigur, die Georg Roth seit Jahren bei regelmäßigen Auftritten pflegt. Seine Inspiration dazu kam eben aus jenem Film. Regisseur Robert Aldrich erzählt die Geschichte von June „George“ Buckridge, die für eine BBC-Serie eine naiv-grundgute Krankenschwester auf dem Lande mimt. Im Privatleben ist sie eine trinkfeste, obszöne und überaus eifersüchtige Butch-Lesbe, die ihre wesentlich jüngere Geliebte gern auch mal mit SM-Spielen abstraft. Als Sister George sturztrunken in ein mit zwei Nonnen besetztes Taxi stürzt und diese belästigt, beginnt der Stern der alternden Schauspielerin zu sinken. Ihre größter Albtraum wird wahr: Sister George soll per Unfall aus dem Serien-Leben scheiden. Und auch ihrer Freundin kann sie sich nicht mehr sicher sein. Der 1968 entstandene Film hat eine für diese Zeit ungewöhnlich offen gezeigte lesbische Sexszene. Und er zeigte erstmals wie selbstverständlich eine längere Szene in einem lesbischen Club. Der Klassiker des Queer Cinemas ist intelligent inszeniert und wird mit sehr viel Witz erzählt. Unbedingt empfehlenswert.
Beim Zappen durch die digitalen Kanäle von Netcologne gerade bei Dügün TV hängen geblieben. Laut eigenen Angaben ist es der weltweit erste Hochzeitskanal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es irgendwo in den USA auch einen Wedding Channel gibt. Aber der aus Köln stammende Sender ist auf jeden Fall der Erste, der stundenlang türkische Hochzeiten im Videocam-Amateurfeeling überträgt. Die, die gerade gezeigt wird, findet in irgendeiner hässlichen Multifunktions-Turnhalle statt. Die Stimmung ist aber klasse. Trotz der förmlichen Kleidung mit langen Kleidern und Anzügen tanzen sich alle beim wirklich guten Türkpop die Seele aus dem Leib. Und die etwas moppelige Braut singt für ihren ebenso fülligen Ehemann.
2006 8 Sep
Eifersuchtsblog (13) Zurück auf Los
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C kehrt zurück nach Köln. Nicht nur, weil er gerade krank ist, sondern auch, weil Ms Vorstellung davon, wie das Beziehungsmodell mit ihm, E, J und C funktionieren soll, in der ersten Woche komplett schief gegangen ist. C will sich keinen weiteren Enttäuschungen mehr aussetzen und geht. Alle sind sehr traurig, nur E freut sich. Er verbucht für sich einen Punktsieg. E wird sich täuschen, C will die Beziehung mit M auf keinen aufgeben und dafür kämpfen. Und M wird sich für ein Modell entscheiden müssen, das entweder alle zufrieden stellt, oder bei dem er einen Teil seines Lebens hinter sich lässt.
2006 5 Sep
Eifersuchtsblog (12) – Enttäuschungen
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C ist seit ein paar Tagen in Bangkok, und fühlt sich bereits vernachlässigt. C argumentiert: Wenn M bereits so viel Zeit in den vergangenen Wochen mit E verbringen konnte und C in wenigen Wochen auch schon wieder weg muss, und man sich dann wieder für länger nicht sieht, und dann M ihm nicht ganz selbstverständlich seine Zeit widmet und Nähe schenkt, dann ist das enttäuschend. E ist eifersüchtig, obwohl ihm derzeit die meiste Aufmerksamkeit geschenkt wird. J ist irgendwie froh, das C da ist, das macht ihn etwas relaxter. Und M ist ebenfalls völlig unzufrieden, weil er derzeit die unterschiedlichen Erwartungen von keinem der ihm nahe Stehenden erfüllen kann. Wer den Anfang verpasst hat, klicke hier…
Was macht man, wenn man in Bangkok ankommt, als erstes? Möglichst lang aufbleiben, um den Zeitunterschied von derzeit fünf Stunden schnell einzuholen. Dazu kann man zum Beispiel das Balcony aufsuchen, die Bar in der Silom Soi 4. Anschließend geht man noch ein Stündchen ins DJ. Die Disco ist nicht voll am Donnerstagabend. Erst am Freitag beginnt das Wochenende und der neue Monat mit frisch ausgezahlten Gehältern. Und dennoch trifft man genug Leute, die immer hier sind. Wie zum Beispiel die Thai-Husche, die exaltiert tanzt, künstlich lacht und sich bewegt wie eine Diva. Oder das ältere Paar mit ihren Handicaps. Der erste trägt eine dieser Krankenkassen-Perücken auf dem Kopf, denen man sofort ansieht, dass sie nicht echt ist. Er zieht seinen blinden Freund hinter sich her. In der Regel stellen sie sich an eine feste Stelle im DJ hin und warten, bis sie von einem der Jungs angesprochen werden. Wie immer gibt es auch ein paar Personen, die man noch nicht gesehen hat und die durch etwas Besonderes auffallen. Gestern war es der sehr dicke Tourist, der viel tanzte und Spaß hatte. Auf seinem T-Shirt hatte er das Logo eines Mastschweins prangen. Das fand ich großartig, weil es so ungeheuer souverän ist.
