Ende Juli entdeckte ich die Website mit dem lustigen Sextoy „OhMyBod“. Einen Vibrator, den man an seinen iPod oder sonstigen MP3-Player anschließt und der dann im Rhythmus der Musik schwingt. Geiles Thema für queer.de, dachte ich und fragte beim amerikanischen Unternehmen gleich mal wegen einem Ansichtsexemplar nach. Die freuten sich über das Interesse aus Germany und sagten eine Lieferung zu. Statt des Gerätes lieferte die Post heute einen grünen Schein aus, der besagte, das die Ware beim Zollamt läge, und man bitte Kaufbelege beibringen möge. Eventuell würden Zollgebühren anfallen.
Das Zollamt liegt – extrem kundenfreundlich – in Wahn, noch hinter dem Flughafen, in einer Gegend, wo die Straßen bereits Namen haben wie „Kornblumenweg“ oder „Auf Dem Acker“. Zwei Stunden Zeit sollte man für die ganze Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln schon einplanen. Im Flur der Behörde steht ein Haufen Leute, die alle miesepetrig gucken, weil sie der Zoll in die Pampa gezwungen hat und sie vor allen anderen Wartenden angeben müssen, was sie denn da bestellt hätten. Meist ebay-Kunden, die Ware im Ausland ersteigert haben, die ohne Rechnung angekommen ist. Ein schlunzig gekleideter fülliger Mann mit Kassengestellbrille (garantiert kein iPod-Besitzer) nimmt sich meiner an, holt das Paket, leitet mich zu einem kleinen Tischchen direkt zwischen den Klos und fragt: „Rechnung dabei oder ebay?“. Ich zeige ihm den ausgedruckten E-Mailwechsel zwischen mir und der Firma. Ausführlich liest er von schwuler Zielgruppe, Vibratoren und lustigen Sextoys, die kostenlos zur Verfügung gestellt würden. Etwas peinlich berührt scheint er jetzt doch zu sein und entlässt mich mit einem genuschelten „Also, na gut“.
Archiv: Montag, 9. Oktober 2006
2006 9 Okt
Als ich meinen Vibrator beim Zoll holen durfte
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2006 9 Okt
Eifersuchtsblog (15) – Silentio
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M ist auf dem Weg nach Berlin und C ist froh, das er aus dem Haus ist. Die vergangene Woche war grässlich anstrengend. C schweigt seit letzten Montag beleidigt, richtet nur noch wegen beruflichen Dingen das Wort an M, der dies mit ebenfalls grimmigem Verstummen quittiert. C ist wieder eifersüchtig. Denn M trifft E, der sich "zufällig" gerade in Paris aufhält, in Berlin. Sie werden die Woche dort gemeinsam verbringen.
