"Sagen Sie, gehört der Hund hier ihnen?“
„Nein.“
„Ich möchte nämlich da durch.“
„Ach, der sieht so aus, als würd der nix tun. Probieren sie es ruhig mal.“
„Wissen Sie, ich habe Angst vor Hunden.“
„Ja, das kann ich verstehen. Zu groß find ich auch nicht gut.“
Ein höflicher Plausch zwischen einer ängstlichen Dame und einem homosexuellen Herrn vor der Kuchentheke im Café Wahlen am Hohenstauffenring . Es ist Sonntagnachmittag und der Laden brummt. Denn das Traditionshaus ist nicht nur beliebter Treffpunkt für die älteren Semester, er ist seit einiger Zeit auch inoffizieller Mittelpunkt der schwulen Kaffeetrinkerszene. Sonntags geht Mann ab drei für ein Kännchen Mokka und ein Zitronenröllchen ins Wahlen. Gay meets Grey, und das auf äußerst zuvorkommende und stilvolle Weise. Beide Gruppierungen sind sich ihrer kleinen Eitelkeiten wohl bewusst. Das beginnt schon beim Betreten des Cafés. Wer sich an einen Tisch setzen will, muss die kleine Treppe erklimmen und den Raum durchschreiten. Wie auf einem Laufsteg, ausgelegt mit Wohnzimmerteppich, läuft jeder mit einem wissendem Lächeln an den besetzten Plätzen vorbei und ist dabei den neugierigen Blicken der Zucker- und Koffeinverzehrenden Gästen ausgesetzt. Die Lust am Tratschen treibt alle hierher. Die lustigen Witwen tuscheln über den reiferen Mann, der mit seinem jungen Lover am Nebentisch sitzt. Die Herren Damen kichern über die mitunter allzu gewagten Kleider der betuchten Rentnerinnen. Und dann überall die Hunde, versehen mit strassbesetzten Halsbändern, verhätschelt mit schicken Wärmeleibchen.
Die Bedienungen in den Rüschenschürzchen balancieren ihre überbordenden Tabletts mit Torten und Irish Coffee durch die Menge. Ein bisschen so wie die Frauen auf dem Oktoberfest, die ihre Maßkrüge vor sich herschieben. Die Gespräche wogen durch den Raum, und mitunter wird es mit einem Mal einige Dezibel leiser. So als hätte plötzlich der Kaffeeklatsch-Kampferprobte Ralph Morgenstern den Laufsteg betreten, und alle warten nun auf seine neuesten Gerüchte. Glücklicherweise steht er nicht dort, das wäre jetzt auch zu viel des Guten. Langsam steigt der Lärmpegel wieder, und alle schauen nach der Erhöhung ihrer Blutzuckerspiegel ein Stück weit zufriedener in die Zukunft. Nur die Hunde, die wirken immer etwas traurig. Die kriegen nämlich höchstens einen Wassernapf serviert. Hundekuchen steht nicht auf der Karte.


Der Deutsch-Rapper, der da laut vernehmlich aus dem Handy des Typen in der Linie 9 quäkt, singt über erstaunliche Dinge. Das „F-Wort“ kommt sehr häufig in den Texten vor, und dann möchte er dauernd seine Geschlechtsteile in anderer Leute Körperöffnungen stecken. „Schon wieder so einer, der keine Kopfhörer hat“, denke ich. „Der ist wohl zu arm, sich Kopfhörer zu leisten“, lästert die Frau mir gegenüber. „Hoho, wir machen mal am besten eine Sammlung für ihn“, bemerkt der Mann neben mir. Eine Oma murmelt was von schwerhörig und kichert dabei. Ja die Kölner, die sind jot dropp, die scherzen selbst über asoziales Verhalten. „Kannst du die Musik mal leise stellen, das nervt“ fordert ein Mädel den Störenfried auf, der mit gequältem Gesichtsausdruck endlich den Kleinkinder-Fäkalwort-Rap runter dreht. Ich werde doch mal bayerische Blasmusik auf mein Handy aufspielen. Als Kontrastprogramm, fürs nächste Mal.
Mit dem Update von WordPress auf Version 2.05 kam auch endlich ein funktionierendes Skript für den Import aus meinem alten Blog mit. Herzlichen Dank dafür in Richtung Unbekannt! Alle alten Einträge sind nun hier verfügbar. Ein paar Fehler bei Umlauten und Kategorisierungen müssen noch ausgemerzt werden. Tatsächlich bin ich bereits seit zweieinhalb Jahren Blogger, wie ich überrascht feststellte!
Wie muss das ideale Magazin für Schwule aussehen? Hochglanzpapier natürlich. Jede Menge halbnackte oder besser noch ganz nackte Männer mit Model-Maßen. Klar. Ganz viele Seiten mit Lifestyle-Tools für den stilsicheren erfolgreichen einkommensstarken Homosexuellen von heute? Sicher. Ganz sicher? Es geht auch völlig anders, wie das aus den Niederlanden stammende Magazin
US-Präsident George W. Bush ist tot. Er wurde vor dem Sheraton Hotel in Boston am 19. Oktober 2007 durch einen unbekannten Gewehrschützen ermordet. Diese Fiktion, inszeniert als Dokumentation, die im Jahr 2008 Rückschau hält, erregt in den USA derzeit die Gemüter. Erzählt wird in