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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: November 2006

2006 21 Nov

Enne Besuch im Café

Abgelegt unter: Köln, Schwul | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

hp_wahlen1.jpg"Sagen Sie, gehört der Hund hier ihnen?“
„Nein.“
„Ich möchte nämlich da durch.“
„Ach, der sieht so aus, als würd der nix tun. Probieren sie es ruhig mal.“
„Wissen Sie, ich habe Angst vor Hunden.“
„Ja, das kann ich verstehen. Zu groß find ich auch nicht gut.“

Ein höflicher Plausch zwischen einer ängstlichen Dame und einem homosexuellen Herrn vor der Kuchentheke im Café Wahlen am Hohenstauffenring . Es ist Sonntagnachmittag und der Laden brummt. Denn das Traditionshaus ist nicht nur beliebter Treffpunkt für die älteren Semester, er ist seit einiger Zeit auch inoffizieller Mittelpunkt der schwulen Kaffeetrinkerszene. Sonntags geht Mann ab drei für ein Kännchen Mokka und ein Zitronenröllchen ins Wahlen. Gay meets Grey, und das auf äußerst zuvorkommende und stilvolle Weise. Beide Gruppierungen sind sich ihrer kleinen Eitelkeiten wohl bewusst. Das beginnt schon beim Betreten des Cafés. Wer sich an einen Tisch setzen will, muss die kleine Treppe erklimmen und den Raum durchschreiten. Wie auf einem Laufsteg, ausgelegt mit Wohnzimmerteppich, läuft jeder mit einem wissendem Lächeln an den besetzten Plätzen vorbei und ist dabei den neugierigen Blicken der Zucker- und Koffeinverzehrenden Gästen ausgesetzt. Die Lust am Tratschen treibt alle hierher. Die lustigen Witwen tuscheln über den reiferen Mann, der mit seinem jungen Lover am Nebentisch sitzt. Die Herren Damen kichern über die mitunter allzu gewagten Kleider der betuchten Rentnerinnen. Und dann überall die Hunde, versehen mit strassbesetzten Halsbändern, verhätschelt mit schicken Wärmeleibchen.

Die Bedienungen in den Rüschenschürzchen balancieren ihre überbordenden Tabletts mit Torten und Irish Coffee durch die Menge. Ein bisschen so wie die Frauen auf dem Oktoberfest, die ihre Maßkrüge vor sich herschieben. Die Gespräche wogen durch den Raum, und mitunter wird es mit einem Mal einige Dezibel leiser. So als hätte plötzlich der Kaffeeklatsch-Kampferprobte Ralph Morgenstern den Laufsteg betreten, und alle warten nun auf seine neuesten Gerüchte. Glücklicherweise steht er nicht dort, das wäre jetzt auch zu viel des Guten. Langsam steigt der Lärmpegel wieder, und alle schauen nach der Erhöhung ihrer Blutzuckerspiegel ein Stück weit zufriedener in die Zukunft. Nur die Hunde, die wirken immer etwas traurig. Die kriegen nämlich höchstens einen Wassernapf serviert. Hundekuchen steht nicht auf der Karte.

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2006 14 Nov

Mein Name ist Bond…

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jamesbond.jpgPressevorführungen sind was Tolles. Man braucht keinen Eintritt zahlen, kann sich seinen besten Platz aussuchen, kriegt Getränke umsonst, braucht keine Werbung zu schauen und bekommt den Film auch noch oft im Originalton gezeigt. Etwas nervig sind nur die Metalldetektoren und die Durchsuchungen, damit man ja keine Kamera mit in den Saal nimmt. Der neue Bond, der am Montag gezeigt wurde und über den alle im Vorfeld soviel mäkelten, ist meiner Meinung nach ziemlich klasse. Sehr geile akrobatische Stunts und ein überzeugender Daniel Craig, der 007 Nummer 6 ist. Etwas zu brutal für meinen Geschmack und zwischendurch ist die Story auch ziemlich abstrus. Aber das kennen wir ja bereits aus vielen Filmen zuvor. Und zwischendurch immer wieder ironische Spielereien mit den Klischees des Bond-Universums. Zum Beispiel, als der Superspion vom Barkeeper gefragt wird, ob er seinen Martini geschüttelt oder gerührt haben möchte, und der nur antwortet: „Das ist mir scheißegal“. (Ab 23.11. im Kino)

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2006 9 Nov

Fäkal-Rap in der Linie 9

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rafae9.jpgDer Deutsch-Rapper, der da laut vernehmlich aus dem Handy des Typen in der Linie 9 quäkt, singt über erstaunliche Dinge. Das „F-Wort“ kommt sehr häufig in den Texten vor, und dann möchte er dauernd seine Geschlechtsteile in anderer Leute Körperöffnungen stecken. „Schon wieder so einer, der keine Kopfhörer hat“, denke ich. „Der ist wohl zu arm, sich Kopfhörer zu leisten“, lästert die Frau mir gegenüber. „Hoho, wir machen mal am besten eine Sammlung für ihn“, bemerkt der Mann neben mir. Eine Oma murmelt was von schwerhörig und kichert dabei. Ja die Kölner, die sind jot dropp, die scherzen selbst über asoziales Verhalten. „Kannst du die Musik mal leise stellen, das nervt“ fordert ein Mädel den Störenfried auf, der mit gequältem Gesichtsausdruck endlich den Kleinkinder-Fäkalwort-Rap runter dreht. Ich werde doch mal bayerische Blasmusik auf mein Handy aufspielen. Als Kontrastprogramm, fürs nächste Mal.

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2006 8 Nov

Sex in the City

Abgelegt unter: Köln, Schwul | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

webast.jpgWas machen drei Schwule im mittleren Alter, wenn sie in der Kneipe „Bastard“ zusammen kommen ? Sie trinken sehr viel eisgekühltes Weizenbier. Sie unterhalten sich über die eigenen körperlichen Gebrechen, bis sie merken, das sie bereits wie ihre Großmütter klingen. Um dann nahtlos zum Thema Sex überzugehen. Sie plaudern über safen und unsafen, käuflichen, missglückten, überraschend guten Sex, und das in einer erstaunlichen Offenheit. Ein sehr unterhaltsamer Abend.

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2006 6 Nov

Olle Kamellen

Abgelegt unter: Internet, Schwul | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

chriskoeln_old.jpgMit dem Update von WordPress auf Version 2.05 kam auch endlich ein funktionierendes Skript für den Import aus meinem alten Blog mit. Herzlichen Dank dafür in Richtung Unbekannt! Alle alten Einträge sind nun hier verfügbar. Ein paar Fehler bei Umlauten und Kategorisierungen müssen noch ausgemerzt werden. Tatsächlich bin ich bereits seit zweieinhalb Jahren Blogger, wie ich überrascht feststellte!  

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va_butt_book.jpgWie muss das ideale Magazin für Schwule aussehen? Hochglanzpapier natürlich. Jede Menge halbnackte oder besser noch ganz nackte Männer mit Model-Maßen. Klar. Ganz viele Seiten mit Lifestyle-Tools für den stilsicheren erfolgreichen einkommensstarken Homosexuellen von heute? Sicher. Ganz sicher? Es geht auch völlig anders, wie das aus den Niederlanden stammende Magazin „Butt“ seit fünf Jahren beweist.
Statt Hochglanz- Recyclingpapier mit einer einzigen Extravaganz: Es ist rosa. Statt ausgefallenem Design mit tollen Schriften ein Design wie aus der Schreibmaschine. Statt Lifestyle und Modeklons setzt man auf Inhalte und Bilder von Typen wie du und ich. Und dennoch ist es geiler, erotischer, frischer und vor allem authentischer als viele andere Homoblätter, die auf dem Markt sind. „Butt“ feiert nun seinen fünften Geburtstag und hat den Lesern zusammen mit dem Taschen-Verlag ein schönes Geschenk gemacht: Das Butt-Book mit dem Besten aus den vergangenen fünf Jahren.
Die beiden Herausgeber Jop van Bennekorn und Gert Jonkers haben im Frühling 2001 ganz bescheiden angefangen. „Butt“ war nichts anders, als ein kleines Undergroundmagazin für einen überschaubaren Kreis. Die Fangemeinde des englischsprachigen Blattes wuchs im Laufe der Zeit, und heute hat „Butt“ seine Fanbase überall auf der Welt. Fotografen und Künstler aus Europa und den USA beteiligen sich mit ihren Beiträgen. So ist unter anderem der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans regelmäßig dabei, aber auch der kanadische Filmemacher Bruce LaBruce. Die Beteiligung Kreativer ist ein Teil des Erfolgsrezeptes. Dazu gehören aber auch intelligente, witzige und außergewöhnliche Interviews, die man nirgendwo sonst zu lesen bekommt. Ein Highlight zum Beispiel ist das Interview mit R.E.M-Frontsänger Michael Stipe. Dazu kommen die Akt-und Erotik-Fotos mit Männern, die keinem der geleckten Schönheitsideale entsprechen, und die gerade verdammt sexy sind. Die richtige Würze verleihen Bennekorn und Jonkers dem Blatt durch den flapsig ironischen Ton, den sie in den Überschriften und der Gestaltung der Ausgaben pflegen. Sie nehmen alles nicht so ernst, vor allem sich selbst nicht.
„Butt“ ist in Deutschland – womöglich wegen der Sprachbarriere – immer noch ein Geheimtipp. Durch die Buchausgabe könnte sich das aber schleunigst ändern. Denn „Butt“, das ist der geile Hintern fürs kluge Hirn.

Butt Book, Jop van Bennekom und Gert Jonkers, 400 S. englisch, Taschen Verlag, 24,99 Euro

Das „Butt-Book“ wird vom Taschen Verlag gemeinsam mit den Herausgebern am 8.11. um 19 Uhr in Köln vorgestellt. Im neuen American Apparel-Shop, Ehrenstraße 60-64.

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2006 2 Nov

Death of a President

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doap1011.jpgUS-Präsident George W. Bush ist tot. Er wurde vor dem Sheraton Hotel in Boston am 19. Oktober 2007 durch einen unbekannten Gewehrschützen ermordet. Diese Fiktion, inszeniert als Dokumentation, die im Jahr 2008 Rückschau hält, erregt in den USA derzeit die Gemüter. Erzählt wird in "Death of a President" die Geschichte von Bushs Besuch in Boston, den gewalttätigen Demonstranten auf der Straße, dem Attentat und der anschließenden Aufklärung durch die Behörden, sowie der Justiz, die zwischenzeitlich den falschen Mann zum Tode verurteilt. Und das so realistisch und packend, das ich nach dem Anschauen versucht war, zur Sicherheit doch nochmal auf den Nachrichtenseiten im Web zu kontrollieren, ob es Bush gut geht. TV-Sender und Kinos in den USA weigern sich, den Film zu zeigen, die Kommentatoren in den Medien beklagen die ungeheure Respektlosigkeit, den Tod eines amtierenden Präsidenten zu inszenieren. Der Film zeigt auf jeden Fall, wie gut sich heute echtes Filmmaterial mit einer Fiktion so vermischen lässt, das es sich echt anfühlt.

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