Der Deutsch-Rapper, der da laut vernehmlich aus dem Handy des Typen in der Linie 9 quäkt, singt über erstaunliche Dinge. Das „F-Wort“ kommt sehr häufig in den Texten vor, und dann möchte er dauernd seine Geschlechtsteile in anderer Leute Körperöffnungen stecken. „Schon wieder so einer, der keine Kopfhörer hat“, denke ich. „Der ist wohl zu arm, sich Kopfhörer zu leisten“, lästert die Frau mir gegenüber. „Hoho, wir machen mal am besten eine Sammlung für ihn“, bemerkt der Mann neben mir. Eine Oma murmelt was von schwerhörig und kichert dabei. Ja die Kölner, die sind jot dropp, die scherzen selbst über asoziales Verhalten. „Kannst du die Musik mal leise stellen, das nervt“ fordert ein Mädel den Störenfried auf, der mit gequältem Gesichtsausdruck endlich den Kleinkinder-Fäkalwort-Rap runter dreht. Ich werde doch mal bayerische Blasmusik auf mein Handy aufspielen. Als Kontrastprogramm, fürs nächste Mal.
