In der Adventszeit zieht es die Menschen zueinander, Weihnachtsfeiern haben Inflation. Und mitunter erfährt man erstaunliche Dinge oder lernt Neues dazu. So ging es mir in den vergangenen Tagen. Hier eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Weihnachtsfeier-Lehren:
13.12. beim Weihnachtessen des Schwulen Netzwerks im Restaurant Kini: 19-jährige Schauspielschüler aus Cottbus, die den selben Vornamen wie ich haben, und dort als Bedienung ihre Kohle zum Leben verdienen, können sehr unterhaltsam sein. Auch wenn der Weizenbiervorrat im Kini sehr begrenzt ist.
14.12. mit dem kanadischen Filmemacher W. auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt: W. hat Künstlerkollegen, die mit vollem Körpereinsatz ihre Arbeit erledigen. Für ein Kurzfilmprojekt für das nächste schwul-lesbische Filmfestival in Paris hat sich ebendieser Kollege auf einer Toilette in Essen von mehreren Herren anpinkeln lassen. Und W. hat eine Karriere als Pornostar in einem von Lesben produzierten Streifen hinter sich. Ich bin auf beide Veröffentlichungen gespannt.
15.12. mit P., H. und H. im Rhein-Energie-Stadion beim Spiel des 1. FC Köln gegen Kaiserslautern: Ich erfahre, das dieses Stadion der einzige Ort ist, an dem Frauen nicht Schlange stehen müssen vor dem Klo, sondern die Männer. Denn die Toilettenanlagen sind für beide Geschlechter gleich groß angelegt. Nur das es eben nicht so viele Frauen im Publikum gibt.
16.12. bei der Weinverkostung von weininkoeln.de in unseren Büroräumen in der Palmstraße: Von Weinen habe ich nun wirklich kaum Ahnung, ich trinke sie aber ganz gerne. Allerdings muss ich das Vorurteil, griechische Weine seien ungenießbare harzige Plörren, revidieren. Den Griechen, den es dort zu kosten gab, das war wirklich ein verdammt leckeres Tröpfchen.
16.12. beim anschließenden Besuch der Weihnachtsfeier der Gayromeo-Clubmitglieder „AsianfriendsNRW“ im China-Imbiss in der Kettengasse: Wichteln kann auch ganz nett sein, Karaoke singen macht nur Spaß, wenn man nicht selber singt und es gibt Leute, deren Beziehungsleben ist noch verwickelter, als es meines mal war. Ein Gast berichtet von seinem Trouble mit zwei Paaren, die irgendwie alle miteinander etwas haben, das zum Teil heimlich, und er als guter Freund, dem alle alles beichten, steht zwischen allen Stühlen.
17.12. heute nur gelernt, das man nach mehrtätigem Feiern auf einmal ganz schön müde werden kann. So sehr, das man die Open-House Weihnachtsfeier von H. echt nicht mehr wahrnehmen kann.
21.12. beim Christmas-Treff der ehemaligen Queer-Mitarbeiter, wieder im Restaurant Kini, und dem abschließenden Absturz in der Bar Iron: Auch Katzen bekommen Diabetes und müssen mit täglichen Spritzen stabilisiert werden. Berichtet N, die zwischen den Gängen mal kurz nach Hause muss, um den Kater zu verarzten. Die Gebühreneinzugszentrale wird es auch noch nach 2009 geben, egal wie die Rundfunkgebühren dann auch gestaltet sein mögen. Sagt J, der für die GEZ arbeitet. Und beim Kini gibt es immer noch zu wenig Weizenbier.
