Bislang war es eher langweilig, was an Aushängen im Haus zu lesen war: Der Schornsteinfeger kommt, die Gastherme wird gewartet, der Hausmeister ist im Urlaub. Die üblichen Dinge halt. Doch heute morgen prangte eine ernst zu nehmende Botschaft am Stromzähler im Erdgeschoß. „Sturmwarnung für Donnerstag! Bitte rechtzeitig die Speicherluken schließen“ Es gab bereits viele Stürme über Gremberg, aber noch nie eine Warnmeldung darüber bei uns im Haus. Hat sich der Hausmeister von dem Geld, das meine Nachbarn für ihn zu Weihnachten sammelten, eine Heim-Wetterstation gekauft? Oder ist er besonders wetterfühlig? Droht uns womöglich der Jahrhundertsturm? Ich bin beunruhigt, schließlich sollen wir alle Luken schließen. Ich werde mich heute Nachmittag schnell mit den nötigen Lebensmittelvorräten eindecken. Heute Abend werde ich mir nochmals den Film „Twister“ anschauen, damit ich weiß, wie ich mit fliegenden Kühen im Wirbelsturm umzugehen habe. Reicht es eigentlich, die Vorhänge zuzuziehen, oder muss ich die Fenster mit Brettern aus dem Baumarkt (20 % Rabatt auf alles, außer Tiernahrung) zunageln? Sollte ich diesen Sturm nicht überleben, wisst ihr: Ich habe vergessen, die Luken rechtzeitig zu schließen.
