„Da sind die Tage so schweinische Bücher angekommen“ begrüßt mich der Buchhändler vom „Brunos“ am Friesenwall. „Oh, wo denn?“ frohlocke ich, und eile zum Stapel mit dem „Orgasmusbuch“ , unserem jüngsten Werk. Ich blättere durch die Seiten, die ich wenige Wochen zuvor als PDF am Bildschirm gecheckt und zum Druck freigegeben habe. Sieht gut aus. Aber, hoppla: Da sind ja Seiten doppelt! „Offensichtlich ein Fehldruck“ überreiche ich dem Buchhändler das Exemplar. Der Kunde, mit dem dieser gerade plauderte wird neugierig und folgt mir zum Stapel, aus dem ich jetzt ein weiteres Exemplar greife. Er schaut mir über die Schulter, während ich durchblättere und meint dann etwas abschätzig: „Na ja, wer’s braucht. Wer kauft denn so was?“ „Ich denke, das ist so ein typisches schwules Geburtstagsgeschenk,“ antworte ich. Mit einem weiteren „Na ja …“ kehrt der Kunde zum Buchhändler zurück. Ich finde noch ein Buch, das nicht in Ordnung ist, diesmal fehlen Seiten. „Kriegt er Geld dafür, das er all Eure Bücher nach Fehlern durchschaut?“ fragt der Kunde und lacht. „Nö. Das ist einer der Autoren,“ klärt der Buchhändler auf. Der Kunde hört auf zu Lachen und läuft rot an. „Ich nehme alles zurück, was ich vorhin gesagt habe!“ ruft er mir zu. Ich versuche ihn wieder auf normale Hauttöne runterzuschrauben und sage, das ich mit seiner Wertung keine Probleme habe. „Gute Geschäfte!“ ruft er mir noch hinterher, als ich den Laden verlasse. Ich finde, "Inkognito" ist ein schönes Wort …
