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I guess I just don’t recognize you with your clothes on (madonna – celebration)

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Archiv: Dienstag, 20. Februar 2007

2007 20 Feb

Atome im Kopf

Abgelegt unter: Schwul | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

chris-in-bruxelles200.jpgThalys hat immer wieder echte Schnäppchentickets im Angebot, das machte die Fahrt für ein Wochenende nach Brüssel schmackhaft. K. holt mich am Freitagabend vom Bahnhof in Bruxelles-Midi ab, wir checken in der bed & breakfast-Unterkunft mitten in der schwulen Kneipenecke ein. K. hat in den vergangen drei Tagen nur vier Stunden geschlafen, weil er für seine Uni lernen muss. Und auch ich bin müde und erschöpft. Ein Abendessen beim Inder, ein heißes Bad in der Wanne unseres Gastgebers, zu mehr sind wir nicht mehr in der Lage. K. schläft beinahe augenblicklich ein, ich brauche noch eine Weile, weil in der Szene-Disco nebenan die Bässe wummern. Madonna singt mich in den Schlaf: „Sorry, sorry, sorry …“

Manchmal könnte ich mich für meine Trägheit hauen. Brüssel liegt so nahe von Köln aus, aber bislang habe ich es noch nicht dorthin geschafft. Dabei ist die Innenstadt mit seinen vielen alten Gebäuden wunderschön. Und wenn man den Hügel zum wuchtigen Justizpalast erklimmt, hat man einen prima Ausblick über die City. In der Ferne schimmert das frisch renovierte Atomium. K. zeigt mir alles, was er bereits von der Stadt kennt. Wir schlendern durch Parks, besichtigen Kathedralen und probieren die belgischen Waffeln, die überall am Straßenrand in VW-Bussen angeboten werden. Das Wahrzeichen Brüssels, das Atomium, das zur Weltausstellung 1958 errichtet wurde, schauen wir uns nur von außen an, den Aufstieg schenken wir uns. Stattdessen gehen wir lieber ins Kino. K. zeigt mir seinen Lieblingsfilm „The Holiday“. Eine kleine nette Komödie über beginnende und endende Beziehungen.

Die Szene besteht aus einem guten Dutzend kleiner Kneipen, die alle in einer Ecke liegen. Die Belgier scheinen die Travestie zu lieben. Kaum sind wir in einer Kneipe, beginnt dort eine ältere Transe zu trällern. Nach einem Lied ist aber schon wieder Schluss. In der nächsten Bar stehen viele Herren Damen mit den Gästen beisammen und schlürfen Cocktails. Eine Showtruppe macht sich derweil für einen späteren Auftritt fertig. In einer dritten Bar startet ebenfalls mit unserem Eintreffen das Programm auf einer Minibühne. Mitunter ist der Kopfschmuck zu groß, und die Damenimitatoren müssen sich für ihre Whitney Houston-, Shirley Bassey- und Mireille Mathieu-Nummern ganz schön ducken. Dem Club, der mich in der vergangenen Nacht in den Schlaf hämmerte, statten wir nur einen kurzen Besuch ab, in der Bar gegenüber herrscht eher Lounge-Atmosphäre mit echtem DJ und echten Vinyl-Platten. Ein letztes belgisches Bier zu „Tainted Love“, bevor wir uns in die Privatgemächer zurückziehen. Bei der Abreise am Sonntagmorgen steht für mich fest. Ich komme gerne wieder.

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