Ein Raumschiff landet mit Summen und Brummen im Dschungel. Ein paar Buschtrommeln ertönen und eine überirdische Stimme hallt wehklagend über den Baumwipfeln. Lisa Gerrard ist gelandet. Die ehemalige Sirenen-Stimme von „Dead Can Dance“ fängt heute solo arme Seelen mit ihrem Obertongesang auf dunkel-düsterem elektronischem Klangteppich. Eine Wiederentdeckung für mich, denn Lisa Gerrards Gesang aus dem Keller, das war der Spätachtziger-Sound, der mich damals bei depressiven Verstimmungen begleitete. Nicht nur bei „Dead Can Dance“, auch bei „This Mortal Coil“ war sie zu hören. Wie ich jetzt beim Recherchieren im Netz sehe, war sie nie ganz verschwunden. Ihr aktuelles Album „The Silver Tree“, das ich jetzt bei Napster entdeckt habe, ist irgendwie noch schwärzer als ihre alten Sachen, und funktioniert ganz fabelhaft: Ich kriege Dauer-Gänsehaut bei ihrer Stimme und sie zieht mich ordentlich runter. Ich glaube, danach brauche ich erstmal was mit 160 beats/minute …
