Thomas Gottschalk scheint mir irgendwie latent homophob! Tut mir ja leid, dass ich schon wieder über die Showmaster-Blondlocke rede, aber Stefan Niggemeier ist schuld. Der hatte in seinem Blog dazu eingeladen, während der „Wetten Dass!? …“-Sendung mit ihm live darüber zu lästern (was wegen des regen Zuspruchs zum Zusammenbruch seines Servers führte). Also habe ich zugesehen, und mich gewundert: Mark Medlock hat zusammen mit Dieter Bohlen seinen ersten öffentlichen Auftritt. Mark ist gar nicht schüchtern, und grabbelt Gottschalk ständig am Knie herum. Demonstrativ beweist Gottschalk seine Heterosexualität durch Umarmen eines der weiblichen Supermodells. Nachdem ein kleiner Junge seine Wette gewonnen hat, bei der er – eingeklemmt in einem Türrahmen – seine Kleidung wechselte, wird dieser überschwänglich von Wettpaten Mark Medlock umarmt. Gottschalk unterbricht diese spontane Emotion mit „Na, nun ist gut!“ Leider ist der Kleine nicht aus dem Türrahmen gefallen, denn als Wettschuld hätte Bohlen Medlock den Rücken eincremen müssen. Am Ende der Show verabschiedet Gottschalk alle Promis per Handschlag oder mit Küsschen – außer Medlock und Bohlen.
Archiv: Juni 2007
2007 24 Jun
Deutschland sucht den Grabbelstar
Abgelegt unter: Film/TV | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
Richterin Barbara Salesch, Richter Alexander Hold (beide SAT1), und wie die TV-Juristen sonst noch so heißen im deutschen Fernsehen. Das sind alles Weicheier! Das weiß ich, nachdem ich nun das amerikanische Original der Gerichts-Show entdeckt habe: Judge Judy. Seit 1996 ist Judith Sheindlin bereits im US-TV zu sehen, inzwischen läuft die 11. Staffel der Show. Wenn ich es richtig verstanden habe, landen echte Streitfälle mit den real Beteiligten vor ihr, die sich zuvor per Vertrag damit einverstanden haben, das Urteil der ehemaligen Familienrichterin zu akzeptieren. Es sind meist kleine Fälle: Bei einer Ebay-Auktion werden statt der versprochenen Handys nur Fotos der Telefone verschickt. Einem Jungen werden die Kopfhörer seines CD-Players geklaut. Das spannende an diesen banalen Streits vor Gericht ist jedoch Richterin Judy selbst, die – sagen wir mal – etwas exzentrisch ist. Gar nicht leiden kann sie, das ihr jemand nicht in die Augen sieht, während er spricht. Allzu gern unterbricht sie den Redefluss von Klägern und Angeklagten, die sich selbst verteidigen. Aber keinesfalls duldet sie, das man ihr ins Wort fällt. Sie rollt mit den Augen, wenn sie genervt ist, und das ist sie ziemlich schnell. Zynisch und böse wird sie, wenn sie das Gefühl hat, da will sie jemand verschaukeln. „Du bist ein Idiot!“ brüllt sie die Frau an, die die Fotos von den Mobiltelefonen verschickt hat, und tritt nochmal nach. „Du solltest dir besser eine Arbeit suchen!“ Es ist kein Zuckerschlecken, vor solch einer arroganten Zicke zu stehen, aber als Gerichtsshow ist das wesentlich unterhaltsamer als die Salesch-Hold-Shows mit ihren Laiendarstellern. Jugde Judy ist übrigens auf YouTube üppig vorhanden.
Ich mag kleine Tiere. Spinnen finde ich niedlich, Ameisen interessant aber stupide, Fliegen eher lästig aber harmlos und Bienen, Wespen oder Hummeln behandle ich mit Respekt. Nur eine Sorte kann ich absolut nicht Ausstehen. Die gemeine Filzlaus. Die ist fies, hinterhältig, hartnäckig und rücksichtslos. Man bekommt sie nach netten Begegnungen mit netten Herren ungefragt mitgeliefert. Danach setzen sie sich schön im Schamhaarbereich an der Haut fest, wo sie sich längere Zeit fröhlich vermehren. Und wenn man dann endlich realisiert, dass man nicht durch das Schwitzen im warmen Sommer diesen Juckreiz in der Unterhose verspürt und dass die Punkte dort unten keine neuen Leberflecke sind, sondern diese ekligen Tiere, die gierig mit ihren sechs Klauenbeinchen in der Luft herum zappeln, wenn man sie von der Haut geknibbelt hat, dann ist es schon zu spät. Die „Liebeskäfer“, „Sackratten“, „Beutelhirsche“, „Oberschenkelantilopen“, „Mastmatrosen“ oder „Rohrbienen“, wie sie auch genannt werden, müssen mit Kanonen beschossen werden. Die Kanone heißt in diesem Fall Goldgeist Forte, eine Chemikalie aus der Apotheke, die eigentlich, gemeinsam mit dem Entfernen der Schamhaare, äußerst wirkungsvoll ist. So dachte ich letzte Woche. Rasierte und schmierte, wechselte Bettwäsche und Handtücher, und wähnte mich als Sieger. Drei- viermal hatte ich in meinem Leben dieses Spielchen bislang hinter mir. Doch jetzt waren die Läuse clever. Heimlich waren sie bereits zum Unterschenkel gewandert, Richtung Hintern, wo ich sie nicht so einfach entdecken konnte. Heute morgen beim Duschen fand ich weitere der kleinen Monster auf Kniehöhe. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich komplett mit der gelben Goldgeist-Flüssigkeit eingeschmiert auf dem Stuhl, stinke wie eine ganze Chemiefabrik, und bin froh, keine Filzlaus zu sein. Bei dem Geruch würde ich auch freiwillig aufgeben.
2007 13 Jun
Happy End mit dem Mann in schwarz
Abgelegt unter: Alltag, Köln, Schwul | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar
Am besagten Freitag klopfte natürlich kein Schornsteinfeger an meine Tür. Allerdings ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen: Wiedergesehen habe ich ihn nämlich schon. Er stand am Donnerstagmorgen auf der Straße, mit dem Hausmeister. Ich stellte mir vor, wie er gerade dem Hauswart die Story von dem Schwulen erzählt, der ihn da per SMS belästigt habe die Tage, und wechselte schnell die Straßenseite. Irgendwie war mir die ganze Aktion jetzt doch peinlich …
2007 4 Jun
SMS-Chat mit dem Kaminkehrer
Abgelegt unter: Alltag, Köln, Schwul | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare
Der hübsche Schornsteinfeger hat einen Fehler begangen. Er hat den Zettel mit der Ankündigung, wann er kommt, im Flur hängen lassen. Darauf gestempelt seine Handynummer. Ich zögere eine Weile, sende dann aber doch eine SMS an ihn. Er antwortet …
18:06_Hallo Herr XXX, vielen Dank für ihren Besuch heute in der Rengsdorfer Str. Ich hätte Ihnen eigentlich einen Kaffee anbieten sollen.
Gruß, Ch. Scheuss
18:13_Kein Problem. Kann man beim nächsten Mal nachholen!
18:14_Gern, jederzeit
18:34_Bin Freitag wieder in der Rengsdorfer unterwegs! Is zwar ne dreiste Frage aber wofür steht Ch?
18:43_Gute Frage, steht für Christian.
Komisch, danach kam keine Antwort mehr …
2007 4 Jun
Ein Schornsteinfeger zum Niederknien
Abgelegt unter: Alltag, Köln, Schwul | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar
Ich komme mir vor, wie in einem Comic von Ralf König. Vor meiner Wohnungstür steht der Schornsteinfeger, der die Gastherme kontrollieren will. Dieser Schornsteinfeger ist keiner von der Sorte, dickbäuchig, schütteres Haar und Kassengestell-Brille mit albernem Zylinder auf dem Kopf, sondern ein gut gebauter junger Kerl in Latzhose, raspelkurz geschorene dunkle Haare, süße Segelohren und strahlende stahlgraue Augen. Also eher das Model „Keuch!“ Während er seinen Messfühler in das Abgasrohr der Therme steckt, plaudern wir über belangloses Zeug. Seinen Pocket PC, in den er die Messwerte eintippt und darüber, wie doll sparsam das Gasgerät ist. Ich beobachte ihn. Kein Ring am Finger. Er hat gute Laune und erzählt Anekdoten über den Praktikanten, der seinen schweren Koffer tragen darf. Ich lache etwas zu laut und finde, dass die Luft in der Küche plötzlich stark elektrisiert ist. Aber ich bin mir nicht sicher, ob nur ich gerade diese Hormonausstöße erfahre. Ich weiß, wie es jetzt immer in den Pornos weitergeht, da ist das ja alles kein Problem, aber im wahren Leben? Auf die unverfänglichste Idee, ihn zu einem Kaffee einzuladen, komme ich irgendwie nicht. „Schönen Tag, bis nächstes Jahr,“ sagt er, lächelt und gibt mir zum Abschied noch die Hand. Immerhin, ich habe den Schornsteinfeger angefasst, und der Volksmund weiß: Wenn man jemanden aus dieser Zunft berührt, gehen einem alle Wünsche in Erfüllung. Also, ich wünsche mir, dass der Schornsteinfeger auf der Stelle unter irgendeinem fadenscheinigen Vorwand nochmal an meiner Tür klingelt.
So, so, Thomas Gottschalk bekommt also Kopfschmerzen, weil die Packstationen von DHL bald beliebter sind, als er selbst. Es gibt Werbeagenturen, bei denen offensichtlich nur Brezelköpfe arbeiten. Obwohl, auf mich bezogen, sollte der Entertainer wirklich mal ne Aspirin nehmen. Ich kann nämlich die Packstation wirklich besser leiden als den „Wetten Dass?! …“-Dinosaurier. Meine Nachbarn brauchen für mich nicht das Postamt spielen, ich muss mich nicht zu ärgern, dass die Postämter bereits um 18 Uhr schließen, das Abholen und Aufgeben von Paketen über die automatischen Packstationen ist wirklich praktisch. All das schiesst mir so durch den Kopf, als ich erstmals auf dem Heimweg an dem Plakat vorbei komme. Das Tolle ist ja auch, so denke ich weiter, das meine Packstation nur 20 Meter von eben jener Werbebotschaft entfernt steht und damit direkt vor meiner Haustüre liegt. Mein Blick geht rüber zu der Stelle, wo der gelbe Automat steht … Nein, äh, wo der gelbe Automat stand. Verblüfft laufe ich zu der Straßenecke. Das Ding, das letzte Woche dort noch stand, ist einfach abgebaut worden. Wie schön, das ich nicht informiert wurde. Damit kann ich meine vor wenigen Wochen erworbene Kundenkarte für die Packstation in die Tonne werfen. Herr Gottschalk, sie brauchen sich doch keine Sorge zu machen, das „die bald mehr Fans hat“ als sie.
2007 2 Jun
Kurztrip zur Castro Street
Abgelegt unter: Internet, Schwul | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
Ich bin gerade mal eben in der Castro Street in San Francisco. Ist wenig los auf den Straßen, aber ein sonniger Vormittag. Etwas frisch ist es, die Leute tragen alle dicke Jacken. Aber das stört mich nicht, ich spüre keine Kälte. Von der Marketstreet aus, wo an der Ecke die riesige Regenbogenfahne weht, laufe ich in Richtung Süden. Ah, das thailändische Restaurant, wo ich mit M. zu Mittag gegessen habe. Und etwas weiter „The Bar“. So simpel der Name des Ladens, so geil waren die beiden Nächte mit den netten Leuten, die wir dort verbracht haben. Jetzt ist die Bar verrammelt. Ein Lieferwagen mit „Bud Light“-Logo steht davor, es wird wohl gerade Nachschub gebracht. Rüber auf die andere Straßenseite zum schwul-lesbischen Buchladen „A different Light“. Ich gehe nicht rein, das geht leider nicht, ich schaue mir nur die Auslagen im Fenster an.
Google Maps hat eine neue Funktion, die „Street View“, die die übliche Sicht von oben durch den "Mittendrin-Blick" ergänzt. Das ist ein bisschen gespenstisch. Denn ich kann fast durch ganz San Francisco wandern, das lückenlos mit Fotos erfasst wurde, und mir jede Ecke ansehen. Ich habe eine 360-Grad-Rundumsicht, und kann so nah an die Fotos heranzoomen, das ich die Gesichter der Leute auf den Straßen erkenne und Details in den Schaufenstern sehe. So scharf sind die Bilder. Neben SF sind noch Las Vegas, New York, Miami und Denver virtuell begehbar.
