Richterin Barbara Salesch, Richter Alexander Hold (beide SAT1), und wie die TV-Juristen sonst noch so heißen im deutschen Fernsehen. Das sind alles Weicheier! Das weiß ich, nachdem ich nun das amerikanische Original der Gerichts-Show entdeckt habe: Judge Judy. Seit 1996 ist Judith Sheindlin bereits im US-TV zu sehen, inzwischen läuft die 11. Staffel der Show. Wenn ich es richtig verstanden habe, landen echte Streitfälle mit den real Beteiligten vor ihr, die sich zuvor per Vertrag damit einverstanden haben, das Urteil der ehemaligen Familienrichterin zu akzeptieren. Es sind meist kleine Fälle: Bei einer Ebay-Auktion werden statt der versprochenen Handys nur Fotos der Telefone verschickt. Einem Jungen werden die Kopfhörer seines CD-Players geklaut. Das spannende an diesen banalen Streits vor Gericht ist jedoch Richterin Judy selbst, die – sagen wir mal – etwas exzentrisch ist. Gar nicht leiden kann sie, das ihr jemand nicht in die Augen sieht, während er spricht. Allzu gern unterbricht sie den Redefluss von Klägern und Angeklagten, die sich selbst verteidigen. Aber keinesfalls duldet sie, das man ihr ins Wort fällt. Sie rollt mit den Augen, wenn sie genervt ist, und das ist sie ziemlich schnell. Zynisch und böse wird sie, wenn sie das Gefühl hat, da will sie jemand verschaukeln. „Du bist ein Idiot!“ brüllt sie die Frau an, die die Fotos von den Mobiltelefonen verschickt hat, und tritt nochmal nach. „Du solltest dir besser eine Arbeit suchen!“ Es ist kein Zuckerschlecken, vor solch einer arroganten Zicke zu stehen, aber als Gerichtsshow ist das wesentlich unterhaltsamer als die Salesch-Hold-Shows mit ihren Laiendarstellern. Jugde Judy ist übrigens auf YouTube üppig vorhanden.
