Das schwule Weblog von Christian Scheuss

Neues Weblog, neues Glück

Für alle, die noch hierhin verlinken oder über eine Google-Suche hier landen: Ich habe Mitte Februar 2006 die Software-Plattform zum Bloggen gewechselt. Damit hat sich auch die URL etwas verändert. Für neue Einträge folgt bitte dem Haupt-Link www.chriskoeln.de.
chriskoeln am 07.03.06 @ 08:27 AM MEZ [link]

Freitag, 17. Februar 2006

Gin Tonic und die Toten


tonic (2k image)
Gin Tonic ist irgendwie ein sehr sehr leckeres Getränk. Aber es hat auch einige seltsame Nebenwirkungen. Zunächst muss ich aber einiges vorausschicken: Wenn Jay, Micha und ich ausgehen, laufen wir der Einfachheit halber meistens in die Silom Soi 4. Die ist gut fünf Minuten vom Appartment entfernt. Der Lifetime-Membership-Karte von Micha – und der damit verbundenen zehn Prozent Rabatt - wegen sitzen wir immer im Balcony, und zwar stets draußen an den kleinen Tischchen. Drinnen kann man nämlich nicht die Männer von der gegenüberliegenden Telephone Bar beobachten, sondern muss dauernd die griesgrämig dreinschauenden Eigentümer anschauen. Und dann bestellen wir, weil es günstiger ist, eine Flasche Whiskey für 900 Baht. Die Softdrinks zum Mixen und das Eis sind im Preis mit drin. Wenn wir die Flasche nicht leeren, wird sie für den nächsten Besuch aufbewahrt. Nach zahlreichen Whiskey-Cokes in den vergangenen Monaten sind wir jetzt mal umgestiegen auf Gin Tonic, den es für den selben Preis gibt. Leider merkt man im Vergleich zum Whiskey nicht so schnell, das man betrunken ist. Man denkt, man ist noch ziemlich nüchtern, in Wirklichkeit ist man aber schon ziemlich stramm. Zweimal ist es mir inzwischen passiert, das ich mein Limit schlicht verpasst habe. Und das merkwürdigste ist: Ich bekomme Albträume danach. In den frühen Morgenstunden bin ich mehrmals mit Herzklopfen wach geworden, weil in meinen Träumen Verwandte und Bekannte gestorben sind und dauernd irgendwelche Toten herumlagen oder –saßen.

17.02.06 @ 01:53 PM MEZ [link]

Donnerstag, 16. Februar 2006

I've heard it all before


madonna_sorry (9k image)
Es ist mal wieder pickepackevoll im DJ Station. Und das an einem Dienstagabend. Wenige Monate nach dem Umbau ist der schwule Tanztempel in der Silom Soi 2 in Bangkok so angesagt, wie schon lange nicht mehr. Im Erdgeschoss kommt man nach Mitternacht kaum noch durch, und selbst in der dritten Etage, wo sonst immer gähnende Leere herrschte, kann es jetzt eng werden. Eine neue Bar und etwas 70er Retro-Mobiliar bewirken Wunder. Ich weiß nicht, wie oft ich bereits im DJ gewesen bin. In manchen Nächten eher gelangweilt, an anderen Tagen wiederum ekstatisch tanzend. Aber momentan macht der Schuppen wirklich richtig Spaß. Trotz der vorhersagbaren Playlist aus den Dance-Charts und der vielen Leute, die noch öfter als ich hier sein müssen, weil ich sie jedes Mal sehe, wenn ich hier bin. Der verstrahlte Franzose, der uns immer in seiner Sprache anquatscht, ist auf jeden Fall neu. Er lächelt jeden an, und alle lächeln zurück. Das ist das schöne am DJ. Es ist egal, auf wen oder was du stehst, es verkneift sich beinahe niemand einen Flirt mit dem, der einem gerade gegenüber steht. Das macht locker und entspannt. Und wenn auf den Flachbildschirmen plötzlich Madonna auftaucht, und alle zu den ersten Takten von „Sorry“ aufkreischen, kocht die Stimmung auf dem Höhepunkt. „I’ve heard it all before, i’ve heard it all before…“

16.02.06 @ 05:33 AM MEZ [link]

Dienstag, 7. Februar 2006

AIDS daheim bekämpfen


fightaids (12k image)
Ich bin ein AIDS-Aktivist! Seit exakt 4 Tagen, 20 Minuten und 42 Sekunden stehe ich in Diensten einer weltweiten Bewegung, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Immunschwächekrankheit zu besiegen. Allerdings bin ich nicht einer der radikalen Sorte, die auf Welt-AIDS-Konferenzen das Pressezentrum stürmen, die wüste Beschimpfungen gegen die Bush-Administration schleudern, oder Kunstblut auf Gängen ausgießen. Nein, ich bin einer von der ruhigen Art. Ich bin ein Couchpotato-Aktivist, ich bekämpfe AIDS von zu Hause aus. Sogar im Schlaf. Ehrlich gesagt, lasse ich eigentlich nur meinen Computer schuften. Ich stelle ihn mit einer kleinen Software in ein weltweites Netzwerk von derzeit rund 260.000 privaten Rechnern, die gemeinsam an einer Aufgabe tüfteln: Herauszufinden, welche Moleküle am besten an Proteine im Körper andocken, um so bessere und wirksamere Medikamente gegen das HI-Virus zu finden. Das Programm zeigt den Fortschritt dieser Test- und Irrtum-Berechnungen mit Diagrammen und einer Grafik verschlungener wurmähnlicher Proteine an. Man muss es nicht verstehen, es sieht aber sehr wichtig aus. Gayromeo promotet das seit längerem bestehende „World Community Grid“, und hat bereits rund 1.000 neue Aktivisten rekrutiert. Allerdings braucht man ziemlich viel freien Arbeitsspeicher, die CPU ist stets bis zum Anschlag ausgelastet und die Lüfter im Computer pusten permanent. Man kann aber per Timer einstellen, wann und wie viel Rechenleistung man zur Verfügung stellen möchte.

07.02.06 @ 06:17 AM MEZ [link]

Freitag, 13. Januar 2006

14. Januar 1966


40watt (11k image)
Ein kurzer Blick zurück: Vom 1. bis zum 15. Januar 1966 sind die Rolling Stones auf Platz 1 der deutschen Charts mit ihrem Stück „Get Off Of My Cloud“. Den Songtitel offensichtlich beherzigend, plumpsen am 17. Januar vier Plutoniumbomben nach einem Zusammenstoß zweier Flugzeuge aus den Wolken auf Südspanien. Sie explodieren nicht, aber so ein bisschen Radioaktivität tritt schon aus. Und zwischendurch, am 14. Januar 1966, gegen halb sechs in der Früh, werde ich in der Bergarbeiterstadt Bottrop geboren. Jo, das ist jetzt 40 Jahre her, und ich wundere mich irgendwie, dass das Leben eine so extrem schnelle Angelegenheit ist. Nach jahrelanger Geburtstagsfeier-Verweigerung werde ich am Sonntag auf jeden Fall mal wieder feiern – schließlich habe ich 40 mal 365 Tage überlebt - und unsere kleine Wohnung wird voraussichtlich pickepackevoll. Die wichtigste Frage stellte mir Georg, als ich ihn zur Party einlud: „Wirst du jetzt dein Alter bei Gayromeo fälschen?“ Tja, werde ich? Mein eigenes Surfverhalten kennend, falle ich mit 40 automatisch aus den Suchrastern vieler Leute, 39 ist da so eine magische Grenze. Mein gefühltes Alter ist irgendwo in den Dreißigern. Aber da ich bislang an keinem Dorian Grey-Syndrom leide, lasse ich mein Profil synchron mit mir altern. Fürs Erste… :-)

13.01.06 @ 09:36 PM MEZ [link]

Dienstag, 3. Januar 2006

Starbucks-Storys (3)


tumbler (6k image)
Seit einem Wochenendausflug nach Zürich vor ein paar Jahren bin ich stolzer Besitzer eines Starbucks-Tumblers, so eine Art Thermoskanne mit Henkel und einem aufschraubbaren Deckel mit Loch, aus dem man am Kaffee nippen kann. Mein Exemplar ist komplett schwarz - anders als auf dem Foto - und das Logo des Franchise-Unternehmens ist inzwischen durch zahlreiche Spülmaschinengänge verschwunden. Normalerweise rennt man mit dieser Monstertasse durch die Straßen von New York, organisiert sich bei der Filiale an der nächsten Ecke die Wiederbefüllung und verbrüht sich die Lippen während des Trinkens im Laufschritt. Leider wohne ich nicht in Big Apple, zudem bin ich in dieser Hinsicht altmodisch europäisch. Heißgetränke im Stehen sind akzeptabel, besser natürlich, man genießt sie sitzend. Aber während des Laufens, das ist ein „No-Go“. Stattdessen pflege ich mit meinem Tumbler daheim ein tumbes morgendliches Ritual. Frische Kaffeebohnen werden in einer elektrischen Mühle zermahlen, das Pulver landet in einer Presskanne, 100 Grad heißes Wasser wird aufgeschüttet, und das Gebräu fast bis zum Rand in die Tasse gefüllt. Drei Stück Süßstoff, ein Schuss Kondensmilch, fertig ist der Frühstückskaffee. Zum Ritus gehört auch, dass ich immer zu viel Kaffee in der Tasse habe. Zwei Drittel oder die Hälfte wird weggeschüttet. Huldige ich mit meinem Kaffeeopfer etwa Hypnos, dem Gott des Schlafes, aus dessen Fängen ich mich morgens nur allzu ungern befreie?

03.01.06 @ 08:26 PM MEZ [link]

Sonntag, 1. Januar 2006

Husch, husch ins neue Jahr!


bein2006 (9k image)
Allen Besucherinnen und Besuchern, Freunden und Bekannten, wünsche ich ein gutes Jahr 2006!

01.01.06 @ 12:14 PM MEZ [link]

Samstag, 31. Dezember 2005

Starbucks-Storys (2)


starbuckscard (11k image)
Ich habe sie bereits, die Starbucks-Card, das kleine Plastikkärtchen im witzigen, poppig-bunten Design, das stylische Kundenbindungsinstrument. Was ich mit der Karte machen kann? Nun ja, ich kann damit bargeldlos meinen „Coffe of the day“ oder meinen „Vanilla Frappucino with whipped cream“ bezahlen. Karte zeigen, fertig. Und das überall in Nordamerika, Kanada, Australien, Thailand und in Hawaii. Ja ja, ich weiß, nach Honolulu komme ich extrem selten. In Deutschland? Doch, doch, da gilt die natürlich auch, nur verstecken die Coffeeshops hier immer ihre Karten, so das niemand mitbekommt, das es sie gibt. Wie es funktioniert? Ganz einfach, ich zahle in einem Starbucks-Shop in Chiang Mai in bar eine Sume zwischen fünf und 200 Euro ein und habe dies sofort als Guthaben auf der Karte, zum Beispiel für den Laden am Friesenplatz in Köln. Preisnachlässe, Rabatte? Nein, die gibt es damit nicht. Was ich denn dann davon habe, das ich einem millionenschweren Weltkonzern einen zinslosen Kredit gebe? Komische Fragen stellst Du…

31.12.05 @ 05:37 PM MEZ [link]

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