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03/01/2006: "Starbucks-Storys (3)"

Seit einem Wochenendausflug nach Zürich vor ein paar Jahren bin ich stolzer Besitzer eines Starbucks-Tumblers, so eine Art Thermoskanne mit Henkel und einem aufschraubbaren Deckel mit Loch, aus dem man am Kaffee nippen kann. Mein Exemplar ist komplett schwarz - anders als auf dem Foto - und das Logo des Franchise-Unternehmens ist inzwischen durch zahlreiche Spülmaschinengänge verschwunden. Normalerweise rennt man mit dieser Monstertasse durch die Straßen von New York, organisiert sich bei der Filiale an der nächsten Ecke die Wiederbefüllung und verbrüht sich die Lippen während des Trinkens im Laufschritt. Leider wohne ich nicht in Big Apple, zudem bin ich in dieser Hinsicht altmodisch europäisch. Heißgetränke im Stehen sind akzeptabel, besser natürlich, man genießt sie sitzend. Aber während des Laufens, das ist ein „No-Go“. Stattdessen pflege ich mit meinem Tumbler daheim ein tumbes morgendliches Ritual. Frische Kaffeebohnen werden in einer elektrischen Mühle zermahlen, das Pulver landet in einer Presskanne, 100 Grad heißes Wasser wird aufgeschüttet, und das Gebräu fast bis zum Rand in die Tasse gefüllt. Drei Stück Süßstoff, ein Schuss Kondensmilch, fertig ist der Frühstückskaffee. Zum Ritus gehört auch, dass ich immer zu viel Kaffee in der Tasse habe. Zwei Drittel oder die Hälfte wird weggeschüttet. Huldige ich mit meinem Kaffeeopfer etwa Hypnos, dem Gott des Schlafes, aus dessen Fängen ich mich morgens nur allzu ungern befreie?




Antwort: 1 Kommentar
am Sonntag, Januar 15th, Leo sagte
....war das nicht Morpheus?...
lg
Leo